Namensvettern


Veröffentlicht am 27. März 2014

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Seit Jahresbeginn steht Ernesto Chevantón bei Liverpool Fútbol Club unter Vertrag. Der einstige Nationalspieler Uruguays (22 Spiele, sieben Tore) ist auch in Europa kein Unbekannter, spielte unter anderem für den AS Monaco, den FC Sevilla und 2013 zuletzt unter Harry Redknapp für die Queens Park Rangers.

Seit Jahresbeginn steht Ernesto Chevantón bei Liverpool Fútbol Club unter Vertrag. Der einstige Nationalspieler Uruguays (22 Spiele, sieben Tore) ist auch in Europa kein Unbekannter, spielte unter anderem für den AS Monaco, den FC Sevilla und 2013 zuletzt unter Harry Redknapp für die Queens Park Rangers.

The Reds in doppelter Ausführung

11.000 Kilometer von der Anfield Road entfernt finden wir die malerische Heimat vom Liverpool FC, auch Liverpool Fútbol Club genannt. Kein redaktioneller Aprilscherz im März, sondern eine liebenswerte Skurrilität, wie sie einem auf dem Fußball-Globus ab und an begegnet. In deutschen Gefilden schreibt und spricht man lieber gleich von „Liverpool Montevideo“, um nicht einen irrigen Blick Richtung des großen Liverpool Football Club zu provozieren. Während dort die Männer um Kapitän Steven Gerrard um den Titel mitspielen, dabei an große Zeiten anknüpfen wollen, stehen ihre Namensvettern am Rio de la Plata wieder mal nur im Tabellenmittelfeld, der oftmalige Zweite des uruguayischen Fußballs hat auch in diesem Jahr keine Meisterchancen mehr, selbst als Vize wird man wohl nicht mehr über die Zielgerade kommen.

imago01917091m_cDer Name Liverpool FC ist nicht unbedingt naheliegend wenn man an Ligaspieltage und Vereinsfußball in Südamerika denkt. Der Namenszwilling verdankt seine Herkunft der großen Zeit der Ozeanriesen und schwimmenden Industrieschiffe, wie sie mit Beginn des 20. Jahrhunderts die Meere durchpflügten. Früher spielten Studenten nicht FIFA, sondern Fußball und gründeten Vereine. Ein katholisches Studententeam der Kapuziner begann 1908 mit dem Ballsport und suchte einen Vereinsnamen. Da zu dieser Zeit die meisten Versorgungs- und Kohleschiffe im Hafen von Montevideo aus dem Heimathafen Liverpool, der großen Industriestadt des Empire ankamen, entschied man sich aus Laune oder wegen des guten Klangs für den Namen Liverpool und gründete am 12. Februar 1915 den Liverpool Fútbol Club. Vier Jahre später stiegen die Liverpooler aus Montevideo bereits in die höchste Spielklasse Uruguays auf. Diese Liga wurde angestammte Heimat von „Liverpool Montevideo“, einen Titel hat es aber bis heute nicht gegeben. Da wollte man nun doch das Glück erzwingen, nahm Bezug zu den berühmten Namensverwandten und Titeljägern auf der britischen Insel, stattete ab der Saison 2005/2006 das eigene Team mit komplett roten Auswärtstrikots aus. Nun liefen auch in Uruguays Top-Liga die Reds auf. Mit der Farbwahl hat es toll geklappt, die Fans sind begeistert. Nun muss man nur noch bei den Titeln nachlegen, da halfen auch die roten Trikots bisher nicht.

Redaktion Magath & Fußball

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