Gelbe Seiten


Veröffentlicht am 14. September 2014

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Atlético Madrid gewinnt Stadtduell gegen Real

Die Jungs von Diego Simeone haben deutlich gemacht, die Nummer eins in Spaniens Hauptstadt bleibt Atlético Madrid. Real mag auf Europas Fußballthron sitzen, daheim ist man nur die zweite Geige. Die letzte Meisterschaft ging an die Männer aus dem Estadio Vicente Calderón, das gestrige Aufeinandertreffen um Punkte in der Primera División – immerhin im Santiago Bernabéu der Königlichen – entschied Atlético ebenfalls für sich. Diego Simeone wird langsam zum Albtraum für Real, damit also automatisch zu einem heißen Trainerkandidaten in der Welt von Real-Boss Florentino Pérez. Der amtierende spanische Meister musste zwei Säulen der letzten Triumph-Saison ziehen lassen, Diego Costa und Thibaut Courtois sorgen inzwischen beim FC Chelsea für Furore. Natürlich wird viel spekuliert, wie stark Atlético wohl mit Courtois und Costa wäre, man könnte ihnen wohl den CL-Sieg zutrauen. Den streben diese beiden offensichtlich an der Stamford Bridge an. Courtois machte Peter Cech zur Nummer zwei, Diego Costas sieben Tore aus vier Spielen lassen spektakulär aufhorchen. Sie mögen Sicherheit und Torhunger mit nach London genommen haben, der Kampfgeist ist Atlético nicht gewichen und spielerische Klasse weiterhin im Team. Das unbedingte Wollen und die Erfolgsbesessenheit zeichnen jedes Atlético-Spiel aus, man zwingt das Glück, geht hart zur Sache und beeindruckt die Gegner. Die Mannschaft ist ein mentaler Spiegel ihres Trainers.

Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz gab dem gestrigen Spitzenspiel seine eigene Note und machte der berühmten gelben Wand von Borussia Dortmund Konkurrenz, indem er Gelbe Seiten aufzog. Ganze zehn Mal zog er den postfarbenen Karton, Ruhe ins Spiel brachte er nicht. Es ging heiß her. Sechs Kärtchen holte sich Atlético, vier von der Sorte blieben den Männern von Carlo Ancelotti vorbehalten. Real mag vor heimischem Publikum in Zahlen, Chancen, Ballbesitz und optischer Überlegenheit die Nase vorn gehabt haben, bei den Ecken gab es aber schon Gleichstand, vier für jeden. In Tiago und Arda Turan hatte Atlético seine Torschützen. Cristiano Ronaldo blieb nur der zwischenzeitliche Ausgleich vorbehalten. Trotz starkem Zuwachs durch Weltmeister Toni Kroos und Senkrechtstarter James, Real ist augenblicklich nicht galaktisch, sondern sechs Punkte hinter Barca und vier Punkte hinter Atlético, damit nur auf Platz zwölf der Starttabelle. Nach drei Spieltagen kein finales Unglück – aber es ist eben Real, Schlagzeilen und Unruhe vorprogrammiert. Carlo Ancelotti hatte sicher anderes vor. Sein Gegenüber Diego Simeone machte schon vor der Partie deutlich klar: „Wir werden uns nicht ändern.“ Für Real muss dies wie eine permanente Drohung klingen.

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Während sich in Madrid offensichtlich für längere Zeit eine sportliche Gegnerschaft auf Augenhöhe herauskristallisiert, zieht man in Barcelona mit neuem Trainer unbeirrt seine Kreise. Makellos die weiße Weste, drei Spiele, neun Punkte, sechs Tore, keine Gegentreffer. Bevor man aber den neuen Coach Luis Enrique verklärt und heiligspricht, es sei an seinen Vorgänger Tata Martino erinnert. Der begann auch furios, startete in die letzte Saison mit acht Siegen am Stück. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt, es kamen Diego Simeone und sein Atlético. Nicht nur Real muss aufpassen.

Redaktion Magath & Fußball

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