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Veröffentlicht am 6. Juni 2013

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Neue Fußballgroßmacht in Monaco?

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Wenn einer Messi und Ronaldo die Fußballshow stehlen kann, dann Radamel Falcao, das technische Kraftpaket mit eingebauter Torgarantie. Um den Kolumbianer von Atlético Madrid wollten sich alle Top-Clubs in Europa ein Hauen und Stechen liefern, heiße Transferkämpfe wurden erwartet. Aus allen Winkeln macht Falcao Tore, ob in der Luft oder auf dem Boden, der Mann ist Weltklasse und erhöht Titelchancen. Die Transferschlacht blieb aus. Falcao verlässt Atlético, allerdings nicht in Richtung Beletage des europäischen Fußballs. Was ist geschehen?

In der (fast) guten, alten Fußballzeit haben charismatische Erfolgstrainer aus weißen Flecken der Fußballwelt ab und an triumphierende Leuchttürme des Erfolgs gemacht. Nach den grandiosen Erfolgen kam dann unter anderer Regie schnell wieder der graue wie titellose Absturz ins Alltägliche. Brian Clough in Nottingham wurde Legende wie Alex Ferguson in Aberdeen. Kenny Dalglish führte die Blackburn Rovers zum englischen Titel. Dies fast so sensationell wie die Meisterschaft von Felix Magath mit Wolfsburg. Und wer konnte den Europameistertitel im Fußball nach Griechenland holen? Da kann es ja nur einen geben: Otto Rehhagel.

Mittlerweile geht der Fußball andere Wege. Am Beginn dieses Weges ein Trainername, Claudio Ranieri. Er war geschätzter und bei Fans beliebter Trainer des FC Chelsea als das Modell Oligarch die europäische Fußballbühne betrat. Was die Agnellis für Juventus, Berlusconi für Milan und die Morattis für Inter, wurde Roman Abramowitsch für Chelsea. Geld war vorhanden, Titel sollten her. Wenn auch nicht immer planmäßig und zu gewünschten Terminen, die Rechnung ging auf. Alles, was man sich in eine Ruhmeshalle des Fußballs stellen kann, wurde vom FC Chelsea gewonnen. An der Linie nicht mehr Ranieri. Der Italiener musste schnell klangvolleren Namen weichen. Der Edelclub aus London wollte Topnamen an der Seitenlinie. Mourinho, Hiddink, Scolari und Ancelotti hießen die Durchlaufstationen.

Selbiger Ranieri ist nun wieder Teil eines atemberaubenden Anfangs. An dessen Ende soll auch der europäische Fußballthron stehen. Ein anderer russischer Oligarch, Dmitri Rybolowlew, machte sich auf ins Fürstentum Monaco, auch im Steuerparadies wird Fußball gespielt.

Die Heimspielstätte des AS Monaco, das Stade Louis II, liegt direkt im Zentrum des Fürstentums an der Côte d'Azur.

Die Heimspielstätte des AS Monaco, das Stade Louis II, liegt direkt im Zentrum des Fürstentums an der Côte d’Azur.

Der AS Monaco stieg gerade von der zweiten in die erste französische Liga auf. Den Edelkickern des Planeten klingen seither die Ohren materieller Verlockungen. Monaco ruft – viele werden kommen. Der altgediente Ricardo Carvalho, Abwehrheld von Mourinhos Porto- und Chelsea-Ära, unterschrieb für ein Jahr. Aber auch aktuelle und äußerst begehrte Nationalspieler wie Joao Moutinho und James Rodriguez setzten ihre Vertragsunterschrift sehr schnell in Monaco. 70 Millionen soll dieses Doppel kosten. Den Transferhammer schlechthin landete aber ein anderer. Wie Odysseus den Klang der Sirenen, so vernahm Radamel Falcao den Klang aus Monaco. Er konnte allerdings im Gegensatz zum griechischen Helden nicht widerstehen. Selbst der sagenumwobene Odysseus wäre in Anbetracht der kolportierten Beträge wohl nicht am Hafen von Monaco vorbeigesegelt. 60 Millionen ließ sich der monegassische Club und sein Besitzer den kolumbianischen Tiger angeblich kosten.

Clubbesitzer Rybolowlew hat ein starkes Signal Richtung europäischer Fußballeliten gesetzt und die Transferperiode ist noch längst nicht vorbei. Die Gerüchteküche brodelt, Patrice Evra und Daniel Agger sollen auf der weiteren Wunschliste stehen, neue Namen noch hinzukommen. Ein aus den Fugen geratenes Abenteuer oder eine kommende Großmacht? Monaco wirft ein neues Schlaglicht auf den Fußball der Gegenwart. Fußballeuropa schaut an die Côte d’Azur und reibt sich verwundert die Augen. Nicht nur beim FC Paris Saint-Germain werden sie mit Spannung auf die kommende Saison blicken.

Redaktion Magath & Fußball

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