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Veröffentlicht am 30. November 2014

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Happy Birthday, Schachweltmeister!

Happy Birthday, Schachweltmeister!

Schachweltmeister Magnus Carlsen feiert Geburtstag

Friedrich Schiller legte seinem Don Carlos den berühmten Satz in den Mund „Dreiundzwanzig Jahre, und nichts für die Unsterblichkeit getan“. Keine Ahnung wie es Norweger mit dem deutschen Romantiker und Dichterfürsten halten, aber ihr nationales Idol Magnus Carlsen hat am Tag seines 24. Geburtstages das Soll eines Dreiundzwanzigjährigen weit übererfüllt. Längst ist er dem traurigen Don Carlos weit voraus, hat schon alles für die Unsterblichkeit mögliche in seinem Fach getan. Und etwas unterschiedet Magnus Carlsen noch vom ehemaligen spanischen Infanten, er ist auf eine angenehme Weise normal und bodenständig geblieben. Sehr zum Unwillen manch sensationslüsterner Medien gibt er nicht den Entertainer oder liefert Storys, sondern geht klug und sachlich mit seinem Leben und dem Erfolg um. Diese junge Lebensleistung ist staunenswert und trägt viele glanzvolle Facetten sportlicher Größe in sich.

Der am 30. November 1990 in Tønsberg geborene Norweger Magnus Carlsen wurde 2004 im Alter von 14 Jahren Schachgroßmeister und besiegte im selben Jahr auch Schachlegende und Ex-Weltmeister Anatoli Karpow. Von nun an konnte er jeden Spieler der Weltklasse bezwingen und tat genau dies immer öfter. Bald wurden Vergleiche mit den ganz Großen des Schachsports gezogen, die Namen Bobby Fischer oder Michael Tal machten die Runde. Sein Stil aus Leichtigkeit und Solidität erinnerte viele Schachenthusiasten an José Raúl Capablanca, den noblen kubanischen Ex-Weltmeister. Magnus Carlsen, zwischenzeitlich auch von einer Schachlegende namens Gary Kasparow trainiert, machte allerdings schnell klar, keine Kopie oder ein Wiedergänger von anderen Schachgrößen zu sein, sondern ein ureigenes Original und eine Klasse für sich. Natürlich Weltklasse, was sonst. Der Aufstieg zum Titel begann. Es war nie die Frage ob, es galt nur die Frage wann.

Auf den Stationen zur Krone von Caissa gewann er, was zu gewinnen war, deklassierte reihenweise Weltklassespieler, brach so manchen Schachrekord, der für die Ewigkeit gedacht. Er wurde zur Nummer eins im Schach bevor er den Titel trug. Die Liste der Schachspieler mit einer Elo-Zahl über 2.800 ist kurz. Diese Elo-Zahl steht für die Spielstärke eines Spielers und nur sieben Spieler haben die Schallmauer 2.800 bisher durchbrochen. Platz eins auf der Weltrangliste eroberte Magnus Carlsen erstmals im Jahr 2010. Im Januar selbigen Jahres holte er mit einer Ratingzahl von 2.810 diese Pole-Position. Er ist der jüngste Spieler seit Einführung der Weltrangliste, dem dies gelang. Getreue Helfer, Freunde und Unterstützer auf dem Weg zum Schachgipfel waren stets Vater Henrik Carlsen und Manager Espen Agdestein, treue und verlässliche Größen im Leben des Magnus Carlsen.

Getreue Helfer: Manager Espen Agdestein und Vater Henrik Carlsen.

Getreue Helfer: Manager Espen Agdestein und Vater Henrik Carlsen.

2013 war es dann soweit, im indischen Chennai holte sich Magnus Carlsen den WM-Titel und entthronte Indiens Sportidol Viswanathan Anand. Als Weltmeister dann ein weiterer Rekord, im Mai 2014 erreichte er die bisher höchste Wertungszahl der Schachgeschichte, mit 2.882 Elo-Punkten. Ein Jahr nach seinem Titelgewinn verteidigte er im November dieses Jahres den WM-Thron. Diesmal zog Magnus Carlsen als Titelverteidiger ins Rennen und besiegte Anand erneut, machte sich damit unmittelbar vor seinem 24. Geburtstag sein schönstes Geschenk einfach selbst. Bis 2016, dann ist der nächste WM-Kampf angesetzt, wird er den Titel mindestens tragen. Wer Magnus Carlsen kennt, der weiß dessen Hunger auf Erfolg und seine Lust auf Schach ist längst nicht gestillt. Vermeintliche und berechtigte Herausforderer sollten sich nicht zu viel Hoffnung machen. Magnus Carlsen hat Schach im Blut und lebt seinen Sport, sieht die Welt aber durchaus nicht nur durch eine Schachbrille. Er ist eher ein Mann leiser Töne und überlässt die Trompete gerne anderen. Ein Erfolgsgeheimnis verrät Magnus Carlsen der Schachwelt dann aber doch: „Ich glaube ans Material. Ich nehme es lieber, als dass ich es gebe.“ Wenn es für uns Normalsterbliche nur auch so einfach wäre…

Mit großer Leidenschaft interessiert sich Magnus Carlsen auch für andere Sportarten, der Fußball nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein. Wo sich die Gelegenheit ergibt und Mitspieler sich finden, tritt Magnus Carlsen auch selber gegen den Ball und spielt mit Enthusiasmus Fußball. Der Geburtstagsgruß von Herausgeber Felix Magath und der Redaktion Magath & Fußball geht heute mit den besten Grüßen und vielen guten Wünschen an den Schachweltmeister und Hobbyfußballer, eine große Sportlerpersönlichkeit unserer Zeit:

Happy Birthday, Magnus Carlsen!

Redaktion Magath & Fußball

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