Mehr als ein Assistent


Veröffentlicht am 25. Juni 2013

0 Flares 0 Flares ×

Mike Phelan verlässt Manchester United

imago12192925m_c

David Moyes handelt, wie ein großer Manager zu handeln hat, er bestellt sein Feld für den Erfolg seines neuen Clubs. Dazu gehört auch die Personalentscheidung für sein Trainerteam. Der neue Boss von Manchester United macht reinen Tisch. Alex Ferguson hat und hätte es nicht anders getan. In der großen Fußballwelt dieser Tage nur eine Randnotiz, David Moyes trennt sich von Fergusons wichtigstem Mitarbeiter und Co-Trainer Mike Phelan. Wie Napoleon seinen großen Marschall Ney hätte wohl auch Alex Ferguson seinen Assistenten Mike Phelan „le brave des braves“ nennen können. Wer ihm die Presse vom Hals hielt, genoss bei Ferguson stets eine Art Heldenstatus. Auch Phelan warf sich für seinen Boss in ungeliebte Schlachten, war darin einer der Tapfersten. Besonders in Sachen BBC-Interviews war Phelan gefordert wie unersetzlich. Er trat vor und nach dem Spiel den BBC-Sportleuten gegenüber, Ferguson hatte sich diesen schon vor vielen Jahren verweigert. Immer öfter ging Phelan auch in Pressekonferenzen. Dort schlug er sich nicht nur tapfer, sondern stets charmant wie gewandt und absolut sachorientiert aus der Affäre, stellte manche Reporterfrage und ihren Erzeuger bloß, dem Sir muss das Herz aufgegangen sein.

Auf dem Gelände des Trafford Trainings Center konnte die Stimme Mike Phelans der seines schottischen Chefs standhalten. Seine Fachkompetenz und seine Lautstärke wurden von seinem Chef wie den Spielern geschätzt. Natürlich auch er ein früherer United-Spieler, von 1989 bis 1994 spielte er im Old Trafford, wurde Teil der erfolgshungrigen Jahre, machte sogar ein Länderspiel, es blieb sein einziges. In Manchester wurde er ein geschätzter Ergänzungs- und Auswechselspieler, im Training ein Weltmeister an Fleiß und Einsatz, Ferguson merke sich diese Einstellung. Nach der Spielerkarriere kurze wie unbedeutende Trainerstationen und dann 2008 der erneute Ruf aus Manchester, diesmal auf die Trainerbank. Phelan entwickelte sich zu einem Aktivposten und Vulkan auf dem Trainingsplatz, zeigte auch Flagge während der Partien, blieb immer loyal. Der Mann aus dem Nordwesten Englands brachte alles mit, was Alex Ferguson schätzte, war dessen rechte Hand während dreier Premier League-Titel.

Nun ist es vorbei. Für den Marschall Ney ging das napoleonische Ende schlimm aus. Mike Phelan muss mit keinerlei Drama rechnen, er hat sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, dieser wurde in der Liga vernommen. Bald könnte Phelan auf die Trainerbank zurückkehren, dann wohl nicht als Co, sondern als Chef. Wiedersehen mit David Moyes nicht ausgeschlossen.

Redaktion Magath & Fußball

Schreibe einen Kommentar