Lazarett


Veröffentlicht am 28. Mai 2014

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Ausfälle als Schatten über der WM-Vorbereitung

Die WM-Trainer fürchten manchen Gegner, ein frühes Scheitern großer Erwartungen und natürlich die finale Blamage. Dagegen kann man trainieren und bis zur letzten Minute arbeiten. Eine Furcht lässt sich nicht wegtrainieren, der verletzungsbedingte Ausfall wichtiger Kräfte. Das Ende manch großer Hoffnung hängt als Damoklesschwert über den Protagonisten des Weltfußballs. Vor dem ersten Anpfiff hat es einige Akteure leider schon erwischt. In manchem Team sind damit langfristige Überlegungen völlig über den Haufen geworfen. Einige Spieler sind eben schwerlich zu ersetzen, Mannschaftsport hin oder her. Gute Fußballer wachsen auch in unseren Zeiten nicht an den Bäumen, füllen aber das Lazarett. Was in den betroffenen Spielern vorgeht mag man nur erahnen, kann es schwer in Worte kleiden. Jeder geht mit persönlichen Katastrophen anders um. Aus dem DFB Kader erwischte es Lars Bender, der es bündig formulierte: „Ein Traum ist kaputt gegangen.“ Eine Verletzung im Oberschenkel zerstörte die WM-Hoffnung des Leverkuseners.

Nicht nur im DFB-Team kennt man den geplatzten Traum. Belgien muss auf Torgarant Christian Benteke verzichten, Tiefschlag für den „Geheimfavoriten“. Ein Achillessehnenriss machte seine Teilnahme zunichte. Der andere „Geheimfavorit“ Kolumbien teilt dieses Leid. Weltklassemann Radamel Falcao wird wohl auf die WM verzichten müssen oder nur unter Wert spielen können. Ende Januar ein Kreuzbandriss, nun aber Training. Er kämpft um seine Chance. Kolumbien wäre durch den Ausfall oder einen nicht fitten Falcao entscheidend geschwächt. Zentraler Faktor im Spiel von Uruguay sind Kämpferqualität und Torriecher von Luis Suárez. Er könnte ebenfalls vor dem WM-Aus stehen. Im Vollbesitz seiner Kräfte wird er wohl nicht sein, er musste vor wenigen Tagen einen Eingriff am Knie überstehen, will aber zur WM. Eine Muskelverletzung im Aufstiegsspiel zur Premier League setzte den WM-Hoffnungen von Kroatiens Spielmacher Niko Kranjcar ein Ende. Atlético-Akteur Diego Costa könnte um seine WM-Chance gebracht sein, der Oberschenkel macht latente Probleme, die Verletzung nicht ausgeheilt. Spanien würde seinen besten Stürmer der Saison schmerzlich vermissen.

Es ließe sich ein Nationalteam der Mühseligen und Beladenen zusammenstellen. Der Portugiese Silvio fällt aus mit Schienbeinbruch, genau wie Bryan Oviedo aus Costa Rica. Italiens Sturmhoffnung Stephan El Shaarawy laboriert an Nachwirkungen eines Mittelfußbruchs, WM erledigt. Kaputte Kreuzbänder warfen die Engländer Theo Walcott und Jay Rodriguez aus dem Rennen. Barcas Keeper Valdez verlor das WM Ticket ebenfalls durch Kreuzbandriss. In Spaniens Kader fehlt auch Thiago Alcantara, Knie-OP. Hollands Nationaltrainer Louis van Gaal muss seinen Angriff auf den WM Titel ohne Kevin Strootman (Kreuzband- und Meniskusriss) und Jetro Willems (Knorpeleinriss im Knie) starten. Bemerkenswert der mexikanische Klassestürmer Carlos Vela von Real Sociedad San Sebastian. Er erkläre sich selbst für physisch nicht in der Lage am WM Turnier teilzunehmen, Mexiko muss auf seine Tore verzichten.

Für alle Verletzten und Rekonvaleszenten kann es nur den Wunsch auf gute Besserung und vollständige Genesung geben. Mögen diese Spieler uns bei bester Gesundheit und höchstem Leistungsstand in naher Zukunft wieder begeistern. Momentan kein Trost und dennoch Tatsache, es wird auch nach dieser Weltmeisterschaft weiter Fußball gespielt.

Redaktion Magath & Fußball

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