Regisseure im Einklang


Veröffentlicht am 12. Dezember 2013

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UEFA Präsident plädiert für mehr Gerechtigkeit bei Bestrafungen

Michel Platini (re) und Felix Magath (li)

Michel Platini (re) und Felix Magath (li)

In Sachen Tortechnologie war Felix Magath immer ein Vertreter der Moderne wie der Nutzung von Technik zur Herbeiführung fairer Wettbewerbsbedingungen. Dieser Modernisierung, die sich inzwischen auch die FIFA auf die Fahne geschrieben hat, hinkt der UEFA Präsident Michel Platini noch hinterher, spricht lieber von Torschiedsrichtern und guten Brillen, bleibt ein hartnäckiger Ablehner. Im Themenfeld Spielstrafen/Strafenkatalog/Bestrafung hat es jetzt zwischen Platini und Magath eine Annäherung gegeben. Man könnte von Einklang reden. Der Franzose hat sich auf die Argumente des Deutschen zubewegt.

Seit kurzem ist nun auch der UEFA-Präsident der Meinung, eine Zeitstrafe sei gerechter als eine Gelbe Karte. Zudem sollten Torhüter bei einem von ihnen verschuldeten Elfmeter nicht auch noch Rot bekommen. Platini hat sich dabei inhaltlich auch viele frühere Magath-Argumente zu eigen gemacht, will nun die Varianten prüfen lassen. „Eine Zeitstrafe sei fairer, da sie den direkten Gegner bevorteile und nicht irgendeine Mannschaft in der Zukunft, wenn der Spieler wegen einer Gelbsperre fehle“, so Platini, dabei in Übereinstimmung mit früheren Magath-Äußerungen. Außerdem nahm sich Platini auch gleich des Themas Foul von Torhütern an: „Rote Karte. Das scheint übertrieben. Der Elfmeter ist Strafe genug.“

Felix Magath hatte schon 2007 und 2009 die Diskussion angestoßen: Sperren in Folge von Gelben und Roten Karten durch Zeit- und Geldstrafen zu ersetzen, im Strafen-Katalog kreativer und näher an der Praxis zu agieren. Bei einer Zeitstrafe wäre der aktuelle Gegner Profiteur und nicht erst der Gegner vom nächsten Spieltag. Auch Geldstrafen befürwortet Felix Magath durchaus. Deren Einnahmen sähe er gerne im Breiten- und Amateursport investiert. Besonders die Doppel- und Dreifachbestrafung findet Felix Magath nicht angemessen: „Ich halte es einfach für völlig unverhältnismäßig, wenn ein Spieler wegen eines Foulspiels und weil er dazu auch noch letzter Mann war, auch noch vom Platz gestellt wird. Ich bin der Meinung, dass man das Spiel nicht so stark von außen beeinflussen, sondern lieber vorsichtiger mit Strafen umgehen sollte. Ich halte Spielsperren als Strafe nicht mehr für zeitgemäß. Es sei denn, es gibt wirklich schwere Foulspiele bei denen man die Gesundheit des Gegenspielers gefährdet – dann sollte es auch Spielstrafen geben. Aber ansonsten, also für Trikot hochziehen oder sonstige Bagatellen, halte ich Spielstrafen überhaupt nicht für angebracht.“

Diese Anregungen werden hoffentlich noch breitere Kreise ziehen, eine Diskussion eröffnen, die zu Ergebnissen führt, die den Fußball und sein Regelwerk fairer machen. Zwei ehemals grandiose Regisseure ihrer Teams nun als gemeinsame Verfechter einer Modernisierung im Strafenkatalog, ein starkes Gespann.

Redaktion Magath & Fußball

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