Felix Magath im Interview – Teil I


Veröffentlicht am 20. Juli 2013

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Liebe Seitenbesucher, Leser, Facebook-Freunde und Fans!

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In großer Zahl und in vielerlei Gestalt und Form erreichten mich in den vergangenen Tagen und Wochen Eure Grüße und Fragen. Einige möchte ich nun in einem vierteiligen Interview hier veröffentlichen. Vorab ein herzliches Dankeschön für das große Interesse an Magath & Fußball und viel Spaß beim Lesen. Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Bis bald! Euer Felix Magath

Philipp Herrmann: Haben Sie zu jedem Ihrer Vereine eine emotionale Bindung gehabt? Bzw. hat man als Bundesligatrainer überhaupt eine emotionale Bindung zu seinem Verein?

Felix Magath: Natürlich hatte ich zum HSV eine starke, emotionale Bindung. Es war der Verein meiner Spielerkarriere und großer persönlicher Erfolge, außerdem meine erste wichtige Trainerstation. Aber diese emotionale Bindung hat mir auch nicht geholfen. Insofern habe ich gelernt, dass im Profifußball Emotionen wenig helfen, weil keiner auf sie Rücksicht nimmt. Diese Tatsache muss man akzeptieren.

Thomas Job: Was ist Ihr Statement zum Lizenzentzug des MSV Duisburg und zum Niedergang von vielen Traditionsvereinen wie Alemannia Aachen, Rot-Weiss Essen, KFC Uerdingen, Wuppertaler SV, Darmstadt 98, Hansa Rostock, 1.FC Saarbrücken, Waldhof Mannheim usw.? Muss DFL/DFB aufpassen, dass die Spannung und das Interesse an 1. und 2. Liga nachlässt, wenn Traditionsvereine durch „Retorten-Clubs“ wie Hoffenheim, RB Leipzig usw. ersetzt werden?

Felix Magath: Eine seit langem zu beobachtende Entwicklung im internationalen Fußball setzt sich fort. Clubs mit viel Kapital werden das Bild der großen Ligen bestimmen, daran wird sich in unserer Gesellschaft vorläufig nichts mehr ändern. Ehrwürdige Traditionsvereine haben gerade auch durch die zahlenmäßig große Anhängerschaft von Fans ein enormes Potential und könnten dadurch Wirtschaftskraft entfachen – müssen aber endlich die Realitäten der Profiwelt und des Geschäfts akzeptieren und nutzen. Da sind oft viele Chancen durch schwerwiegende Fehlentscheidungen verspielt worden. Nur Fußballromantik bringt keinen Fortschritt.

Niklas Berkel: Wenn Sie zu einem neuen Verein kommen, stellen Sie Ihr Spielsystem nach den Spielern, die Sie da vorfinden ein, oder versuchen Sie Ihr Spielsystem, welches Sie am liebsten spielen lassen würden, einzustellen?

Felix Magath: Der Mensch und Fußballer steht bei mir im Mittelpunkt, daher versuche ich für die vorhandene Spielergruppe das beste System zu finden. Wenn ich bei einem Verein, wie im Jahr 2007, nur zwölf Lizenzspieler vorfinde und eine Mannschaft zusammenstellen muss, bevorzuge ich das 4-4-2 System. Ich spiele am liebsten mit zwei Stürmern. Man muss als Trainer natürlich flexibel bleiben.

Maximilian Hinzpeter: Sehr geehrter Herr Magath, großes Lob an Ihren Facebook-Auftritt und die teilweise sehr interessanten Themen der Website. Was halten Sie von der Aussage: „Mit Bayern wird ja jeder Meister“?

Felix Magath: Dem ist nicht immer so. Die Statistik der letzten Jahre zeigt, dass dies eben nicht der Fall ist. Natürlich hat der FC Bayern mit Abstand die besten Spieler und den qualitativ stärksten Kader, müsste daher jedes Jahr Meister werden.

Wolfgang Friedrich: Hallo Felix, spielen Sie in Ihrer Freizeit noch Schach? Evtl. im Internet? Haben Sie eine Wertungszahl bzw. wie schätzen Sie Ihre Spielstärke ein?

Felix Magath: Im Moment glaube ich, da ich nicht wie gewünscht zum regelmäßigen Schachspielen komme, meine Leidenschaft ist größer als mein Können. Ich konnte ja einst bei einer Simultanpartie dem Weltmeister Kasparow über 30 Züge standhalten, da bin ich heute auch noch ein klein wenig stolz. Schach ist für mich allerdings immer noch die zweitschönste Sportart.

*Lesen Sie am Sonntag, 21. Juli, Teil II des Interviews bei Magath & Fußball!

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