Athen


Veröffentlicht am 22. Mai 2013

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„Als ich 1983 mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister gewonnen habe, waren wir krasser Außenseiter. Als ich mit meinen Mannschaftskameraden am Morgen vor dem Finale gegen Juventus Turin auf dem Golfplatz zusammen saß, sahen wir den einen oder anderen Flieger nach Athen reinkommen. Die meisten waren von Alitalia und nicht von Lufthansa. Dementsprechend waren unsere Fans auf den Rängen im Stadion in Unterzahl.

Trotzdem haben wir unsere Rolle gut ausgefüllt. Neben den Ausnahmespielern Platini und Boniek hatte Juventus sechs Spieler in der Mannschaft, die im Jahr zuvor in Spanien Weltmeister geworden waren. Man hat gemerkt, dass die Italiener siegessicher waren. So haben sie die Partie dann auch begonnen. Wir waren zum Glück respektlos genug, um das Spiel selbst zu machen. Unser Trainer Ernst Happel war aufgrund seiner Persönlichkeit bei uns Spielern akzeptiert. Es war klar, dass seine Vorgaben auch umgesetzt werden. Turin hat Manndeckung gespielt. Es war eine taktische Finesse von ihm, unseren linken Außenstürmer Lars Bastrup auf die rechte Seite zu schicken und so Außenverteidiger Gentile mitzuziehen. imago07686898m_cBernd Wehmeyer und ich haben über links angegriffen. Über diese Seite ist ja dann auch mein Tor in der achten Minute gefallen. Als ich gemerkt habe, dass der Ball drin ist, dachte ich: Mist, das war zu früh. Torwart Dino Zoff hatte keine Chance. Dafür war der Schuss in den Winkel zu glücklich. Es war eine Notlösung, weil keine Anspielstation da war. Siegessicher war ich erst, als der Schiedsrichter abgepfiffen hatte. Im Anschluss war die Nacht ziemlich kurz. Wenige Spieler haben ausreichend Schlaf bekommen, um am nächsten Tag fit für den Empfang in Hamburg zu sein.

Am Samstag ist Borussia Dortmund der Außenseiter und müsste es nur so machen, wie der HSV damals. Aber ich bin neutral und freue mich auf ein super Spiel. Der FC Bayern ist Favorit. Sie haben nicht nur eine überragende Bundesliga-Saison gespielt, sondern auch die Champions League dominiert. Ich freue mich für Jupp Heynckes, dass er zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere so einen Riesenerfolg hat.“

(Felix Magath, Gastkolumne auf sport1.de, 21. Mai 2013)

2 Gedanken zu „Athen

  1. Dylan1941

    Hallo Felix,

    ich hoffe wie viele HSVer auf ein neues und langfristiges Engagement beim HSV.
    Erst als Sportchef und Trainer und sobald der Sauladen aufgeräumt ist,als VV
    mit Sachverstand für Finanzen und Sport.

    30 Jahre nach dem Pokalerfolg in Athen sollte der HSV wieder beginnen zu glänzen.
    Damals wie heute könnte ein Wolfgang Felix Magath derjenige sein,der viele HSVer
    glücklich macht.

    Besten Gruss…..

  2. mike hansen

    Hallo Herr Magath,

    schließe mich Dylan1941 an, es wird dringend Zeit, dass im Volkspark etwas geschieht. Der Druck im Kessel steigt von Saison zu Saison mehr an. Über Versäumnisse, Fehler, Missmanagement und Konzeptlosigkeit wurde und wird bereits an andere Stelle (Presse, Chats, Foren,…) ausreichend berichtet, das hier zu wiederholen ist also nicht erforderlich. Mich würde vielmehr ernsthaft interessieren, welcher Massnahmen oder Umstände es bedarf, dass verdiente Spieler des HSV, z.B. Sie, Horst Hrubesch, Dietmar Jacobs, Manfred Kaltz um nur einige zu nennen, sich zur Wahl für den Aufsichtsrat stellen um dann von innen heraus den Strukturwandel zu betreiben?

    Freue mich auf Ihre Antwort!

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