Arsène – Allein zu Haus?


Veröffentlicht am 14. Mai 2013

0 Flares 0 Flares ×

Wenn einer die berühmteste Armbanduhr des Weltfußballs erben müsste, dann Arsène Wenger. Aber Alex Ferguson ist Schotte, er wird nichts in der Kabine zurücklassen, schon gar nicht den Chronometer der über ein Vierteljahrhundert die legendäre „Fergie-Time“ einläutete. Keiner litt qualvoller als der Franzose in Diensten von Arsenal London, die „Fergie-Time“ und der strenge Glasgower Finger auf dem Ziffernblatt haben Arsène Wenger um manchen Punkt und einige Nerven gebracht. Nun schon Fußballgeschichte. Große Trainer brauchen große Herausforderungen. Und diese beiden Männer haben sich herausgefordert.

Wenger- Ferguson, eine gefühlte Ewigkeit das hitzige Energiezentrum der Premier League, Explosionen nie ausgeschlossen. Die Jahre heilten Wunden, linderten Zorn. Längst obsiegte gegenseitige Achtung und Anerkennung, Großmeister erkennen sich an ihren Zügen. Sie werden sich fehlen.

imago01407707m_c

Es könnte einsam um Arsène Wenger werden, große Gegenspieler verlassen die Premier League. Im Verlauf dieser Saison wurde auch Wenger von selbsternannten Experten abgeschrieben. Seine Zeit sei vorbei, Arsenal stehe vor einem Scherbenhaufen, nicht mal internationale Ränge möglich. Unfug von gestern. In den letzten beiden Saisonspielen können die Gunners aus eigener Kraft die Champions League Qualifikation schaffen – kaum jemand zweifelt noch daran. Zweifel sind auch Richtung nächste Saison nicht angebracht. Wenger bringt – darin verlässlich wie eine Schweizer Uhr – Jahr für Jahr sein Team in die Spitzengruppe der Premier League und ist international gefürchtet. Es waren seine Gunners die in dieser grandiosen deutschen Champions League Saison die Bayern an den Rand des Abgrundes brachten und 2:0 in München gewannen.

Wenger ist weiterhin da, und doch wird alles anders. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hat er den Aderlass langjähriger Kollegen zu beklagen, mit denen er dem englischen Clubfußball den Qualitätsstempel aufdrückte, sich sportlich wie verbal großartige Duelle lieferte. Alex Ferguson in Unruhestand, Harry Redknapp abgestiegen, Rafa Benitez hat genug, alle weg. Arsène Wenger allein? Droht dem Elsässer gar Langeweile und er könnte am Ende doch den Verlockungen anderer Länder erliegen? Wohl kaum, am Horizont der Premier League zieht der Name Mourinho auf. Mit dem Portugiesen hat er schon so manchen Strauß ausgefochten. Ein Gegner nach seinem Geschmack. Vielleicht findet aber David Moyes –  wieder ein Schotte aus Glasgow – doch ein tickendes Geschenk von Sir Alex in der Trainerkabine des Old Trafford und Geschichte beginnt von vorn…

Redaktion Magath & Fußball

Schreibe einen Kommentar