Von Madrid und Barcelona nach London


Veröffentlicht am 2. Mai 2013

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Das Champions League Traumfinale der deutschen Fußballfans ist Realität. Bayern und Dortmund haben dieser Champions League – Saison den Stempel aufgedrückt. Der Finaleinzug beider Teams war nach den Ergebnissen und dem Spielverlauf der Hinspiele keine Überraschung mehr. Die sehr gute Ausbildung in den Bundesligavereinen und ein solides Wirtschaften unserer Clubs haben die Grundlagen für diese Erfolge gelegt, unsere Vereine ernten damit den verdienten Lohn.

Der FC Barcelona hat in den letzten Jahren den europäischen Fußball beherrscht. Schon in der vorangegangen Champions League Saison war die Dominanz nicht mehr so stark. Dies hat sich auch in dieser Saison wieder gezeigt. Getäuscht von der Leichtigkeit, mit der man durch die die spanische Liga marschierte, hat man die Auftritte in der Champions League unterschätzt und zu leichtfertig genommen. Dieses absolute Übergewicht des FC Barcelona und von Real Madrid in der Primera Division zeigt die ungesunde und gefährliche Entwicklung Richtung zweier beherrschender Teams und welche Gefahr darin besteht. Ein starker Wettbewerb, in einer ausgeglichenen Liga – wie in den letzten Jahren in der Bundesliga – ist immer besser.

Einen Vorgeschmack auf das Finale zu London bietet die Bundesliga-Partie zwischen dem amtierenden und dem neuen Deutschen Meister am kommenden Samstag. Im Grunde weiß niemand wie er dieses Spiel jetzt bewerten soll. Die Partie bietet beiden Mannschaften die Gelegenheit, unbekümmert und frei aufzuspielen, um den Fußballfans schon Vorfreude auf das Londoner Finale zu bereiten. Im Endspiel werden die Karten dann neu gemischt. Die Bayern-Spieler sind in solchen Situationen zu Hause, für die Dortmunder ist ein solches Finale Neuland. Doch die Borussia fühlt sich in der Außenseiterrolle durchaus wohl, hat dies in vier Spielen gegen Real unter Beweis gestellt. Wenn sie als Favorit ins Rennen ging, wie im Spiel gegen Málaga, tat sie sich deutlich schwerer.

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Die Bayern sind in der derzeitigen Verfassung die stärkste Mannschaft Europas. Was und wie die Mannschaft spielt, ist überragend. Jupp Heynckes hat eine großartige Truppe beisammen, der er seinen Stempel aufgedrückt hat. Ich schätze die Münchner im Finale stärker ein, sie haben in der Liga überragend gespielt und auch das wichtige DFB-Pokalviertelfinale gegen die Borussia für sich entschieden. Aber das Schöne am Fußball ist, dass in einem Spiel und in einem Endspiel zumal, jeder seine Chance hat.

Vor allem die Hamburger werden sich erinnern. Am 25. Mai 1983, genau 30 Jahre vor dem diesjährigen Endspiel, gingen der HSV als krasser Außenseiter und Juventus als haushoher Favorit ins Finale. Wer den Pott mit nach Hause gebracht hat, ist bekannt. Sicher ist heute nur, dass wieder eine deutsche Mannschaft die Trophäe mit in die Heimat bringt.

Die beiden Halbfinals brachten nicht nur großartigen Fußball auch die Stimmung in den Stadien machte diese Spiele zu einem Erlebnis. In den drei Wochen bis zum Endspiel wird die Stimmung wieder phantastisch sein. Das neue Wembley Stadion und die fußballbegeisterten englischen Fans werden gemeinsam mit ihren Gästen aus München und Dortmund einen tollen Rahmen für dieses Finale bieten.

Ein anderer Aspekt der beiden überragenden deutschen Vereine, sie rekrutieren sich größtenteils aus deutschen Nationalspielern. Mit Spielern, wie z.B. Müller, Schweinsteiger, Götze, Hummels, Reus und Neuer stehen dem DFB auch hervorragende junge Akteure zur Verfügung, die im Vergleich zum letzten WM Turnier deutlich an Erfahrung gewonnen haben. Eine Nation die so viele Spieler in ein Champions League Finale bringt, weckt bei Fans die Erwartung auch von einer Fußball WM mit einem Titel nach Hause zu kommen.

Felix Magath

*Dieser Beitrag erscheint auch als Gastkolumne im Hamburger Abendblatt.

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