Fußball brummt


Veröffentlicht am 29. Juli 2014

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Milliarden-Gewinn für FIFA und Hype um James Rodríguez

Unterschiedlich präsentiert sich derzeit der Großsport dieser Welt. Der Formel 1 geht offenbar die Luft aus. Das Interesse des Publikums schwindet dramatisch. Freunde wie Hasser des Automobilsports sehen diesen bereits in einer Art Götterdämmerung, den unausweichlichen Niedergang im vollen Gange. Unter einer anderen Zirkuskuppel floriert dagegen das Leben und brummt das Geschäft. Der Fußball bezeugt seine Ausnahmestellung dieser Tage auch durch unterschiedlichste Zahlenwerke auf sehr beeindruckende Weise. Diese Zahlen wirken rauschhaft, entsprechen aber dem ungebrochen Fußballinteresse von Menschen aller Alters- und Sozialschichten rund um den Planeten. Die anhaltende Fanbindung an den Fußball konnte während der WM-Tage bestaunt werden.

Natürlich mögen die Menschen den Sport und seine Protagonisten, die Begeisterung für Funktionäre und FIFA hält sich in einem überschaubaren Rahmen. Dieser FIFA verbleibt in Sachen WM 2014 sage und schreibe ein Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Fußball-Weltverband und Joseph Blatter sind die eigentlichen Triumphatoren der Brasilien-WM. Aber spätestens seit den Nibelungen weiß man um die Gefahr von gehorteten Schätzen. Ein weiterer Gewinner der WM-Tage beeindruckt im Moment ebenfalls durch atemberaubende Zahlen und bestimmt das Transferstaunen in diesem Sommer. Der Kolumbianer James Rodríguez, Torschützenkönig der WM und neuer Fixstern am Fußballfirmament.

In Brasilien machte dieser James Rodríguez nicht nur den großen Falcao vergessen, er brachte auch Schwung ins Spiel der kolumbianischen Mannschaft und löste einen Fan-Hype in seiner Heimat aus, dieser schwappt nun durch Europa und Asien. Nun darf er sich Weltstar nennen und den Lohn für seinen Aufstieg ernten. Real Madrid überwies geschätzte 80 Millionen Euro zum AS Monaco, um Rodríguez neben Bale, Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos auf den Platz zu stellen. Werden Rodríguez/Kroos als fußballspielendes Traumduo bald das Showteam Bale/Ronaldo in den Schatten stellen? Bei den Galaktischen freut man sich auf eine tolle Saison, was man fast in jedem Sommer tut, Geldregen löst eben auch Erwartungen aus und überhöht diese. Zur Rodríguez-Vorstellung in Madrid kamen bereits 35.000 Fans ins Stadion, sein neues Real-Trikot mit der legendären Nummer 10 wurde inzwischen über 350.000 Mal verkauft, ein Ende nicht in Sicht.

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Möge der Stürmer aus Cúcuta wegen solchem Zahlenwerk nicht die Erdenschwere und dabei den Fußball aus dem Blick verlieren. Möge die FIFA ihren Schatz nicht diabolisch hüten, sondern damit den Fußball bereichern. Träumen muss erlaubt sein! Ansonsten könnte es der FIFA noch ergehen wie dem Hobbit Sméagol aus Tolkiens Ring-Trilogie, den sein ungestilltes Verlangen nach dem Schatz, hier ein Ring der Macht und kein mächtiges Festgeldkonto, zu einem Monstrum namens Gollum machte, von dem sich die Zivilisation abwendete und das sich nur in einem Schattenreich noch ungestört wie ungeliebt bewegen konnte. Ob der 1973 im englischen Bournemouth verstorbene Schöpfer des „Herrn der Ringe“, John Ronald Reuel Tolkien, jemals etwas von der FIFA gehört hat, ist von keinem Biographen übermittelt.

Redaktion Magath & Fußball

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