Tore nebst Sensationen in Europas Clubfußball


Veröffentlicht am 22. September 2014

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Blick auf Bundesliga-Konkurrenz

In England und Italien Spitzenspiele, in Spanien schoss nicht nur Geld Tore. Von Dortmundern gerupfte Gunners konnten in der Premier League einen 3:0-Auswärtssieg verbuchen. Der große Sieger aber ein kleiner Club aus den englischen East Midlands. In der Primera División gelang Eibar die nächste Sensation, die Marktführer erzielten Tore am Fließband. Auf der Apenninhalbinsel schon nach drei Runden vertraute Gesichter an der Tabellenspitze.

Aufsteiger sorgt für Furore in der Premier League

Im King Power Stadion wackelten die Wände. David hatte gerade Goliath besiegt, nicht per Steinschleuder, sondern mit fünf Toren brachte Leicester City, nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand, Manchester United zu Fall. Dieser 5:3-Sieg ist die Fußballsensation des Wochenendes. Ein Traumtor von Angel Di María zur frühen 2:0-Führung half Manchester United nicht, die Gastgeber kamen im zweiten Durchgang wie eine Lawine über die Red Devils. Eindruck hinterließen der fanatische Siegeswille des Teams von Trainer Nigel Pearson und seine Offensivreihe. Neuzugang Leonardo Ulloa steuerte zwei Treffer bei, seine Sturmkollegen David Nugent und Jamie Vardy, der zum Mann des Spiels avisierte, lieferten jeweils einen Treffer. Bemerkenswert auch der Auftritt des vierten Torschützen Esteban Cambiasso, dieser besorgte den 3:3-Ausgleichstreffer, brachte Leicester damit auf die Siegerstraße. Jener 34-jährige Cambiasso gab nach zehn Jahren Italien und 314 Spielen für Inter Mailand sein Premier League Debüt beim Aufsteiger und bescherte sich einen unvergessenen Einstand. Manchester United zog wie ein geprügelter Hund von dannen. Die wütende Gestik von Wayne Rooney hatte so wenig gefruchtet wie die zwischenzeitliche Führung beim 1:0 durch van Persie und zum 3:1 durch Ander Herrera. Ohne Punkte ging es Richtung Old Trafford, im Gepäck Platz 13 und acht Punkte Rückstand auf Platz eins.

Im Spitzenspiel Manchester City gegen Chelsea die Männer von Manuel Pellegrini mit alter Zweikampfstärke, Chelsea auf Nummer sicher und arg passiv. Vor dem Spiel viel Meinungsmache gegen Yaya Touré. Weil dem Weltklassemann, von dessen Format England keinen Fußballer besitzt, in der Zeit nach der WM nicht alle Spiele gelangen, er mit Schwächen in die Saison startete, musste er viele Unsachlichkeiten ertragen. Die Zeit, den Krebstod seines Bruders zu verarbeiten, bleibt ihm nicht. Zurück zum Spiel, in dem Torfabrik Diego Costa kein Treffer für die Blues gelang, er aber mit Pablo Zabaleta bis zu dessen Platzverweis in der 67. Minute rang. Da hätte City schon führen müssen. Mourinhos Truppe zu minimalistisch unterwegs. In Überzahl dann Chelseas erste Torchance in der 71. Minute, André Schürrle nutzte sie zum 1:0. Kurz vor Schluss etwas für Fußballromantiker und Dramaturgen. Frank Lampard wurde eingewechselt und spielte gegen den Club, dessen Trikot er 13 Jahre trug. Sein Ausgleichstreffer bescherte City das 1:1 und seinem alten FC Chelsea den ersten Fleck auf der reinen Punkteweste. Chelsea bleibt dennoch auf Titelkurs und alleiniger Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung.

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Historischer Kantersieg und ein frecher Neuling in der Primera División

Das 5:1 gegen Basel im Rücken scheint am vierten Spieltag nun auch Real Madrid im heimischen Alltagsgeschäft angekommen. Aufsteiger Deportivo La Coruña bekam die ganze Wucht des Ancelotti-Ensembles zu spüren, ging vor eigenem Publikum 2:8 unter. Ausgerechnet im Estadio de Riazor, zwischen 1992 und 2010 für die Königlichen 18 Jahre lang uneinnehmbare Festung, schaffte Real erstmals nach 1.325 Ligaspielen in der Fremde wieder acht Tore. Mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und James Rodríguez zunächst das teuerste Dreieck der Welt in der Hauptrolle, kurz vor Spielschluss gesellte sich noch Chicharito hinzu. Die „kleine Erbse“, für Manchester United längst nicht mehr gut genug, traf doppelt, die Stimmen der „Madridista“ nach einer Ablösung von Karim Benzema im Sturmzentrum werden lauter. Unbeeindruckt indes die Katalanen. Trotz eines von Lionel Messi verschossenen Strafstoßes konterte der FC Barcelona das Offensivfeuerwerk des Champions League Siegers seinerseits am Sonntag mit einem 5:0-Auswärtserfolg bei UD Levante. Auffällig vor allem die Vielfalt an Torschützen in Reihen der „Blaugrana“, Levante nun Tabellenschlusslicht, Barça weiter komfortable sechs Zähler vor Real und nunmehr auch deren vier vor Atlético. Der Meister erwischte keine gute Woche und ließ der 2:3-Niederlage in Piräus gegen Celta Vigo ein 2:2 folgen.

Erster Verfolger bis auf weiteres der FC Sevilla, Carlos Bacca brachte mit seinem Doppelpack einen 3:1-Sieg beim Liganeuling FC Cordoba auf den Weg. Ein Dreier Valencias am Montagabend beim FC Getafe brächte allerdings den Fledermäusen Platz zwei. Derweil sorgt ein anderer Aufsteiger weiter für ungläubiges Staunen. Sociedad Deportivo Eibar holte in Elche den zweiten Saisonsieg und liegt punktemäßig gleichauf mit dem großen Real. Der Club aus dem Baskenland gegenwärtig sicher die größte Sensation in Europas Spitzenfußball – und möglicherweise mehr als ein Farbtupfer für Fußballromantiker. Das Stadion Ipurúa fasst nicht einmal 6.000 Zuschauer, der addierte Gesamtmarktwert der Mannschaft von Trainer Gaizka Garitano ist deutlich geringer als der von Reals Ersatzmann Raphaël Varane, die Stadt Eibar in der Provinz Gipuzkoa zwischen San Sebastián und Bilbao gelegen die kleinste, die in Spanien je einen Erstligisten ins Rennen schickte. Dennoch hinterließ der SD Eibar, der als Aufsteiger in die Segunda División auf Anhieb den Durchmarsch bis nach ganz oben schaffte, bereits eine beeindruckende Duftmarke. Hingabe, Einsatz und Arbeitswillen können eben auch im kapitalgesteuerten Fußballgeschäft hin und wieder Berge versetzen. Dennoch bleibt das Tabellenbild – auch das wissen die bescheidenen Basken – vorerst eine Momentaufnahme.

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Flaues Spitzenspiel in der Serie A

In Italien kein großer Fußball, die Serie A tut sich schwer. Im Spitzenspiel, einst Fest der Fußballkultur, nur Mittelmaß. Juventus gastierte bei Milan. Der AC musste sich gegen die Turiner im heimischen Giuseppe Meazza Stadion 0:1 geschlagen geben. An der Seitenlinie vom AC Mailand sah Jungtrainer und Vereinsidol „Pippo“ Inzaghi eine durchwachsene Partie und am Ende einen Sieg der Alten Dame, die auch ohne den verletzten Andrea Pirlo das Spiel im Griff hatte und mit Carlos Tévez den treffsicheren Stürmer in ihren Reihen. Bei Milan kam Fernando Torres erst ab der 76. Minute ins Spiel, auch in Mailand ist der einst torgefährliche Stürmer der Ersatzbank näher als der Stammelf. Juve weiter ungeschlagen auf Platz zwei der Tabelle, mit neun Punkten aus drei Spielen und 4:0 Toren ist die Bilanz makellos. Die vom AS Rom noch um ein Tor besser, daher Platz eins für die Roma mit Kapitän und Dauerbrenner Francesco Totti. Man siegte im Heimspiel 2:0 gegen Cagliari Calcio.

Redaktion Magath & Fußball

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