EM-Karussell nimmt mühsam Fahrt auf


Veröffentlicht am 8. September 2014

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Spannungsarmes Qualifikationsrennen gestartet

„Die Woche fängt erst Dienstag an“, ein Traum aller vom Wochenende gesättigten Menschen. Sie startet leider weiterhin des Montags, aber nun mit einem „European Qualifiers“, neueste Wortschöpfung marketinggeschwängerter Funktionäre. Der Fußball versinkt in Begrifflichkeiten. Weder Stadionbesucher noch Fans am Bildschirm interessieren sich dafür, aber um die geht es dabei auch nicht. Deutschland holte sich seinen Pflichtsieg. Die Schotten gaben mutig, was sie konnten, ein 1:2 ehrt sie. Die DFB-Elf hätte mehr gekonnt und kann mehr, was den Schotten an diesem Tag aber erspart blieb und sie mit einem achtbaren Ergebnis zurück in die Heimat entließ. Man ahnt die Motivationsschwere eines Weltmeisters, in einer Gruppe von Gegnern, die allesamt nicht einmal die WM-Qualifikation geschafft. Deutschland wird, wenn es will, jedes Spiel in dieser Gruppe gewinnen. Die Frage muss wohl in jedem Spiel lauten: Wie soll man sich bloß motivieren? Laut wird sie natürlich nicht gestellt. Der Gradmesser des Weltmeisters liegt im Sommer 2016 in Frankreich. Dort wird der Champion sein wahres Gesicht zeigen, der EM-Titel kann nur über Deutschland vergeben werden. 

Begleiterscheinung der Qualifikation, die wegen der Anzahl von 24 Startern beim Endrundenturnier diesen Namen kaum verdient, werden bis dahin weiterhin kleine und große Schelte Richtung Mario Götze bleiben. Er wird mehr beäugt, etwas liebloser behandelt und immer etwas schlechter bewertet, als viele andere Spieler. Was nicht mit seiner Leistung zu tun hat, sondern mit einem Versuch von Freiheit, den er sich gegenüber Medien und Sportreportern erlaubt, die glauben, ein prominenter Fußballer müsse über jeden Stock springen, den man ihm hinhält um ihre Endlosschleifen zu bedienen. In den Fußballolymp hat ihn ein Tor gebracht und keine Schlagzeile, er sollte den Dingen gelassen ins Auge blicken. Marco Reus, seinem kongenialen Partner aus Dortmunder Zeiten, ereilte erneut eine Verletzung. Dortmund damit gebeutelt wie Marco Reus, dem man nur schnelle Genesung wünschen kann. Wie latente Verletzungen eine große Spielerkarriere zerbröseln können, lässt sich gut am Beispiel von Michael Owen festmachen. Wünschen wir Marco Reus ein besseres Schicksal und noch viele gute und große Spiele in vielen verletzungsfreien Jahren.

Der Qualifikationssonntag war das Vorspiel für das montägliche Hauptstück und den Nachschlag des Dienstags. In einer vom Ergebnis denkwürdigen Partie besiegte Albanien in Portugal den Gastgeber mit 1:0. Das Lied „Ronaldo fehlte“ sollte man nicht anstimmen, Portugal bekommt auch mit Ronaldo fast ausschließlich blamable Vorstellungen hin und wenig auf die Reihe, man schaue auf die WM zurück. Die Albaner fuhren mit drei Punkten, fünf gelben Karten und einer Menge gezollter Anerkennung zurück in die Heimat. Heute Fortsetzung mit anderen Darstellern, neun Partien stehen auf dem Plan und weiter dann am Dienstag mit acht Spielen.

Redaktion Magath & Fußball

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