Reading Football Club


Veröffentlicht am 12. September 2014

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Fulham FC zu Gast bei den „Königlichen“

Zwischen der Heimspielstätte des FC Reading und dem Craven Cottage liegen knapp 62 Kilometer. Dort wo der Kennet River in die Themse mündet, in der Grafschaft Berkshire auf halber Strecke zwischen London und Oxford, liegt Reading. Einst mittelalterliche Hochburg und bedeutender Schauplatz der Glorreichen Revolution des späten 17. Jahrhunderts, als die Bill of Rights und damit die Grundlage des parlamentarischen Regierungssystems entstand, ist Reading heute Handelszentrum und mittlere Großstadt im Verwaltungsbezirk South East England mit über 150.000 Einwohnern. Das Madejski Stadium, benannt nach dem Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten Sir John Madejski, bietet Platz für 24.161 Zuschauer und befindet sich in direkter Nähe zur Autobahn M4 zwischen London und Südwales. Eine Klosterruine im Stadtzentrum – erbaut für Heinrich I., jüngster Sohn des berühmt-berüchtigten Normannen Wilhelm der Eroberer und von 1100 bis 1135 König von England – kündet noch heute vom majestätischen Glanz vergangener Tage. Nicht umsonst trägt die Mannschaft des 1871 gegründeten Reading Football Club den Beinamen „Die Königlichen“.

Sportlich allerdings vermochte es der FC Reading bislang eher selten, den hohen Weihen der Stadtgeschichte gerecht zu werden. Ein FA Cup-Halbfinale vor 87 Jahren darf beinahe noch heute als größter Erfolg der Clubgeschichte bezeichnet werden, 2010 und 2011 stand man jeweils im Viertelfinale. Immerhin etablierte sich der Verein nach mehr als acht Jahrzehnten des ständigen Auf und Ab zwischen dritter und fünfter Liga seit 2004 konstant mindestens in der Championship. Zweimal, 2006 und 2012, schaffte Reading seither sogar den Sprung in die Premier League und erreichte 2006/2007 im ersten Jahr in der höchsten Spielklasse einen respektablen achten Platz. Wohl noch eine gute Weile das beste Saisonergebnis aller Zeiten. Im Jahr darauf war es ausgerechnet der FC Fulham, der im dramatischen Saisonfinale das um drei Treffer bessere Torverhältnis aufwies und den FC Reading zurück in die zweite Liga schickte. Weniger eng wurde es nach dem zweiten Aufstieg in der Spielzeit 2012/2013, Reading stand bereits drei Runden vor Schluss als sicherer Absteiger fest. In der Vorsaison verspielte das im heimischen Rund üblicherweise in Blau-Weiß gekleidete Team erst am 46. und letzten Spieltag die Teilnahme an der Aufstiegsrunde, das 2:2 gegen Premier League-Aufsteiger Burnley reichte nicht, weil Brighton & Hove Albion gleichzeitig auswärts in Nottingham gewann.

Der Start in die laufende Championship-Saison muss derweil als durchwachsen bezeichnet werden. Zwei knappe Siege gegen Ipswich und in Middlesborough (jeweils 1:0), ein achtbares 2:2-Unentschieden bei Wigan Athletic sowie zwei Niederlagen gegen Huddersfield (1:2) und in Nottingham (0:4) bedeuten nach fünf Spieltagen sieben Zähler und Tabellenrang 15. Wie der FC Fulham ist Reading nach Erfolgen über Newport (3:1) und Scunthorpe (1:0) weiterhin im Capital One Cup vertreten. Trainer Nigel Adkins, seit März 2013 im Amt und zuvor nach dem Aufstieg mit Southampton dort im ersten Premier League-Jahr entlassen, ist trotzdem nicht zu beneiden, hatte sich der FC Reading doch vorübergehend einem massiven Sparkurs verschrieben. Nachdem der Toptorjäger des Vorjahres Adam Le Fondre (15 Treffer) bereits im Frühjahr zu Cardiff transferiert wurde, wechselte im August mit Verteidiger Sean Morrison ein weiterer Eckpfeiler nach Wales, kurz nachdem dieser zum Auftakt bei Wigan noch für Reading getroffen hatte.

Nick Blackman (rechts) wird von Paul Dixon (Huddersfield Town) attackiert.

Nick Blackman (rechts) wird von Paul Dixon (Huddersfield Town) attackiert.

Mittelfristig möchten sich die „Königlichen“ dennoch wieder in höheren Gefilden bewegen. Das zeigt auch die seit Juli bestehende Partnerschaft mit einem thailändischen Konsortium, deren komplette Clubübernahme dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluss steht. Ein erster Versuch des russischen Oligarchen Anton Zingarevich, der bereits im Jahr 2012 51 Prozent der Anteile von Sir John Madejski erwarb, später aber die nötigen Finanzmittel nicht mehr stemmen wollte und dem Club einen beträchtlichen Schuldenberg hinterließ, war zunächst noch gescheitert. Die Investorengruppe aus Südostasien mit Khunying Sasima Srivikorn an der Spitze stellte indes sofort das nötige Kleingeld zur Verfügung, weshalb Reading mit Anton Ferdinand, Simon Cox, Jamie Mackie, Glenn Murray und Oliver Norwood personell noch einmal nachbessern konnte. Während Neuzugang Cox bereits zwei Tore erzielte, stehen mit Daniel Williams (ehemals 1899 Hoffenheim) und Pavel Pogrebnyak (VfB Stuttgart) auch zwei Ex-Bundesliga-Profis beim FC Reading unter Vertrag.

Das direkte Aufeinandertreffen nach der zweiwöchigen Länderspielpause besitzt sowohl für den FC Reading als auch für die Cottagers richtungsweisenden Charakter. Für Spannung im Madejski Stadium ist gesorgt.

Sky Bet Championship | 6. Spieltag

Reading FC – Fulham FC
Termin: Samstag, 13. September 2014
Anstoß: 16.00 Uhr (MESZ)
Stadion: Madejski Stadium, Reading

Redaktion Magath & Fußball

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