Kanoniere


Veröffentlicht am 30. September 2014

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Stürmer weltweit gut in Schuss

Cristiano Ronaldo hat keine guten WM-Erinnerungen, diese Gefühlslage teilt er mit den Menschen am Zuckerhut. In Brasilien ist die Fußballwelt trotzdem nicht untergegangen, wenn auch auf die Seleção keiner mehr einen Real setzt. Dabei handelt es sich nicht um den Club des Portugiesen, sondern um die Währung der Brasilianer. Die erste Liga des Landes, Campeonato Brasileiro – unterbrochen durch die WM – hat bereits 25 Spieltage hinter sich. Es fallen dort tatsächlich Tore. Ein Bolivianer darin besonders gut und die Nummer eins der Torjäger. Für seinen Club Cruzeiro Belo Horizonte erzielte Marcelo Moreno in 20 Spielen bereits zwölf Treffer, damit besser als alle heimischen Kicker. Bester brasilianischer Torschütze ist Ricardo Goulart, der es als Sturmpartner von Moreno auf elf Tore brachte. Dieses Sturmduo erspielte Cruzeiro die Tabellenführung und ist wohl auch Garant für die greifbare Meisterschaft. Im Nachbarland Argentinien wird die Torschützenliste von einem Kolumbianer angeführt. Teófilo Gutiérrez erzielte in neun Spielen acht Treffer für River Plate. Gefolgt wird er von Federico Mancuello, der für Independiente bisher sieben Tore in neun Meisterschaftsspielen auf sein Konto brachte. Sucht man Brasiliens und Argentiniens Torjäger Nummer eins wird man nicht in Südamerika fündig, sondern in Katalonien. Neymar und Messi arbeiten dort an der Aufgabe, den FC Barcelona mit frischem Ruhm zu küren und Tore für Meisterschaft und Champions League Titel zu liefern. Nebenher wollen sie noch einer absoluten Torfabrik aus Madrid Paroli bieten.

Seine Eitelkeit mag zu manch Spott Anlass geben und oft den glänzenden Fußballer überstrahlen. Die Fähigkeit, innerhalb von Portugals Nationalmannschaft zu glänzen und deren Niveau zu heben besitzt er nur begrenzt, wirkt oft lust- wie einfallslos. In Madrid bei Real ist davon nichts zu spüren. Cristiano Ronaldo tut dort mit Leidenschaft und Erfolg, was er am besten kann: Tore, Tore, Tore schießen. In bisher 170 Spiele der Primera División erzielte er 188 Treffer für seinen Club, eine atemberaubende Bilanz. Die Quote von Messi lässt ebenfalls den Atem stocken, bei ihm stehen in 283 Primera División Partien 248 Treffer zu Buche. In der aktuellen Saison benötigt Messi bisher die Stütze seines Teamkollegen Neymar um mit Ronaldo mitzuhalten. Messi mit fünf und Neymar mit sechs Toren haben ihre Sache gut gemacht, CR7 hin oder her, Tabellenführer ist Barca, nicht Real. Aber Ronaldo ist in bestechender Trefferlaune, die kann am Ende in Sachen Meisterschaft noch ein gewichtiges Plus ergeben. Zehn Tore aus fünf Partien hat der Mann von der Insel Madeira bisher auf das Konto des Weißen Balletts gebucht. Er wird noch viele Tore folgen lassen, Messi und Neymar ihm darin auf den Fersen bleiben, ihn einzuholen müssen sie ihre absolute Klasse Spieltag für Spieltag abrufen. Diese drei Kanoniere werden weiter zielen und noch oft treffen.

In Deutschland trifft man auch das Tor. Die Namen weniger spektakulär. Kein Weltmeister steht auf Platz eins der Knipser in der Bundesliga, sondern Shinji Okazaki von Mainz 05. Der Japaner lieferte seinem Team bisher fünf Tore aus fünf Partien. In der zweiten Bundesliga macht es ihm Simon Terodde nach, der Mann vom VfL Bochum schoss in acht Spielen acht Tore. Auf den Spuren Cristiano Ronaldos wandelt Diego Costa bei Chelsea, der Spanier lieferte bisher acht Treffer aus sechs Spielen für das Mourinho-Team. Damit ist der spanische Stürmer Anführer der Torschützenliste in der Premier League. Bester Engländer in dieser Liste ist Nathan Dyer mit drei Toren aus sechs Partien für Swansea City. Beim nächsten WM-Gastgeber führt Salomón Rondón von Zenit Sankt Petersburg die Trefferliste der russischen Premier Liga an. Der Kolumbianer erzielte bisher sieben Tore in neun Spielen. Frankreichs Torschützenliste sieht übrigens nicht Zlatan Ibrahimović vorn, sondern den Franzosen André-Pierre Gignac von Olympique Marseille. Acht Tore erzielte er in den bisher acht Saisonspielen der Ligue 1. Auch im bevölkerungsreichsten Land der Erde werden Tore geschossen. Ein Angreifer des von Marcello Lippi trainierten Guangzhou Evergrande aus der Chinese Super League kommt in 24 Meisterschaftsspielen auf 24 Treffer. Er ist kein Chinese, kommt aus Brasilien und hört auf den klingenden Namen Elkeson de Oliveira Cardoso. Einen wie ihn hätten die gastfreundlichen Brasilianer im WM-Sommer gut gebrauchen können, sie mussten aber auf Fred hoffen. Ende dieser Hoffnung bekannt.

Redaktion Magath & Fußball

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