Halbzeit – Bundesliga


Veröffentlicht am 29. Dezember 2013

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Die Bundesliga nach 17 Spieltagen

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Was an Glück und Pech auf der Strecke, es beginnt zu verblassen, Ärger verraucht, Trainerhaare werden grau, Aufregungen verhallen, Irrtümer sind Geschichte, die erste Hälfte ist durch. Was allerdings nicht der Vergessenheit anheimfällt, wie ein Monolith in der Fußballlandschaft steht, dort von niemandem ignoriert oder vergessen werden kann, die Tabelle. Nach 17. Spieltagen ist die Hinrunde Geschichte, Halbzeit in der Saison 2013/2014. Es muss nicht ständig wiederholt werden, die Bayern spielen längst in ihrer eigenen Liga, der Rest kann sich zwischen Platz zwei und 18 tummeln. Am Ende stehen dann Champions League Teilnahme oder Abstieg, je nachdem. Nur die Meisterschaft – da kann es nur einen geben. Immer wieder Bayern, daran werden wir uns die nächsten Jahre gewöhnen müssen.

Unter dem analytischen Blick von Lucien Favre, marschiert derweil die Borussia aus Gladbach Richtung zweiten Platz und hat dabei den Champions League Finalisten und Namensvetter als Konkurrenz an der Seite. Die Dortmunder sind nicht mehr auf dem Höhenflug der letzten Jahre, bleiben aber in Bestbesetzung der heißeste Kandidat für die Vizemeisterschaft und der Top-Klub vom Rest. Von oben und unten eingerahmt sind die beiden Traditions-Teams momentan noch von den Werksmannschaften. Die Leverkusener könnten dabei für die Fohlenelf und den BVB heißer Mitbewerber in Sachen Vize und CL-Teilnahme bleiben. Bei Schalke mal wieder nichts mit einer Meisterschaft oder gar Augenhöhe zu den Bayern oder Dortmund. Same procedure as every year.

Positiv überraschend, die Hertha. In Berlin herrscht berechtigte Zufriedenheit mit der bisherigen Rückkehr ins Oberhaus. Beeindruckend auch die Leistung der Augsburger. In Augsburg und Mainz können Trainer ruhig und ungestört von Einmischungen wie Funktionärsaufgeregtheiten ihrer Arbeit nachgehen, eine beachtenswerte Tatsache. Auch der ehrliche und bienenfleißige Christian Streich genießt in Freiburg Rückendeckung wie Vertrauen, diese Treue wird sich in der Rückrunde auszahlen. An anderen Orten werden Trainer dagegen demontiert und/oder zu Sündenböcken für alles gemacht. Keine ganz neue Entwicklung. Das Geschehen im Tabellenmittelbau kann man kaum bewerten, eine Art Wundertüte, die für Ausschläge nach oben und unten sorgt, den jeweiligen Fans dauerhafte „Heiß-Kalt-Bäder“ bietet. Nichts für schwache Nerven. Bremen und Stuttgart seien als Beispiel genannt. Hannover hinkt Ansprüchen und Zielen hinterher. Nürnberg ist in einem extrem schwierigen Fahrwasser. Der neue Trainer Verbeek bringt es auf den Punkt: „Ich weiß, dass das böse enden kann.“

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Das Abstiegsgespenst ist zwar Dauergast in Braunschweig. Die Braunschweiger haben allerdings nichts anderes erwartet, können daraus eventuell sogar Kraft und Luft für die zweite Saisonhälfte schöpfen. Wo der Bundesligadauergast HSV noch Kraft schöpfen soll, erschließt sich kaum. Fans und Getreue verzweifeln seit Jahren an ihrem Hamburger Sportverein. Der Verein krankt dauerhaft unter seiner unprofessionellen Struktur. Im Augenblick umschwirren mehrere „Rettungsinitiativen“ den Verein, am 19. Januar 2014 soll eine Mitgliederversammlung entscheiden und die Weichen in die Moderne stellen. In Frankfurt und Hoffenheim weiß man wohl selbst nicht so ganz genau, wo man in dieser Saison steht, aber man hält Ruhe und geht seiner Arbeit nach, gute Voraussetzungen für tabellarische Verbesserungen in der Rückrunde.

Auf diese Rückrunde darf man durchaus gespannt sein, hinter dem Meistertitel gibt es einige Unwägbarkeiten, Fallhöhen und Rätsel. Bis zu deren Lösung müssen wir uns gedulden und an Bert Brecht halten: „Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Redaktion Magath & Fußball

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