Ist sie – oder ist sie nicht?


Veröffentlicht am 17. August 2013

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Britische Königin angeblich West Ham-Fan

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Wenn die Saison losgeht, werden sich auch in England Promis wieder laut und schrill oder still und leise, je nach Kunstform, Bedeutung oder Begabung, zu ihren Vereinen äußern und bekennen. Eine wird schweigen, Queen Elisabeth II. Fußball genießt Majestät eher still, bei Anwesenheit im Stadion interessiert und daheim in Windsor Castle angeblich auch sehr engagiert, darf man einem der üblichen Hofausplauderer der Neuzeit glauben. Im Jahre 2009 konnte von dieser Spezies mal wieder einer seinen Mund nicht halten, schon brach sich die Meldung Bahn und füllte die Titelseiten.

Die Königin hätte gegenüber Mitarbeitern geäußert, sie sei West Ham-Fan. Vom Palast keine Bestätigung noch irgendein Kommentar, Neutralität und Diskretion ist angesagt – auch in Sachen Fußball – und wird von der Chefin des Hauses Windsor so klug gehandhabt wie von keinem Mitglied ihrer königlichen Familie. Bei Pferderennen verhält es sich etwas anders, da ist sie schon mal wirklich aus dem Häuschen. Beim ‚Gold Cup‘ 2013 in Royal Ascot gewann ihre Stute „Estimate“ das Rennen. Erstmals in der 207-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbs siegte das Pferd eines britischen Monarchen. Der Zieleinlauf riss die Königin vor Freude förmlich vom Sitz. Solche Gefühlsausbrüche sind beim Fußball nicht zu erwarten. Und West Ham-United steht aller Voraussicht nach demnächst auch nicht vor einem großen Titel, der Könige oder Untertanen vom Sitz rutschen lässt.

Der Palast wird weiter schweigen und die Königin sich Fußballspiele anschauen. Wem sie die Daumen drückt, es bleibt ihr Geheimnis. Aber vielleicht ist es ja längst kein Geheimnis mehr? Wie gut sie über das Geschehen um das runde Leder Bescheid weiß, konnte Alex Ferguson bei seinem Ritterschlag im Jahr 1999 erleben, die Queen kannte den Tabellenstand der Liga und war gut informiert, der frischgeadelte Sir beeindruckt.

Im kollektiven Gedächtnis der Fußballgeschichte hat sich Elisabeth II längst für immer verewigt. Wer kann jenen Zuspruch für Uwe Seeler vergessen, den sie dem deutschen Kapitän nach der Final-Niederlage von Wembley auf der Ehrentribüne hat zuteilwerden lassen? Den Titel konnte „uns Uwe“ nicht mit nach Deutschland nehmen. Ist aber je ein geschlagener Fußballer edler und königlicher getröstet worden?

Redaktion Magath & Fußball

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