Papiss Cissé besiegt Blues


Veröffentlicht am 7. Dezember 2014

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Nach sieben Monaten verliert der FC Chelsea wieder ein Pflichtspiel

José Mourinho hatte übrigens schon vor dem Spieltag mehrmals darauf hingewiesen, es sei unmöglich, ungeschlagen zu bleiben. Den Arsenal-Rekord der Unbesiegbarkeit über eine gesamte Saison, aufgestellt 2003/04 im Meisterjahr der Gunners, hält er in heutiger Zeit in der Premier League für nicht wiederholbar. Der Chelsea-Coach sollte Recht behalten. Irgendwann erwischt es eben jeden. Dem Portugiesen persönlich bekommt das Fußballklima in Englands rauem Norden offenbar nicht sonderlich. Schon vor dem Gastspiel seiner Blues bei Newcastle United geisterte eine angebliche Negativbilanz aus Spielen im St. James Park durch Kommentare und Gazetten. Noch nie hatte Mourinho in Newcastle gewonnen. Spielorte der Erfolglosigkeit muss man beim Mann aus Setúbal auf der Fußballlandkarte nun wirklich mit der Lupe suchen. Findet man sie, wird daraus sofort ein medialer Veitstanz. 23 Pflichtspiele in einem Zeitraum von 219 Tagen war der Verein von der Stamford Bridge bis Samstag unbesiegt. Chelseas letzte Niederlage in einem Pflichtspiel passierte am 30. April 2014, im Halbfinale der Champions League 2013/14 gegen Atlético Madrid. Man verlor 1:3 auf eigenem Platz. Newcastle United ist allerdings nicht Atlético Madrid. Die Voraussetzungen für einen Erfolg der Londoner waren vor Anpfiff der Partie also durchaus vielversprechend.

José Mourinho konnte wieder auf seinen spanischen Torjäger Diego Costa zurückgreifen und Didier Drogba nahm seinen Platz auf der Bank ein. Wer solchen Trumpf in Reserve, muss sich auch in Newcastle nicht fürchten, zumal die eindrucksvolle Saisonbilanz sich auch beim Team von Alan Pardew rumgesprochen hatte. Diese beachtliche Chelsea-Bilanz trübte nun ausgerechnet ein ehemaliger Freiburger. Papiss Demba Cissé, der den Breisgauern im derzeitigen Bundesliga-Abstiegskampf sicher wie ein Segen erschiene, ist einer der treffsichersten Stürmer der Premier League und seit zwei Jahren in Diensten von Newcastle United. In der 53. Minute beim Stand von 0:0 eingewechselt, brauchte der Mann aus dem Senegal nicht lange, um warm zu werden. Seine beiden Treffer in Minute 57 und 78 brachten die Magpies mit 2:0 in Führung und auf die Siegerstraße. Nach 498 Minuten ohne Gegentor sah der Chelsea-Anhang den Ball mal wieder im eigenen Netz.

Chelsea wollte Sieg und Punkte, rannte gegen das Tor von Newcastle an. Eden Hazard knallte noch unmittelbar vor Newcastles 2:0-Spielzug den Ball an den rechten Pfosten. In einem furiosen Finale flog Newcastle-Verteidiger Steven Taylor in der 81. Minute vom Platz, köpfte der unverwüstliche Didier Drogba in der 83. Minute den 1:2-Anschlusstreffer für Chelsea und ließ der Unparteiische zum Schrecken des Newcastle-Anhangs ganze sechs Minuten nachspielen. Es fehlte dem Mourinho-Team auch etwas Glück. Newcastle konnte nur in der ersten Halbzeit für kurze Phasen Dominanz ausüben, verlegte sich frühzeitig aufs Kontern, was in der zweiten Halbzeit dann zweimal bestens funktionierte und den Sieg brachte. Im Verlauf der fortschreitenden Spielzeit wurde es für die Hausherren eine reine Abwehrschlacht, zumal nach dem Feldverweis von Taylor. Mit ihrer kämpferischen Einstellung verdienten die Gastgeber sich den Sieg. Trotz Überlegenheit, den besseren Chancen, der späten Überzahl und dem Powerplay in der Nachspielzeit konnte Chelsea das Blatt nicht mehr wenden. Dann war es vorbei. Chelsea verlor drei Punkte. Trotz der Niederlage bleibt die Marschrichtung der Blues klar, man will unter „The Special One“ auch in diesem Jahr nach den ganz großen Trophäen greifen. In der Champions League bleibt der FC Chelsea neben Real Madrid, dem FC Barcelona und Bayern München weiterhin einziger ernsthafter Titelkandidat. Beim Kampf um die Premier League Krone muss man sich auf ein Duell mit Titelverteidiger Manchester City einstellen. Die Citizens sind trotz arg holpriger Saison auf drei Punkte herangerückt. José Mourinho wird dies noch nicht nervös machen. Ob es dabei bleibt, hängt auch von Manuel Pellegrini ab. Englands Titelkampf ist seit Samstag wieder spannend.

Redaktion Magath & Fußball