Zwei Weltmeister in Augenschein


Veröffentlicht am 22. Juni 2014

2 Flares 2 Flares ×

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Deutschland und Argentinien an ihrem zweiten Spieltag

Deutschland und Ghana boten ein aufregendes Fußballspiel. Das Ergebnis dieser Partie sorgt für eine Art Endspielcharakter am letzten Spieltag der Gruppe G, dort warten dann die US-Boys auf die Löw-Truppe. Am Achtelfinaleinzug Deutschlands sollte niemand zweifeln. Der WM-Titel mag mit der Leistung gegen Ghana nicht automatisch auf der Hand liegen, dieses 2:2 ist kein Titelgarant aber auch nicht das Ende aller Tage. Die Ordnung löste sich etwas auf, der Abwehrkonstrukt funktionierte nicht optimal, es gab individuelle Fehler, die Raumaufteilung war schlecht, man ließ phasenweise taktische Cleverness vermissen, auch im Aufbauspiel steckte der Fehlerteufel. Man kann dies kritisieren oder sich an einem aufregenden Fußballspiel erfreuen.

Dazu trug Ghana entscheidend bei. Ghana spielte an seiner Obergrenze, wird sich maßlos über das verschenkte Spiel und die unnötige Niederlage gegen die USA ärgern. Dieses Team hat die Qualität fürs Achtelfinale, aber es wird sehr eng für die Afrikaner. Kein Zweifel, Deutschland wird mit einer konzentrierten Leistung die USA schlagen, im Achtelfinale beginnt dieses Turnier sowieso von vorn, es wartet dort wahrscheinlich ein leichterer Gegner als Ghana. Aussichten also nicht so schlecht. Miroslav Klose hat etwas für das deutsche Team und die Ewigkeit getan. 15 Tore bei einer WM. Respekt! Es muss beileibe nicht der letzte WM-Treffer des Mannes von Lazio Rom sein.

Von guten Aussichten sprechen auch die Argentinier, die allerdings trotz Gruppensieg zwei eher peinliche Leistungen ablieferten. Was gegen Bosnien-Herzegowina noch wie Startnervosität aussah, gegen den Iran wurde es zur Peinlichkeit. Die Iraner konnten erst spät an einen Sieg glauben, die Möglichkeit begreifen den zweimaligen Weltmeister zu schlagen. Diese Erkenntnis kam dann wirklich zu spät. Ein Elfmeter mit der Möglichkeit zum Führungstreffer wurde den Iranern verwehrt, Argentinien hätte nach einem Rückstand wohl die Segel streichen können. Pures Glück für die Gauchos. Mit einfallslosem Standfußball und sinnlosem Ballgeschiebe wurstelte sich der Mitfavorit über die Runden, konnte den Iran nie in Schwierigkeiten bringen. Am Ende richtete es Messi. Dieser war am Spiel eher lustlos beteiligt, in einer peinlichen Mannschaftsleistung gehörte er noch zu den besten Akteuren. Von seinem phänomenalen Können ist allerdings wenig zu sehen, am Spiel nimmt er nur noch phasenweise teil. Die alte Messi-Qualität ist mittlerweile nur noch Stückwerk, wenn sie aufblitzt liegt ein spielentscheidendes Tor immer in der Luft.

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So blieb Trainer Alejandro Sabella nach dem Spiel die Flucht in die argentinische Binsenweisheit „mit Messi können wir Weltmeister werden“. Dieses Mantra gab auch Sabellas Vor-Vorgänger Diego Maradona bei der WM in Südafrika im Minutentakt von sich, der Ausgang ist bekannt. Es wäre unfair, die schlechte Leistung der Mannschaft auf den Schultern von Lionel Messi abzuladen, das Team spielt in Gesamtheit katastrophal, liefert mit großen Namen kleine Leistung. Vor diesem Argentinien muss sich niemand fürchten, Besserung scheint nicht in Sicht, das Achtelfinale dennoch erreicht. Es geht weiter für die Gauchos. Auch für sie beginnt die WM dann von vorn.

Redaktion Magath & Fußball

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