Arbeit gegen Starkult


Veröffentlicht am 23. Mai 2014

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Erfolgswelle mit Atlético: Raúl Garcia, Koke u. Diego Godin

Erfolgswelle mit Atlético: Raúl Garcia, Koke u. Diego Godin

In Lissabon steigt CL-Finale Atlético vs. Real

Was in Lissabon ins Haus steht ist eine Fortsetzung der Primera División mit anderen Mitteln. Atlético Madrid ist schon vor Anpfiff Sieger, zu verlieren gibt es nichts mehr. Nach 18 Jahren hat man gegen die übermächtigen Giganten Barca und Real endlich wieder einen spanischen Meistertitel geholt. Atlético gehört von Auftritt und Namen wieder zur Crème de la Crème des kontinentalen Fußballs. Das Team von Diego Simeone kann Fußball arbeiten, ist mit einem beängstigenden Siegeswillen ausgestattet. An der Seitenlinie dirigiert der Argentinier seine Mannschaft und die Fans mit Feuereifer, dabei eine Mischung aus Vulkan und Zirkusdirektor. Dieser unbändige Wille von Team und Trainer brachte Atlético in aussichtslosen Saisonsituationen immer wieder auf die Siegerstraße, ließ verloren geglaubte Punkte noch aufs eigene Konto wandern. Simeones Mannschaft bietet tollen Fußball, ehrt diesen Sport durch Teamgeist und pure Lust am Spiel. Atlético geht mit taktischen und personellen Möglichkeiten ins Endspiel von Lissabon und bringt die Tugend der Disziplin mit. Simeone kann eine achtjährige Trainerkariere mit seinem ersten Champions League Titel krönen. Mit der Achse Courtois, Godin, Juanfran, Miranda, Gabi, Koke und Diego Costa kann er jeden Gegner aus den Angeln heben. Atlético verfügt über großartige Spieler, die dank Simeone in erster Linie phantastische Fußballer und dann erst Stars sind. Die Mischung stimmt, das Selbstbewusstsein ist prall.

An großen Spielern mangelt es auch dem Gegenüber Carlo Ancelotti nicht, dessen Trainerlaufbahn schon zweiundzwanzig Jahre währt. Mit dem Klang der Namen kann er Atlético (noch) in den Schatten stellen. Seine Spieler sind an manchen Tagen auch Entertainer. Ancelotti versucht im Stil eines Grandseigneurs auf dieser Bühne die Fußballer zum Vorschein zu bringen. Bisher hat er bei Real darin einigen Erfolg. Er wäre der erste Trainer welcher den Champions League Titel zum dritten Mal gewinnt. Ob sich in der Nacht von Lissabon Gareth Bale und Christiano Ronaldo divenhaft die Freistoßausführung missgönnen oder der Weltfußballer sich in Überposen verliert, ihm das Spiel aus dem Blick gerät, es kann den Ausgang der Partie entscheiden. Bei voller Konzentration kann Real ihrem Trainer nicht nur dessen Nr. 3 bescheren sondern nach 2002 diese begehrte Trophäe endlich wieder in den Abendhimmel stemmen. Nichts anderes erwartet auch Präsident Florentino Pérez. Real Madrid bringt personelle Qualität ins Endspiel, Ancelottis Ersatzbank verfügt über funktionierende Alternativen. Man ist gerüstet. Ancelottis Fallhöhe ist an diesem Abend höher und gefährlicher als die seines Kollegen. Simeone verliert bei einer Niederlage nicht seinen Heldenstatus. Ancelottis Ruder werden sich im Falle einer Niederlage wesentlich schwerer regen. Solch Ausgang will niemand bei den Königlichen denken, wo selbst Champions League Sieger nicht sicher im Sattel – Jupp Heynckes lässt grüßen.

Carlo Ancelotti kennt den Heldenstatus, weiß um den Kelch der Niederlage. Sein Geschick und der AC Milan brachten ihm zwei Triumphe aber auch das legendäre Endspieldesaster von Istanbul. Ein 3:0 Halbzeitvorsprung pulverisiert, mündete in einer Niederlage. Der damalige Triumphator FC Liverpool galt als Team welches niemals aufgibt. Dieses Diktum passt im Augenblick vortrefflich auf Atlético Madrid. Die Los Rojiblancos vom Fluss Manzanares werden es den königlichen Nachbarn schwer machen, das weiße Ballett wird gewarnt sein. Der Zuschauer darf ein Lokalderby auf Augenhöhe erwarten.

Redaktion Magath & Fußball

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