Tanz auf dem Vulkan


Veröffentlicht am 15. August 2013

0 Flares 0 Flares ×

Stadion von Guadalajara stößt in neue Dimensionen vor

An den XVI. Panamerikanischen Spielen im Estadio Omnilife in Guadalajara nahmen 42 Länder in 36 Sportarten teil. Dieses spektakuläre Bild entstand während der Eröffnungsveranstaltung am 14. Oktober 2011.

An den XVI. Panamerikanischen Spielen im Estadio Omnilife in Guadalajara nahmen 42 Länder in 36 Sportarten teil. Dieses spektakuläre Bild entstand während der Eröffnungsveranstaltung am 14. Oktober 2011.

Was da am 29. Juli 2010 das Fußballlicht der Welt erblickte, gilt als eines der Meisterwerke der Stadionkultur weltweit. Der französische Stardesigner Jean-Marie Massaud, bekannt für seine kühnen Schwünge und weiten Konturen, schuf in der mexikanischen Stadt Guadalajara (Vorort Zapopan) gemeinsam mit dem Architekturbüro „Studio Massaud-Pouzet“ ein hochmodernes und futuristisches Fußballstadion, welches die Stadionliebhaber dieser Welt in Entzücken und seine Besucher in andere Sphären versetzt.

So jedenfalls Fans des Club Deportivo Guadalajara, der dort seine Heimstatt hat. Das Estadio Omnilife bietet außer der großartigen Architektur und seinem hochmodernen Design, womit auch einige andere Multifunktionsarenen rund um den Erdball glänzen, noch etwas Einmaliges, womit kein Fußballtempel dieser Welt aufwarten kann. Die Planer haben das Stadion in einen Krater gesetzt, der Name „el volcán“ ist im Volksmund längst gängiger Stadionname. Um diesen Stadionnamen gab es im Vorfeld viel Hickhack und Sponsorenstreit, am Ende wurde es „Omnilife“, der Firmenname von Besitzer Jorge Vergara, der gleichzeitig Präsident des Fußballvereins Deportivo Guadalajara ist. Die Fans der Chivas, so der Spitzname von Deportivo, hatten sich da längst für „den Vulkan“ entschieden.

Das Stadion befindet sich, komplett mit allen Außenanlagen und Parkplätzen, in einem Krater eingebettet. Die gesamte Infrastruktur ist in diesem Krater integriert, für den Besucher und Gast nicht wahrnehmbar. Von außen erkennt man nur einen ovalen grünen Wall und ein darauf thronendes futuristisches Dach, welches seine Umgebung magisch überstrahlt, sich als optisches und architektonisches Highlight in die wundervolle Landschaft einpasst. Im Inneren versetzt das Ambiente den Besucher in regelrechte Trance, verträumt entschwebende Gemüter haben das Gefühl, sich auf Computer und nicht auf Bänke oder Sitzreihen zu platzieren, fühlen sich als geborgener Teil der Moderne. Fußballtrainer, die dort mit ihren Teams gastieren, denken bei Annäherung an das Thema Vulkan eher an den sportlichen Tanz auf selbigem und die Ähnlichkeit eines eruptiven Vulkanausbruchs mit der Wirkungskraft eines Schleudersitzes. Der Ausstrahlung des Estadio Omnilife können aber auch die Männer auf der Trainerbank sich nicht ganz entziehen.

Am 29. Juli 2010 wurde „el volcáno“ unter dem Namen „Estadio Omnilife“ eingeweiht. Mexikos Präsident Felipe Calderón machte dem Wunderbau und seinen Schöpfern die Aufwartung. An seiner Seite kirchliche Würdenträger, Funktionäre des nationalen und kontinentalen Fußballverbands sowie der FIFA. Glanz und Ruhm von „el volcáno“ hatten schnell die Runde um den Fußballplaneten gemacht, den Anblick wollte sich keiner entgehen lassen. Das Eröffnungsspiel bestritten dann einen Tag später die Teams von Deportivo Guadalajara und Manchester United, gleichzeitig Ablösespiel für Javier Hernández, der in der Saison 2009/2010 für Deportivo spielte und für die Saison 2010/2011 zu Manchester United wechselte.

Hernández, von seinen Landsleuten nur Chicharito – die Erbse – genannt, spielte die erste Halbzeit für sein altes Team und die zweite Halbzeit in Reihen seiner neuen Mannschaft. In der 8. Minute schrieb er sich in die Geschichtsbücher von „el volcáno“ ein, er erzielte das erste Tor im Stadion überhaupt. Für Deportivo war das Eröffnungsspiel auch ein gutes Omen, man besiegte Alex Fergusons Starensemble mit 3:2 und feierte einen bravourösen Einstand in der neuen Spielstätte.

Die Absicht der Schöpfer, etwas Außergewöhnliches zu schaffen, ist grandios in die Tat umgesetzt worden. Unter den Stadien der Welt ist „el volcáno“ (Estadio Omnilife) ein besonderes Juwel und besticht durch seine Einzigartigkeit. Uwe Seeler sagte einst: „Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball“ – in Guadalajara gibt es zum Geheimnis Fußball nun auch den passenden magischen Ort.

Redaktion Magath & Fußball

Schreibe einen Kommentar