Erste Runde rum


Veröffentlicht am 10. September 2014

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Europa erlebte ersten Spieltag der EM-Qualifikation

Weltmeister Deutschland und Titelverteidiger Spanien auf Kurs, der kleine Fußballzwerg Zypern siegt beim WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina. Viel Normalität, wenige Ausrufezeichen, bei 23 aus 53 kann nicht wirklich Spannung aufkommen. Aufregung aber allemal. Wie Luis Suárez und Mario Balotelli braucht auch Zlatan Ibrahimović das Theater um seine Person und lässt es gerne krachen, letztens nun per Ellbogen im Gesicht von David Alaba. Der Österreicher in Diensten von Bayern München hat überlebt, dennoch hätte Ibrahimović Rot verdient, bekam es nicht, lieferte aber danach mit seiner obligatorisch großen Klappe Sprüche und den Medien den größten Aufreger des ersten Spieltages dieser EM-Qualifikation. Ein Ergebnis gab es auch noch, Österreich und Schweden trennten sich 1:1. Obligatorisch auch die übliche Niederlage von Berti Vogts. Er und Aserbaidschan verloren zum Heimauftakt gegen Bulgarien 1:2. Island schlug die sich überschätzenden Türken souverän mit 3:0, Hollands neuer wie alter Trainer Hiddink unterlag mit Oranje in Tschechien mit 1:2 und die arg gerupften WM-Opfer Italien, England und Spanien siegten allesamt.

Die Three Lions verdarben den Schweizern den Einstieg in die Nach-Hitzfeld-Ära und holten bei unseren Nachbarn ein 2:0. Auch Irland und Nordirland beendeten ihre Partien siegreich, brachten jeweils drei Auswärtspunkte in die Heimat. Gibraltar nun auf der Landkarte des Fußballs, man unterlag beim Heimdebüt den Polen mit 0:7. Weil ein Ukrainer die eigene Hymne nicht mitsang, wurde daraus sofort ein mediales Politikum. Man denke nur an die Heerschar von Fußballern, die rund um den Globus ihre Hymne nicht singen. Niemand unterstellt ihnen etwas und macht daraus eine Staatsaktion. So sollte es auch in diesem Fall bleiben. Außerdem bemerkenswert, obwohl über den Berg ihrer Könnerschaft, stehen in Spanien und Italien weiterhin Iker Casillas und Gianluigi Buffon im Kasten. Rücktritt offensichtlich ausgeschlossen, mancher verpasst den Idealpunkt für das letzte Gefecht. Trainer wagen sich kaum noch an lebende Legenden. Hoffentlich werden beide nicht zur schwachen Kopie ihrer einstigen Größe. Auch für Torwartgiganten gilt: „Ruhm hat eine Halbwertszeit von 15 Minuten. Schande lebt etwas länger.“ Möge beiden großartigen Sportsmännern diese erspart bleiben.

Für eine Skurrilität im Umfeld des Qualifikations-Auftaktes sorgte UEFA-Präsident Michel Platini. Dieser wollte dem Bayern-Akteur Franck Ribéry dessen Rücktritt aus der französischen Nationalelf nicht durchgehen lassen und inszenierte deswegen eine Art verbales Drohszenario. Man mag von Ribéry und seiner Entscheidung halten was man will, sein Entschluss entspricht einem Menschenrecht und gutem Stil, ist ein Markenzeichen von Zivilisation und Demokratie. Dieses Instrument sollte auch ein Sport-Präsident nicht anzweifeln. Gewisses Verständnis muss man dennoch für einen Fußball-Funktionär haben, dieses gestörte Verhältnis zum Rücktritt liegt auf der Hand, im Universum von UEFA und FIFA kommt diese Vokabel einfach zu selten vor. Vom 9. bis 11. Oktober dann die nächste Runde, hoffentlich purer Fußball ohne Ellbogenchecks und verbalen Trommelwirbel. Bis dahin aber wieder Hochbetrieb in Europas Ligen, das ist auch gut so.

Redaktion Magath & Fußball

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