Traum von Berlin


Veröffentlicht am 16. September 2014

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Deutsch-englische Duelle zum Gruppenstart im Fokus

32 Mannschaften in acht Gruppen zu je vier Teams kämpfen ab heute Abend zunächst um den Einzug in die K.O.-Runde. Darunter auch jene vier Bundesliga-Vertreter, die bereits im letzten Jahr allesamt geschlossen bis ins Achtelfinale vorstießen. Nach dem deutsch-deutschen Finale 2013 in Wembley und der bajuwarischen Halbfinal-Enttäuschung im Frühjahr, lebt der Traum von einer erneuten Endspielteilnahme auch deshalb, weil das große Finale am Samstag, 6. Juni 2014, im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird. Beim Blick auf die vier Vorrundengruppen mit deutscher Beteiligung fällt auf: Ausgerechnet der in Lostopf eins gesetzte FC Bayern München erwischte die wohl schwierigste Konstellation. Zwar sind die Münchner trotz namhafter Konkurrenz der Favorit auf Platz eins, Borussia Dortmund und der FC Schalke 04, ja sogar Bayer Leverkusen aus Topf drei, haben aber zumindest auf dem Papier leichtere Aufgaben zu bewältigen.

Gruppe C
Benfica Lissabon, Zenit St. Petersburg, Bayer Leverkusen, AS Monaco

Von Gruppensieg bis Platz vier scheint hier für jede Mannschaft alles denkbar, es gibt keinen erklärten Favoriten. Portugals Meister Benfica Lissabon stand zwar in den zurückliegenden beiden Jahren jeweils im Europa League Endspiel, der zweifache Europapokalsieger der Landesmeister (1961 und 1962) aber konnte wie schon in den sechs Versuchen zuvor seinen nunmehr 52 Jahre andauernden Finalfluch auf internationaler Bühne nicht brechen, verlor erst gegen Chelsea 1:2 und zuletzt im Mai gegen den FC Sevilla im Elfmeterschießen. Das Estádio da Luz dürstet nach einem großen Titel. In der Champions League kam die vom etwas eigenwilligen Jorge Jesus trainierte Elf in den letzten neun Jahren allerdings nur einmal über die Gruppenphase hinaus, 2012 scheiterte man im Viertelfinale am späteren Titelträger Chelsea aufgrund der Auswärtstorregel. Zenit St. Petersburg wurde im vergangenen Jahr Vizemeister der russischen Premjer Liga und erreichte als schwächster Gruppenzweiter mit nur sechs Punkten das Achtelfinale der Königsklasse, ist und bleibt jedoch ein unangenehm zu bespielender Gegner. In der Qualifikation schalteten die Russen AEL Limassol und Standard Lüttich aus. Derweil ist nicht ganz klar, was man vom AS Monaco erwarten darf, nachdem der russische Oligarch Dimitri Rybolowlew augenscheinlich das Interesse verloren hat, sein Investitionsvolumen der letzten Jahre beizubehalten. Nach der WM wurde das kolumbianische Starduo James Rodríguez und Radamel Falcao für teures Geld verkauft, große Verstärkungen Fehlanzeige. Der Saisonstart in der Ligue 1 jedenfalls misslang gründlich: vier Punkte aus fünf Spielen bedeuten gegenwärtig Platz 19. Interessant aus Leverkusener Sicht das Wiedersehen mit Dimitar Berbatov.

1. Spieltag | Dienstag, 16. September, 20.45 Uhr
AS Monaco – Bayer Leverkusen
Benfica Lissabon – Zenit St. Petersburg

Dimitar Berbatov (vorne) erzielte zwischen 2000 und 2006 für Bayer Leverkusen 69 Tore in 154 Bundesliga-Partien.

Dimitar Berbatov (vorne) erzielte zwischen 2000 und 2006 für Bayer Leverkusen 69 Tore in 154 Bundesliga-Partien.

Gruppe D
Arsenal London, Borussia Dortmund, Galatasaray Istanbul, RSC Anderlecht

Klarer gestaltet sich da wohl die Ausgangslage für den BVB, der unter normalen Umständen Hand in Hand mit Arsenal London ins Achtelfinale einziehen sollte. Die Gunners sind bereits zum dritten Mal in den letzten vier Jahren Vorrundengegner der Schwarz-Gelben, man kennt und schätzt sich. 2013/2014 gab es im Emirates einen Dortmunder 2:1-Sieg und im Signal Iduna Park einen knappen Londoner 1:0-Erfolg. Ähnlich könnte es sich auch diesmal gestalten, da die Borussia personell längst nicht aus dem Vollen schöpfen kann und zum Saisonstart jene Defensivmängel der Vorsaison offenbarte. Galatasaray Istanbul scheint mit dem neuen Trainer Cesare Prandelli an der Seitenlinie am ehesten in der Lage, in die Phalanx der Favoriten einzubrechen, als Italiener weiß Prandelli naturgemäß, wie sich zumindest deutsche Mannschaften besiegen lassen. Nach der Rückkehr Didier Drogbas an die Stamford Bridge, ruhen die türkischen Hoffnungen vor allem auf den Schultern von Wesley Sneijder, der mit den Holländern eine starke WM spielte. Bemerkenswert: Mit Koray Günter zählt auch ein Ex-Dortmunder zum Kader des Vizemeisters der Süper Lig. Der RSC Anderlecht hat wohl allenfalls Außenseiterchancen auf Gruppenplatz drei und die damit verbundene Qualifikation zur Europa League. Zwar kommen die Belgier mit der Empfehlung des 33. nationalen Meistertitels, allein das jedoch wird nicht reichen. Immerhin stehen mit Steven Defour, dem erst 17-jährigen Youri Tielemans, Sturmtalent Aleksandar Mitrović und Dennis Praet einige hochinteressante Spieler und zukünftige internationale Stars im Aufgebot.

1. Spieltag | Dienstag, 16. September, 20.45 Uhr
Borussia Dortmund – Arsenal London
Galatasaray Istanbul – RSC Anderlecht

In der letzten CL-Saison gewann Manchester City beide Partien gegen ZSKA Moskau – 2:1 auswärts und 5:2 im Etihad.

In der letzten CL-Saison gewann Manchester City beide Partien gegen ZSKA Moskau – 2:1 auswärts und 5:2 im Etihad.

Gruppe E
FC Bayern München, Manchester City, ZSKA Moskau, AS Rom

Nein, das Losglück war dem deutschen Double-Sieger diesmal ausnahmsweise nicht besonders hold. Schwerer hätte es für den Gruppenkopf FC Bayern eigentlich kaum kommen können. Manchester City ist nicht nur der Titelträger der Premier League, sondern auch ein echter Geheimtipp für die Reise nach Berlin im nächsten Jahr. Zwar waren die Vorstellungen auf internationaler Bühne in der jüngeren Vergangenheit zumeist eine Farce, die große Ausnahme da sicherlich der letztlich wertlose 3:2-Sieg in München im Vorjahr. Dennoch könnte das Team von Manuel Pellegrini diesmal ein anderes, durchaus gefestigteres Gesicht offenbaren, denn die knapp 65 Millionen, die in diesem Sommer in Neuzugänge – allein 40 Millionen kostete Innenverteidiger Eliaquim Mangala – investiert wurden muten, gemessen an den Dimensionen von Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, wie Peanuts an. Für beide Mannschaften ist ZSKA Moskau keineswegs neu, der russische Double-Sieger war bereits 2013/2014 Gruppengegner von Bayern und City, damals jedoch in der Rolle des Punktelieferanten, der sogar hinter Viktoria Pilsen zurückblieb. Einiges spricht indes dafür, dass ZSKA, mit Alan Dzagoev, Roman Eremenko, Zoran Tošić oder Seydou Doumbia durchaus gutklassig besetzt, in dieser Saison besser aufgestellt ist. Besonders unangenehm für alle Beteiligten das Los aus Topf vier: Der AS Rom ist ohne Frage weit stärker, als es diese Eingruppierung vermuten lässt. Im letzten Jahr Vizemeister der Serie A, verloren die Italiener in Medhi Benatia einen wichtigen Eckpfeiler ausgerechnet an den FC Bayern. Die vom Franzosen Rudi Garcia gecoachten, defensivstarken Römer sind jedoch allemal für die eine oder andere Überraschung gut. Nicht zuletzt der ewige Francesco Totti, Sturmtalent Mattia Destro sowie der bosnische Spielgestalter Miralem Pjanić bedeuten Gefahr.

1. Spieltag | Mittwoch, 17. September, 20.45 Uhr
FC Bayern München – Manchester City
AS Rom – ZSKA Moskau

Grenzenloser Jubel in Glasgow: NK Maribor schaffte die Sensation und zog nach 1999/2000 zum zweiten Mal in die Champions League ein.

Grenzenloser Jubel in Glasgow: NK Maribor schaffte die Sensation und zog nach 1999/2000 zum zweiten Mal in die Champions League ein.

Gruppe G
FC Chelsea London, FC Schalke 04, Sporting Lissabon, NK Maribor

Die auf dem Papier wohl einfachste Gruppe aller Bundesligisten. Allerdings befinden sich die Königsblauen dieser Tage im Kollektiv fernab von ihrer Normalform, weshalb es zumindest gegen den FC Chelsea London rein gar nichts zu bestellen geben dürfte. José Mourinho und Co. sind blendend in die Saison gekommen, vier Siege aus vier Premier League Spielen deuten an, dass in diesem Jahr der Großangriff auf alle Trophäen erfolgen könnte. Angeführt von den Neuzugängen aus der Primera División, katapultieren sich die Blues in den Kreis der Topfavoriten auf den europäischen Fußballthron. Sporting Lissabon sorgte als Vizemeister in Portugal für Aufsehen, als die Löwen sogar den großen FC Porto hinter sich ließen. Neben den portugiesischen Nationalspielern Rui Patrício und Nani, sind insbesondere Mittelfeldmann William Carvalho und der kolumbianische Torjäger Freddy Montero, im letzten Jahr 13-facher Ligatorschütze, die zentralen Figuren. Bitter der Verlust von Innenverteidiger Marcos Rojo, der in allerletzter Minute dem Werben van Gaals erlag und zu Manchester United wechselte. Sporting wohl der große Konkurrent der Schalker um Platz zwei. Allein die Champions League Teilnahme ist für Sloweniens Meister NK Maribor die Sensation schlechthin und nach 1999/2000 erst die zweite überhaupt in der Clubgeschichte. Nach dem 1:1 im Playoff-Hinspiel gegen Celtic Glasgow schockte Kapitän Marcos Tavares über 55.000 Schotten im Rückspiel im Celtic Park mit seinem 1:0-Siegtreffer eine Viertelstunde vor dem Ende. Alles andere als ein punktloser Gruppenplatz vier wäre für Maribor ein Riesenerfolg.

1. Spieltag | Mittwoch, 17. September, 20.45 Uhr
FC Chelsea London – FC Schalke 04
NK Maribor – Sporting Lissabon

Redaktion Magath & Fußball

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