Schlusslichter


Veröffentlicht am 17. Oktober 2014

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Tabellenletzte in Europas Top-Ligen vor harten Zeiten

Bundesliga – Platz 18 – Werder Bremen – 7 Spiele – 10:16 Tore – 4 Punkte
Primera División – Platz 20 – Deportivo La Coruña – 7 Spiele – 8:19 Tore – 4 Punkte
Premier League – Platz 20 – Queens Park Rangers – 7 Spiele – 4:15 Tore – 4 Punkte
Serie A – Platz 20 – Sassuolo Calcio – 6 Spiele – 3:12 Tore – 3 Punkte

Drama soll stets hohe Kunst sein. Die Rote Laterne im Fußball verheißt Unbill und läßt das Wort Abstieg in den Ohren klingen. Noch ist diese Phase nicht völlig über die Tabellenletzten des europäischen Clubfußballs gekommen, aber die Wolken einer Mangelsaison schieben sich deutlich vor die Hoffnung auf bessere Tage. Von Spielkunst wenig, von Dramatik viel, diese Letzten werden sicher nicht mehr die Ersten sein. Keines der Schlusslichter ist bisher völlig verloren, Chancen auf Besserung durch die Anzahl der Spiele noch ausreichend vorhanden. Beim Bundesligaschlusslicht in Bremen hat der tabellarische Istzustand den Herbst des Patriarchen eingeläutet und offensichtlich Marco Bode in die Startlöcher geholfen. Ein Bode macht noch keinen Sommer aber vielleicht etwas Wind in Sachen Wiederbelebung. Eine Finanzspritze von Vermarkter Infront soll eine weitere Blutauffrischung bedeuten. Den Werder-Fans wird jeder Impuls willkommen sein um wieder etwas Mut zu fassen. Aus den bisherigen Auftritten ihrer sieglosen Truppe lässt sich dagegen wenig Optimismus ableiten. Die anstehende Partie bei den Bayern ist sicher keine Treppe zum Aufstieg aus dem Keller. Der letzte Platz könnte sich verfestigen. Ähnlich das Bild in der Premier League, auch dort ein Traditionsverein auf dem letzten Absatz.

Aufsteiger Queens Park Rangers muss nicht zum Tabellenführer, sie empfangen in der heimischen Loftus Road den FC Liverpool. Die Heimbilanz der Londoner so durchschnittlich wie die Auswärtsbilanz der Reds. QPR hofft daher auf Punktzuwachs und hat seit Kurzem Englands ehemaligen Nationaltrainer Glenn Hoddle als Assistenztrainer auf der Tribüne sitzen. Dieser soll vom erhöhten Standpunkt dem Cheftrainer und Manager Harry Redknapp entscheidende Tipps geben. Kenner der Szene vermuten allerdings den Blick von Hoddle eher auf den Trainerstuhl von Redknapp gerichtet als auf den Platz des Geschehens. Bleibt QPR noch lange mit der Roten Laterne behaftet, Hoddle wird wohl nachrücken und das Geschehen auf dem Rasen aus größerer Nähe betrachten können. Für Harry Redknapp – seines Zeichens ältester Coach der Premier League – könnte dann nach 31 Trainerjahren der Ruhestand anklingen.

Auch in der Primera División ziert ein Aufsteiger das Tabellenende. Deportivo La Coruña fällt vor allem durch die Zahl von 19 Gegentreffern in sieben Partien auf. Ausgerechnet jetzt kommt der FC Valencia als Gast in das Estadio Riazor. Valencia spielt eine starke Saison, die vor allem auf bärenstarken Heimauftritten basiert. Auswärts musste man sich aber schon zweimal mit einem Remis begnügen. Daraus bezieht Deportivo Trainer Víctor Fernández seine Hoffnung für das eigene Team. La Coruña muss dringlich seine Defensivschwächen beheben, sonst ist die Rückkehr in die höchste spanische Spielklasse nicht von langer Dauer. Am Tabellenende der Serie A kein Aufsteiger. Der Aufstieg von Sportiva Sassuolo Calcio liegt ein Jahr zurück. Hauchdünn sicherte man sich den Klassenerhalt in der ersten Serie A Saison der Vereinsgeschichte. Nun ist man im für Aufsteiger verflixten zweiten Jahr und kämpft erneut ums Überleben. In der 40.000 Einwohner Gemeinde Sassuolo vibriert die Bevölkerung für den heimischen Fußball-Club. Mit einem über die gesamte Saison dramatischen Abstiegskampf hat man sich abgefunden und wird genau deswegen das Team bis zum letzten Spieltag lebhaft unterstützen. Ob in der norditalienischen Emilia-Romagna, an der Themse in London, an der Weser in Norddeutschland oder im nordwestspanischen Galicien, wenn die Schlusslichter etwas brauchen, fast so dringlich wie Punkte, Tore und Geld, dann ist es Unterstützung.

Redaktion Magath & Fußball

 

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