Ein Verein bekennt sich: Barca = Katalonien


Veröffentlicht am 12. Oktober 2014

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FC Barcelona für Selbstbestimmungsrecht Kataloniens

Die angestrebte Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien verfügt über den gewichtigsten Unterstützer der sich denken lässt. Der FC Barcelona hat sich in Gesamtheit offiziell für die Abhaltung eines Unabhängigkeitsreferendums ausgesprochen. Barca – laut Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán „die unbewaffnete Armee Kataloniens“ – trat der Plattform „Nationalpakt für das Selbstbestimmungsrecht Kataloniens“ bei. Der legendärste Fußballverein der Welt bekennt Farbe, auch die Aussicht nicht mehr in der Primera División zu spielen schreckte offensichtlich keinen der Verantwortlichen. Clubpräsident Josep Bartomeu hat dem Plattform-Cheforganisator Joan Rigol ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen, was von Vereinsseite und im Anschluß daran auch von den Organisatoren der Plattform offiziell bestätigt wurde.

Es gibt viele Vereine die sich werbewirksam und öffentlich in Tradition und Folklore wälzen, sobald gesellschaftspolitisches Engagement erforderlich, schnell und flott hinter der Floskel vom Sport Deckung suchen. Nicht so der FC Barcelona. „Més que un club“ („Mehr als ein Verein“) lautet das Vereinsmotto. Ob im Bürgerkrieg oder in den Jahrzehnten der Franco-Diktatur, dieser Verein hat nie die Augen vor der Lebensrealität seiner Fans  verschlossen, sich mit Phrasen hinter Fußballromantik verschanzt. Mit dieser Nähe zu Alltag und Menschen wurde man zu einer Art Herzkammer von Katalonien, Symbol für Identität, Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit. Spaniens Liga-Verband hob bereits den drohenden Finger. Bei einer Trennung von Spanien müssten der FC Barcelona wie auch Espanyol und alle katalanischen Vereine vom Ligabetrieb der Primera División ausgeschlossen werden. Immerhin erkannte Verbandspräsident Javier Tebas: „Das wäre auch für die Liga ein großer Verlust“. Kataloniens Parlament hatte das Referendum zum Selbstbestimmungsrecht für den 9. November angesetzt. Das Verfassungsgericht Spaniens hat dieses Referendum aber einstweilig verboten. Die Katalanen wollen es dennoch abhalten. Für das Recht auf Abstimmung machen sich nicht nur breite Massen, Schauspieler, Sänger und Politiker stark, auch katalanische Spitzensportler bekennen sich zum Referendum wie zu den Unabhängigkeitsbestrebungen, darunter Barca-Profis wie Gerard Pique und Xavi, im fernen München auch Bayern Trainer Pep Guardiola.

Redaktion Magath & Fußball

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