Fußball in Sierra Leone


Veröffentlicht am 12. August 2014

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Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Fußballbegeisterte Kinder in Sierra Leone.

Von gemachten und von wirklichen Problemen

Dieser Tage bewegte Fußballdeutschland der Austausch von Verbalinjurien zwischen den Herren Watzke/Zorc und den Herren Rummenigge/Sammer in Sachen Marco Reus. Ein Zwist, bei dem man das Gefühl hat, dieser Spieler sei eine unmündige Handelsware in einem verschlungenen Geschäft unter zerstrittenen „Freunden“. Dabei wurde mit Zahlen um sich geworfen, welche sich irgendwie um 25 Millionen drehten. Berichtet wurde darüber, als stünde der Untergang der Zivilisation bevor. Zeitgleich drückte die BBC eine Randnotiz aus der Welt des Fußballs in unser Bewusstsein: Der Fußballverband von Sierra Leone (SLFA) hat wegen der Ebola-Epidemie den Spielbetrieb komplett eingestellt. Damit bleibt abzuwarten, ob die Nationalmannschaft von Sierra Leone wie geplant in der Qualifikation zum Afrika-Cup 2015 antreten kann. Es gibt Zweifel, ob das Team überhaupt die Ein- wie Ausreise bei den Auswärtsgegnern erhält oder dortige Gesundheitsbehörden dies wegen Gefahr der Ebola-Verbreitung untersagen. Sierra Leone hat sich kampflos den Platz in der Hauptrunde der Qualifikation für den Afrika-Cup gesichert. Nach einem 2:0-Heimsieg gegen die Seychellen kam es nicht zum Rückspiel. Die Seychellen verzichteten aus Angst vor der Ebola-Epidemie in Westafrika auf dieses Rückspiel. Andere Nationen könnten dem Beispiel folgen und sich ebenfalls weigern, den Spielern aus Sierra Leone die Einreise in ihr Land zu gewähren oder nicht in Sierra Leone zu spielen.

Die Entscheidung des Fußballverbandes von Sierra Leone, Fußball zu verbieten, begründet sich nach den Worten von Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma auf der gesundheitlichen Notlage im Land und den Bemühungen, das tödliche Virus einzudämmen. Dazu Keiji Fukuda, Leiter der Abteilung für Gesundheitssicherheit der WHO: „Es ist wahrscheinlicher, dass die Situation zunächst noch schlimmer wird, bevor sie sich verbessert. Wir sind darauf vorbereitet, dass das Ausmaß der Epidemie noch einige Monate auf diesem hohen Niveau bleiben wird.“ Der Ebola-Epidemie sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wahrscheinlich bereits mehr als 900 Menschen zum Opfer gefallen. Die betroffenen Länder in Westafrika haben bis Anfang dieser Woche insgesamt 1.711 Fälle von Ebola sowie Ebola-Verdacht gemeldet. Inzwischen seien 932 dieser Patienten gestorben. Bei 603 der Toten sei Ebola bestätigt worden. Mit fast 700 Fällen ist Sierra Leone mit seinen 5,6 Millionen Einwohnern das am stärksten betroffene Land. Die Virus-Krankheit fordert immer mehr Opfer, lässt sich längst nicht mehr auf Westafrika begrenzen. Die Weltgesundheitsorganisation erwägt bereits, die Ebola-Epidemie als internationale Krise einzustufen.

Redaktion Magath & Fußball

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