Roulette kommt in Fahrt


Veröffentlicht am 22. Juli 2014

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Topteams der Premier League wollen aufrüsten

In Wembley 2013 zwei deutsche Teams, in Lissabon 2014 zwei spanische Mannschaften. Englands Topclubs wollen endlich wieder in ein Champions League Finale und die erarbeitete Vormachtstellung der deutschen wie spanischen Liga nicht weiter dulden. Man setzt dabei weniger auf heimische Gewächse und lieber auf das altbewährte Mittel ausländischer Stars. Für Englands Nationaltrainer Hodgson weiterhin keine gute Nachricht, für die Fans einer spektakulären Saison dagegen ein genüsslicher Ausblick. Allerdings ist vieles noch Gerücht, nur weniges in trockenen Tüchern, die Richtung lässt sich ahnen. Noch siegt die Spekulation über die vollendete Tatsache. Eines ist aber offenkundig, vorweg marschiert Chelsea, ein Titelaspirant wird geschmiedet.

An der Stamford Bridge hat man schon längst den Weltmeister André Schürrle in seinen Reihen und rüstet kräftig auf. Diego Costa, Cesc Fàbregas und der Rückkehrer Thibaut Courtois lassen einen Champion erahnen und die Frage aufkommen, was wohl aus Petr Čech wird. In der Ära Mourinho auch die immerwährende „Romelu-Lukaku-Frage. Kommt er zurück? Bleibt er fern? Der Portugiese schweigt über seine Absichten, Lukaku und Everton müssen sich gedulden. Die Ära Frank Lampard ist jedenfalls vorbei. Künftiger Herr im Mittelfed soll der talentierte Kroate Mario Pasalic werden. Ein neues Zeitalter beginnt und dieses riecht verdächtig nach Titeln. Weniger ist bei Mourinho auch nicht vorstellbar. Persönlich zeigt er sich begeistert über die geleistete Transferarbeit, sieht diese für erledigt an und lobt seinen Club dafür in höchsten Tönen. Sein neuer Antipode sitzt wohl bei Manchester United, Louis van Gaal will auch Titel. Seine Neuzugänge eher unspektakulär, Englands Talent Luke Shaw darunter. Der Holländer wird noch tief in die Club-Kriegskasse greifen, bevor der erste Pfiff ertönt, Geld angeblich vorhanden. Es könnten noch einige van Gaal-Landsleute den Weg ins Old Trafford finden. Zuerst verlassen aber alte Schlachtrösser die Wiesen des Old Trafford, die legendäre und veraltete Abwehrreihe Ferdinand, Vidić, Evra ist Geschichte. Nachbar und Meister Manchester City vertraut dagegen weiter auf Bewährtes und hält lieber seinen Kopf oben und im Club, Yaya Touré bleibt an Bord. Geld ist vorhanden, man schaut entspannt auf die Konkurrenz und kann zuschlagen, falls es nötig. Der langfristige Ausfall von Negredo durch Fußbruch könnte zu vermehrten Aktivitäten führen.

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Arsenal will endlich wieder ganz nach oben, mit Alexis Sánchez kommt ein torgefährlicher Stürmer am Rand der Weltklasse, mit Mathieu Debuchy ein weiterer Landsmann für Wenger. Die Gerüchte um Italiens Enfant terrible Mario Balotelli geistern um Arsène Wenger wie der Name Sami Khedira. Der deutsche Weltmeister scheint bei Real im Moment eher Manövriermasse und nicht feste Größe. An Weltmeistern mangelt es Wenger nicht, mit Mertesacker und Podolski hat er deutsche WM-Power an Bord. Ein weiterer Deutscher, Lars Bender bleibt bei den Gunners hartnäckig im Gespräch. In Liverpool hat man die Suárez-Millionen auf dem Tisch und seinen besten Spieler wie explosivstes Pulverfass verloren. Noch sieht es nicht nach Stars aus, sondern eher nach Verstärkung in der Breite. Trainer Brendan Rodgers lebt den Mannschaftsgeist offensichtlich auch in Transferangelegenheiten. Die Tottenham Hotspurs wollen endlich in den erlauchten Kreis der Großclubs, haben dafür Trainer Mauricio Pochettino vom FC Southampton abgeworben und hoffen auf eine große Saison. Die Großen werden oben unter sich bleiben und sie werden in den nächsten Wochen noch so manchen staunenswerten Fisch an Land ziehen oder von der Angel lassen – der Sommer bleibt auch auf diesem Feld heiß. Das Roulette der Veträge und Zahlen nimmt Fahrt auf. Die Kugel rollt.

Redaktion Magath & Fußball

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