Nachbarschaftsduelle


Veröffentlicht am 27. September 2014

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Derbys bereichern Liga-Spieltag in Europa

Der anstehende Spieltag in Fußballeuropa bietet viel Hausmannskost, aber auch interessante Derbys. Die Bundesliga wirft das Revierderby in den Ring, wartet mit Schalke gegen Dortmund auf. Die Knappen haben in den letzten Jahren die Augenhöhe zu Dortmund verloren, wer am Ende dieser Saisonende die Nase vorn hat, steht für neutrale Betrachter wohl außer Frage. Durch einen Sieg bietet sich für Königsblau aber die seltene Gelegenheit, in der Tabelle an Schwarz-Gelb vorbeizuziehen, zumal Dortmunds Lazarett größer wird. Beide Vereine marschieren bisher in trauter Eintracht was lausige Defensivleistungen anbelangt. Keine Eintracht mehr in Sachen sportlicher Kompetenz. Die Arbeit des Trainers wird in Dortmund vor den Augen der Welt geschätzt und sogar geliebt, vorbehaltlos unterstützt. Ein Grundpfeiler Dortmunder Erfolgsjahre. In Schalke ist der Trainer stets eine Art Manövriermasse, wird zur bedauernswerten Figur, kämpft allein auf weiter Flur. Bei Bedarf Alleinschuldiger und Sündenbock, muss er Prügel kassieren für die schreiende Inkompetenz anderer. Ob Jürgen Klopp eigentlich weiß, wie gut er es hat?

In der Premier League das historische Merseyside Derby zwischen dem FC Everton und dem FC Liverpool, eines der ältesten Stadtduelle der Welt. Das Spiel wird immer öfter Friendly Derby genannt, in vielen Familien haben sich inzwischen blaue und rote Schals eingeschlichen. Die Liebe macht auch in Liverpool nicht halt vor Fußballschranken. Die Teams sind holprig in die Saison gekommen, man trifft sich im tabellarischen Mittelfeld. Der Besiegte bekommt Probleme und verliert den Anschluss nach oben. In London das North London Derby, Arsenal empfängt Tottenham Hotspur. Die Gunners sehen gegen die Spurs fast immer gut aus. Arsène Wengers Mannschaft ist auch heute der Favorit. Bei einem Sieg behält Arsenal Chelsea im Blick. Eine Niederlage würde Tottenham wohl endgültig aus dem Champions League Kandidatenfeld spülen und Neutrainer Mauricio Pochettino ähnliche Schwierigkeiten bescheren wie allen seinen Vorgängern. Die Ungeduld von Club-Boss Daniel Levy säße im spürbar im Nacken. Die Seria A kann auch ein Stadt-Derby beisteuern, im malerischen Genua stoßen der CFC Genua 1893 und Sampdoria Genua aufeinander. Interessantes liefert die Primera División in Spanien. Bei Athletic Bilbao tritt der Aufsteiger und Nachbar SD Eibar zum baskischen Derby an. Mannschaft und Club des Fußballzwergs sorgen für Furore, man hält gut und mutig mit in Spaniens Eliteliga. Keine Stars und Millionäre, keine Show und kein Rummel. Das Team von Trainer Gaizka Garitano hat sich längst die Sympathien vieler am Sport interessierter Fußballfans in ganz Europa erspielt. Es geht beim SD Eibar um Fußball. Bisher haben Geld, Marketingstrategien, von Ehrgeiz zerfressene Funktionäre und allumfassendes Eventgehabe den Verein (noch) nicht im Griff. Der SD Eibar ist Fußball. Schön, dass es diesen SD Eibar gibt. Freuen wir uns solange…

Redaktion Magath & Fußball

 

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