Brasilien WM 2014 (III) – „Arena de São Paulo“


Veröffentlicht am 21. Oktober 2013

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Eröffnungsspiel der WM 2014 steigt in São Paulo

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Arbeit und Leben sind in Brasilien längst wichtiger als Fußball, das runde Leder kann den Alltag nicht mehr überblenden, die Ereignisse um den Confed-Cup werden weltweit in Erinnerung bleiben. In São Paulo immerhin eine gute Symbiose, die Ausrichtung der WM 2014 bietet vielen Menschen Arbeitsplätze. 6.000 Bauarbeiter, Fachkräfte und Dienstleister werden um die Entstehung der „Arena de São Paulo“ zurzeit beschäftigt. Im Ortsteil Itaquera wird ein Lebenstraum der Anhänger des Sport Club Corinthians Paulista wahr, die WM beschert dem Club einen funkelnden Stadionneubau, eine Perle der Sportanlagenarchitektur. Der Verein mit der größten Anhängerschaft in der bevölkerungsreichsten Stadt Brasiliens, immerhin Club-Weltmeister 2012, hatte nie eine eigene Spielstätte besessen.

In São Paulo sind drei Erzrivalen des brasilianischen Fußballs beheimatet: Palmeiras, der FC São Paulo und eben Corinthians. Man ist die gefühlte Fußballhauptstadt des Landes, ein würdiger Austragungsort für große Fußballspiele. Itaquera liegt im Ostteil von São Paulo und gehört mit seinen fast vier Millionen Einwohnern zu den ärmsten Gebieten der Stadt. Zum Stadionbau gehört auch ein intensiver Ausbau der fehlenden Infrastruktur. Im Bau befindet sich auch die Anbindung des Stadions an den internationalen Flughafen. Trotz einiger Probleme auf der Strecke – für Gastgebeländer von so gigantischen Sportveranstaltungen nicht ungewöhnlich – liegt man jetzt ungefähr im Zeitplan, alles scheint auf einem guten Weg. Im Sommer 2014 wird die Welt auf Brasilien und auch auf die „Arena de São Paulo“ blicken, hier steigt am 12. Juni 2014 unter Beteiligung von Gastgeber Brasilien die Eröffnungsparty und das Eröffnungsspiel. Fünf weitere Begegnungen werden hier noch stattfinden.

Wenn Rio de Janeiro eine Art Aushängeschild und Fenster zur Welt, dann ist São Paulo mit seinen elf Millionen Einwohnern nicht nur die größte Stadt des Landes, sondern der finanzielle und geschäftliche Mittelpunkt Brasiliens. Hier schlägt das Herz der Wirtschaftsmacht Brasilien. Wie London und sein Nebel hat auch São Paulo eine unverkennbare meteorologische Eigenart: es wird oft von Regenfällen heimgesucht, die Region trägt den Spitznamen „Terra da Garoa“ (Land des Nieselregens). São Paulo, mit seiner grandiosen Skyline, ist aber nicht nur Fußball und Wirtschaft, sondern eine weltweit geachtete Kulturstadt mit hochwertigen Konzerten und Ausstellungen. Gäste werden in São Paulo fürstlich bewirtet, über 12.000 Restaurants und Lokale bieten einheimische Küche sowie internationale, kulinarische Kostbarkeiten. Ob Gourmet oder Gourmand, jeder kommt auf seine Kosten.

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Die Einwohner von São Paulo sind besonders stolz auf das Anrecht als Geburtsstätte des brasilianischen Fußballs zu gelten. Hier war auch die Heimat von Charles Miller, Sohn schottischer Einwanderer. Miller hatte zwar in Brasilien das Licht der Welt erblickt, lernte allerdings in einem englischen Internat das faszinierende Fußballspiel kennen und kam von der Faszination nie mehr los. Bei seiner Rückkehr wollte er nicht auf das Spiel mit dem Ball verzichten, brachte im Jahr 1884 den Fußball also in die Stadt São Paulo. Miller ahnte nicht, was er auslösen würde, die Lunte war gelegt, die Flut der Begeisterung schwoll an und schwappte bald durchs ganze Land. Das schönste Spiel der Welt wurde bald Herzens- und Glaubensangelegenheit eines ganzen Volkes.

Die „Arena São Paulo“, auch „Arena Corinthians“ genannt, wird bei Fertigstellung 68.000 Zuschauer fassen. Ein besonderes Highlight wird die weltweit größte Videoleinwand in einer Sportstätte. Die Zuschauerzahl der „Arena Corinthians“ wird nach dem WM-Turnier um ca. 20.000 Plätze reduziert werden, dann neue Heimat für Fans und Spieler von Corinthians. Zuvor werden die Bewohner von Itaquera aber großartige Gastgeber für die Fußballwelt und heißblütige Unterstützer ihrer Seleção sein. Der Tisch für die WM-Eröffnung und ein großartiges Fußballfest beginnt sich langsam zu decken.

Redaktion Magath & Fußball

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