Der dritte Streich des Rafa Benítez


Veröffentlicht am 16. Mai 2013

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Gegner mit dem FC Liverpool. Nachfolger bei Inter Mailand. Platzhalter bei Chelsea London. In Sachen José Mourinho hat Rafa Benítez wenig Nachholbedarf. Der Sieg des FC Chelsea im Europa League-Finale zu Amsterdam, persönlicher Triumph des Trainers Benítez. Mit bescheidenem Lächeln genoss er den Erfolg. Rafa Benítez rutscht nicht auf den Knien – weder vor Roman Abramowitsch noch vor den Chelsea-Fans. Selbst eine Erfolgswelle wie der Champions League-Sieg von 2005 holte den Spanier nicht von den Füßen. Sein portugiesischer Trainerkollege José Mourinho ist von anderem Temperament. Wenn ihn der Erfolg packt, kann eine Rutschpartie den feinen Zwirn ruinieren.

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Beide Spitzentrainer haben wenig gemein. Liverpool vs. Chelsea war auch immer Benítez gegen Mourinho, ein die Premier League in Atem haltendes Verbalgefecht. Als Nachfolger des Champions League-Siegers und Bayern-Bezwingers Mourinho übernahm Benitez im Jahre 2010 Inter Mailand. Dem Licht der Mourinho-Ära folgten bald aufziehende Wolken, die Umstände ließen den gebürtigen Madrilenen Benítez nach nur sechs Monaten scheitern. Auch an der Stamford Bridge traf Rafa Benítez auf den Schatten des einstigen Chelsea-Trainers, dort intonierte man bei seinem Amtsantritt Mourinhos Namen, während Benítez als „fetter, spanischer Kellner“ herabgesetzt wurde. Solches Fanverhalten gegen den eigenen Coach ist im englischen Fußball ein dramatisch seltener Vorgang. Trost gab es für Rafael Benítez an vertrauter Stelle. Beim Chelsea-Gastspiel in Liverpool erhob sich ganz Anfield, die Fans der Reds huldigten ihrem Ex-Trainer mit Standing Ovation. Benítez geht wohl mit Verbitterung und der Genugtuung seines dritten Europapokalsieges. Mit Valencia den UEFA Cup, mit dem FC Liverpool die Champions League und nun mit dem Nobelclub aus London die Europa League-Trophäe. Spitzenclubs werden sich um ihn bemühen, dies wird die persönlichen Enttäuschungen lindern.

Aber es gibt noch etwas zu tun in London. Ausgerechnet Benítez muss José Mourinho die europäische Bühne bereiten. Chelsea fehlt noch ein Punkt für die direkte Champions League-Qualifikation. „Mou“ braucht den alten Rivalen, um auch im nächsten Jahr wieder auf großer europäischer Bühne angreifen zu können. Tingeln durch die Niederungen der Europa League gehört sicher nicht zu den Wunschträumen des aktuellen Real-Trainers. Welche Wünsche Mourinho ansonsten Richtung London sendet, ist nicht bekannt. Chelseas Alleinherrscher Roman Abramowitsch wird bemüht sein, diese zu erfüllen. Gewispert werden große Namen wie Falcao, Cavani und Khedira – bei Chelsea gehört der „große Name“ zum Programm – aber nichts Genaues weiß man. Von München bis Barcelona sollte man gewarnt sein, Chelsea wird auch im nächsten Jahr bei der Cupvergabe im europäischen Haus ein gewichtiges Wort mitreden. Mourinho will es richten, dabei neue Duelle mit Rafa Benítez nicht ausgeschlossen.

Redaktion Magath & Fußball

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