Rauschende Ouvertüre


Veröffentlicht am 20. September 2014

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Ein Blick auf Europa

Die erste internationale Woche ist Geschichte, Champions League und Europa League kamen mit Dampf aus den Startlöchern, machten Lust auf mehr. Die Bundesliga sechsfach vertreten: je zwei Siege, Unentschieden und Niederlagen zum Start sind sicher nicht schlecht, aber doch ausbaufähig. Die Saison 2014/2015 ist nun endlich auch in Europa angekommen. Man mag es in diesem Zusammenhang mit Lukas Podolski halten – nicht nur in England stehen jetzt viele englische Wochen bevor. Sehr zur Freude der Fans.

Champions League: Runde eins geht an die Bundesliga

Mit Pauken und Trompeten startete die Champions League ins Fußballjahr 2014/2015. Starke deutsche Clubs, ein souveräner Titelverteidiger, die große Überraschung in Griechenland, unglaubliche Dramatik an der Anfield Road und ein später Treffer in Slowenien, der den Menschen einer ganzen Stadt wieder Hoffnung spendet – all das und noch viel mehr war in den 16 Begegnungen am ersten Gruppenspieltag geboten.

Die Eröffnungsrunde im Kampf Bundesliga vs. Premier League entschieden die Deutschen für sich, zwei Siege und ein beachtliches Remis stehen nach drei Begegnungen zu Buche. Borussia Dortmund hatte dabei in Gruppe D mit dem FC Arsenal trotz langer Verletztenliste erstaunlich wenig Probleme, gewann weitestgehend ungefährdet mit 2:0, ein deutlicheres Resultat wäre allemal möglich gewesen. Das Duell Klopp gegen Wenger einmal mehr zugunsten des Borussen, auch weil ein italienischer Knoten platzte. Neuzugang Ciro Immobile deutete erstmals an, weshalb sich der BVB die Verpflichtung des 24-Jährigen eine beträchtliche Millionensumme kosten ließ und brachte Schwarz-Gelb kurz vor dem Pausenpfiff zum strategisch günstigsten Zeitpunkt mit einem Solo auf die Siegerstraße. Auch im zweiten Spiel dieser Gruppe ein Italiener im Fokus: Cesare Prandelli rettete mit Galatasaray gegen Anderlecht in der Nachspielzeit noch ein 1:1-Unentschieden.

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Nicht glanzvoll, aber erfolgreich gestaltete der FC Bayern den Auftakt in Gruppe E gegen den englischen Meister. Manchester City zwar durchaus ein unangenehmer Gegner, letztlich aber doch ein Stück weit entfernt von der Klasse der Münchner. Ein spätes Tor von Jérôme Boateng brachte den verdienten 1:0-Sieg – zum elften Mal in Serie starteten die Bayern in der Champions League mit einem Dreier. Diesen holten auch die Römer im Parallelspiel gegen ZSKA Moskau, das 5:1 am Ende überraschend deutlich und ein Ausrufezeichen in Richtung der Gruppenfavoriten.

Ausgerechnet an der Stamford Bridge beim englischen Tabellenführer lieferte der FC Schalke 04 seine bis dato mit Abstand beste Saisonleistung ab. Zwar dauerte es nur elf Minuten, ehe Chelsea in Führung ging, Klaas-Jan Huntelaar aber sicherte nach gut einer Stunde einen nicht einmal unverdienten Zähler, den die Königsblauen mit Sicherheit nicht von vornherein fest auf der Rechnung hatten. José Mourinhos Miene verriet nichts Gutes. In Gruppe G derweil alles auf Anfang, weil auch die zweite Partie zwischen Maribor und Sporting Lissabon 1:1 endete. Der gerade einmal 18-jährige Luka Zahovič, Sohn des einstigen slowenischen EM-Helden Zlatko Zahovič, traf kurz vor Toreschluss zum umjubelten Ausgleich für Maribor. Ein Lichtblick, weit über den Fußball hinaus, denn Marburg an der Drau hat wahrlich schon bessere Tage erlebt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, das Geld knapp, die Einwohner machten ihrer Wut und Enttäuschung in der jüngeren Vergangenheit nicht selten öffentlich Luft. Enttäuschung auch in Leverkusen, trotz ansprechender Vorstellung im Fürstentum unterlag Bayer 04 dem AS Monaco in Gruppe C knapp mit 0:1. Unnötig, denn die Werkself scheiterte eher an der eigenen Abschlussschwäche, als am Spiel der Franzosen. Tabellenführer nun also Zenit St. Petersburg, der 2:0-Erfolg der Russen bei Benfica sicher eine kleine Sensation.

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Und sonst? Die beiden Vorjahresfinalisten nach dem direkten Duell in der Primera División mit umgekehrter Gefühlslage. Real Madrid hielt sich beim 5:1 gegen den FC Basel schadlos, gab mit löchriger Defensive den Kritikern dennoch eine gehörige Portion Wasser auf die Mühlen. Atlético dagegen mit unerwarteter Bauchlandung in Griechenland: das 2:3 bei Olympiakos Piräus hatten sicher nur die wenigsten auf dem Zettel. An der Anfield Road machten es die Champions League Rückkehrer vom FC Liverpool lange Zeit spannend. Es lief schon die Nachspielzeit, als Ludogorez Rasgrad ausglich. Augenblicke vor dem Schlusspfiff jedoch nahm Steven Gerrard das finale Elfmetergeschenk der Bulgaren dankend an und traf zum 2:1, der einzige englische Sieg zum Auftakt. Ein achtbares 1:1 trotzte Ajax Amsterdam Paris St. Germain ab, der FC Barcelona mühte sich im Heimspiel gegen APOEL Nikosia zu einem knappen 1:0 und der FC Porto machte beim 6:0 mit BATE Baryssau kurzen Prozess.

Europa League: Gruppenphase startet torreich

Buntes Panorama, 24 Spiele mit 69 Toren. Dank der Europa League wissen nicht nur die Spieler vom AS Saint-Étienne von der Existenz des FK Qarabağ Ağdam. Staunen und ein 0:0 brachte das französische Team von seinem Gastspiel aus Aserbaidschan mit. Die deutschen Vertreter mühten sich in vertrauteren Gefilden. In Wolfsburg nahm man Platz auf hohem Ast in Liverpool, um von den Pragmatikern des FC Everton abgesägt zu werden. Keine Punkte in die Autostadt, aber Lehrstunde in Sachen Chancenverwertung. Den Ehrentreffer für das VW-Team besorgte Magath-Entdeckung Ricardo Rodríguez in letzter Spielminute. Die 1:4-Klatsche aus dem Goodison-Park wird wohl länger im Wolfsfell kratzen. Der FC Everton nimmt die Europa League mit Kurs Gruppensieg an, in England keine Selbstverständlichkeit. Das Spiel OSC Lille gegen FK Krasnodar endete 1:1, damit Wolfsburg Platz vier. Den Fohlen der Borussia erging es etwas besser, man verlor gefühlt, ein Heim-1:1 gegen den Tabellensiebten der Primera División, durchaus achtbar. Im anderen Gruppenspiel schlug Apollon Limassol den FC Zürich mit 3:2, die Zyprioten Gruppenerster. Im Borussia Park wollte die Borussia dieser Tabellenführer werden. Den ersten Abschnitt dominierte das Favre-Team, der zweite Durchgang sah den FC Villarreal stärker, das Remis am Ende gerecht. Gladbachs Führungstor besorgte Patrick Herrmann, dem das Schlusswort in deutscher Angelegenheit gebührt: „Es war ein sehr intensives Spiel. Wer die Torchancen nutzt, der gewinnt.“

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Inter Mailand, Star der Europa League, machte sich auf in die Ukraine, kehrte mit einem 1:0-Sieg gegen Dnipro Dnipropetrowsk zurück. Im vermeintlichen Spitzenspiel RB Salzburg gegen Celtic mühte sich das Team der Roten Brause gegen Schottlands Fußballlegende. Celtic lässt allerdings viel von der Champions League Qualität letzter Jahre vermissen. Die Österreicher hätten den Sieg verdient, der ausgezeichnete Torwart Craig Gordon im Kasten von Celtic wusste dies zu verhindern. Der FC Sevilla startete mit einem 2:0-Heimsieg gegen Feyenoord Rotterdam das Unternehmen Titelverteidigung. Allerdings fehlte in den Reihen Sevillas spürbar Antreiber Ivan Rakitić, der sich inzwischen beim FC Barcelona verdingt. Vor Monaten war der kroatische Klassemann noch Garant von Sevillas Titelgewinn. Ein anderer Klassemann, der Argentinier Gonzalo Higuaín im Team des SSC Neapel, brachte die Heimmannschaft von Rafa Benítez per Handelfmeter gegen Sparta Prag in Führung. Am Ende siegten die Neapolitaner mit 3:1. Englands zweiter Starter, Tottenham Hotspur, schaffte ein müdes 0:0 bei Partizan Belgrad. Rekordsieger am ersten Spieltag Steaua Bukarest, man schickte die Dänen von Aalborg BK mit 6:0 heim. Alle Treffer fielen in der zweiten Halbzeit, der Rumäne Claudio Keseru steuerte einen Hattrick bei. Am 2. Oktober geht der Tanz weiter, Wolfsburg bekommt dann Besuch aus Lille, die Borussia macht sich auf zum FC Zürich. Das Rennen um den ersten deutschen Sieg in der Gruppenphase damit eröffnet.

Redaktion Magath & Fußball

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