Brasilien WM 2014 (X) – Fischerdorf und Weltfußball


Veröffentlicht am 8. Mai 2014

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DFB baut WM-Quartier

Brasilien, eines der traumhaftesten und grandiosesten Länder diese Erde, bedeckt eine Fläche von ungefähr 8,5 Millionen km² und beherbergt 192 Millionen Einwohner. In diesem gigantischen Land sollte es kein angemessenes Quartier für die deutsche Fußballnationalmannschaft geben? Deswegen wird also gebaut? Was man vom Quartierbau „Campo Bahia“ des DFB aus dem fernen Fischerdorf Santo André in Brasilien hört und in vielen Reportagen deutscher und internationaler Medien lesen kann, lässt Fragen aufkommen.

Gibt es in Brasilien wirklich kein der deutschen Gemütlichkeit und unserer Gründlichkeit entsprechendes Hotel oder eine Anlage, die den Granden von Verband und Nationalelf zusagt, kein vorhandener Ort und Bau der optimalen Vorbereitung zur Erringung des WM-Titels? Warum baut nur einer der 32 WM-Teilnehmer, und das sind dann ausgerechnet wir? Der Titelverteidiger Spanien und der Gastgeber Brasilien wollen ganz klar Weltmeister werden, Bauherren wollen sie auf dem Weg dorthin nicht sein. Der letzte deutsche Titel, wenn auch „nur“ Europameister, geholt in London 1996, wurde auch ohne eigene Architektur- und Baupläne errungen.

Es scheint sich eine Aneinanderreihung von Problemen zu ergeben, die vor allem für Schlagzeilen sorgen, und von denen der Zeitfaktor offenkundig noch das geringste Übel ist, aber mit Blick auf den Kalender nicht unbedingt für Entspannung sorgen kann. Müssen wir unserem fußballerischen Eliteorchester, der Nationalelf, diesem Vorgeplänkel aussetzen? Wer einmal ein Haus gebaut oder sich auf Großbaustellen umschaut, der weiß um die Falltiefen von Bauplänen, unvorhergesehenen Ereignissen, explodierenden Kosten und stetig unzufriedenen Nachbarn. Warum also dieser unwägbare Weg? Die brasilianische Tageszeitung „Folha de São Paulo“ schickte Reporter nach Santo André und die hatten einiges zu berichten, die Mängelliste hört sich baustellentypisch an, angereichert durch lokale Gegebenheiten. Der Spiegel berichtet in einer seiner letzten Ausgaben ähnliches und noch einiges mehr. Hier sollen nicht diese Berichte wiederholt, eher der Wunsch geäußert werden, es möge hoffentlich bald nur noch um Fußball gehen und der Ball endlich rollen. Ein eklatanter Mangel scheint aber dann doch bedrohlich für jedwede Titelchancen und sei hier deshalb warnend in den Raum gestellt. Es hält sich das Gerücht, dass es vor Ort extreme Probleme mit Internet- und Handy-Verbindungen gäbe. Man stelle sich eine Schar Fußballprofis über einen längeren Zeitraum ohne stetigen Zugang in die virtuelle Lebenswelt vor, welch ein Desaster für Harmonie und Glückseligkeit! Am Ende müssten sich alle noch den ganzen Tag unterhalten und miteinander reden, vom Griff zum alten Kartenspiel ganz zu schweigen…

Redaktion Magath & Fußball

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