Wolverhampton Wanderers Football Club


Veröffentlicht am 20. August 2014

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League 1-Aufsteiger Gast im Craven Cottage

Zwischen dem Craven Cottage und dem Stadion der Wolverhampton Wanderers liegen 222 Kilometer. Wolverhampton, eine Großstadt in den West Midlands, wird von 250.000 Einwohnern bevölkert. Die Region wurde über die Jahrhunderte sehr stark durch den Kohlebergbau geprägt. Untrennbarer Bestandteil der Identität der Menschen in Wolverhampton sind die traditionsreichsten Wölfe Englands, der Fußballclub Wolverhampton Wanderers. Der 1877 entstandene Klub war 1888 eines von nur zwölf Gründungsmitgliedern der Football League, entwickelte sich kurz nach dem zweiten Weltkrieg bis Anfang der sechziger Jahre zu einem der absoluten Spitzenvereine in England. Man gewann 1954, 1958 und 1960 den englischen Meistertitel, besiegte Mitte der fünfziger Jahre große europäische Clubs und wurde von heimischen Medien zur besten Vereinsmannschaft der Welt stilisiert. Diese goldene Zeit wurde von Stan Cullis geprägt, der als Spieler und Trainer das Wolfsrudel von 1934 bis 1964 führte. Diese goldenen Zeiten längst vorbei, geblieben ist das Gold der Trikots. Letztmalig für internationale Furore sorgte der Verein Anfang der siebziger Jahre, man bestritt 1972 in einem rein englischen Duell zwei hart umkämpfte UEFA-Cup Endspiele, unterlag in der Endabrechnung Tottenham Hotspur knapp mit 2:3.

Die Wolverhampton Wanderers besitzen weit über ihre Heimatregion und England hinaus eine weltweite, treue Anhängerschaft. In den USA, Norwegen, Schweden, Deutschland, Irland, Malta, und auch auf Island gibt es offizielle Fanclubs, die in regem Austausch mit dem Verein und den heimischen Wölfe-Fans stehen. Bei der großen Tradition und Geschichte des Clubs und dieser weltweiten Fangemeinde verwundert eines: Die Wolverhampton Wanderers besitzen erst seit Ende der sechziger Jahre ein eigenes Vereinslogo. Vorher trug man das Stadtwappen auf den Trikots. 1979 legte sich der Verein auf das heute noch gültige und populäre Wolfskopf-Emblem fest. Clublegenden sind neben Stan Cullis natürlich Derek Parkin, der zwischen 1968 und 1982 beachtliche 609 Spiele für die Wölfe bestritt, außerdem Mittelstürmer Steve Bull, der von 1986 bis 1999 im Dienst des Clubs stand und 306 Tore für den Verein schoss. Vor dem Stadion der Wolverhampton Wanderers, dem Molineux Stadium – seit 1889 die Heimspielstätte des Vereins – steht die Statue des berühmtesten Wölfe-Spielers, Billy Wright. Er war der erste Engländer, der es auf 100 Länderspiele brachte. Von 1939 bis 1959 spielte er für Wolverhampton. Zwei englische Nationaltrainer, Graham Taylor und Glenn Hoddle waren auch Wölfe-Trainer. Aktueller Trainer des Vereins ist der Waliser Kenny Jackett, der seit Mai 2013 die Geschicke des Vereins leitet.

Die Farbwahl der Wolverhampton Wanderers in Sachen Trikots gilt im britischen Fußball als sehr kreatives Element, welches stets für Aufmerksamkeiten optischer Natur sorgt. Zu goldenen Hemden werden in der Regel schwarze Shorts getragen und sorgen für augenauffälligen Auftritt. Die etwas ungewöhnliche Farbmischung ist an das Wappen der Stadt Wolverhampton angelehnt und setzt das Motto „Licht, das aus der Dunkelheit kommt“ angeblich optisch um. Zu Gründerzeiten wurde das Team noch in rot-weiß gestreiften Shirts gesichtet. Das goldene Highlight wird nur bei Heimspielen vorgeführt, zu Auswärtspartien treten die Wölfe meistens in vollständiger weißer Spielkleidung an.

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Die Neuzeit ist für den Verein nicht mehr so erfolgreich wie die zwei Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg. In der Meisterschaftssaison 1981/82 stieg der Verein in die Zweitklassigkeit ab. Erst in der Spielzeit 2002/03 konnte nach 20 Jahren die zweite Liga wieder verlassen werden. Der Aufstieg und die erstmalige Teilnahme an der Premier League wurden durch einen Erfolg in den Relegationsspielen erreicht. Die Premiere in der Premier League verlief ernüchternd, man gewann kein Spiel und stieg ein Jahr später wieder ab. Erst in der Saison 2008/09 konnten die Wolverhampton Wanderers diesen Betreibsunfall korrigieren und sich als direkter Aufsteiger für die Saison 2009/10 erneut in die Premier League vorstellen. Man schlug sich besser als beim ersten Abenteuer. Mit Platz 15 gelang es souverän, die Klasse zu halten und den Abstieg zu vermeiden. In der darauffolgenden Saison 2011/12 erwischte es die Wölfe allerdings schwer, der Gang in die zweite Liga war wieder fällig. Der Fall stoppte nicht in der Championship, ging  tiefer. Zwei Jahre später musste man die Saison 2013/14 sogar in der dritten englischen Liga bestreiten. Man gewann diese League 1 allerdings souverän und kehrte als Drittligameister in die Championship zurück. Die Wiederkehr gelang optimal, zum Saisonauftakt schlug man vor heimischer Kulisse den Premier League-Absteiger Norwich City durch ein Tor von Spielgestalter David Edwards mit 1:0. Am zweiten Spieltag mussten sich die Wölfe dann in ihrer ersten Auswärtspartie dem Mitaufsteiger Rotherham United mit 0:1 geschlagen geben. Die wichtigsten Spieler im aktuellen Team sind neben Edwards der Linksaußen Bakary Sako und Kapitän Sam Ricketts. Die Wolverhampton Wanderers kommen als Tabellenfünfzehnter nach London.

3. Spieltag – Sky Bet Championship
Fulham FC – Wolverhampton Wanderers
Termin: Mittwoch, 20. August 2014
Anstoß: 21.00 Uhr (MEZ)
Stadion: Craven Cottage, London

Redaktion Magath & Fußball

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