Alle Viere


Veröffentlicht am 11. Dezember 2014

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Auch der FC Schalke löst das Achtelfinalticket, Bayern rotiert und gewinnt

Es ist vollbracht. Wie im Vorjahr überwintern alle vier deutschen Starter in der Champions League. Ein toller Erfolg für die Bundesliga. Während die Bayern schon seit Wochen als Gruppensieger feststanden, sprangen die Schalker auf den letzten Metern noch auf den Zug gen Achtelfinale, profitierten dabei auch von konzentrierten Blues. Nach einem ziemlich glücklichen Auswärtssieg in Rom ist auch Manchester City eine Runde weiter. In Gruppe F rückte der FC Barcelona gegen Paris die Verhältnisse zurecht. Der FC Porto kam im bedeutungslosen Duell mit Shakhtar Donetsk zu einem Remis, blieb damit in sechs Vorrundenpartien als eines von drei Teams neben Real und Chelsea ungeschlagen. Der Blick auf die Gruppen E bis H.

Gruppe E: Bayern auf Kurs, City mit Fortuna im Bunde

Dass die beiden Achtelfinalteilnehmer aus dieser Gruppe FC Bayern München und Manchester City heißen, ist an sich keine allzu große Überraschung. Vier Siege zum Start sahen die Münchner schon Anfang November als sicheren Gruppensieger, der Kampf um Platz zwei dagegen an Spannung kaum zu überbieten. Vor dem letzten Spieltag lagen City, die Roma und auch ZSKA mit je fünf Punkten gleichauf. Dabei grenzte es an ein Wunder, dass der englische Meister nach nur zwei Pünktchen aus den ersten vier Spielen überhaupt noch im Rennen war. Ein später Doppelschlag beim 3:2-Sieg über die Bayern, begünstigt durch zwei Abwehrfehler der Roten, ermöglichte den finalen Showdown in Rom.

In einer höchst unterhaltsamen Begegnung hatte City im Olympiastadion viel Glück, dass die Italiener – noch immer mit dem inzwischen 38 Jahre alten Francesco Totti in der Sturmspitze – nicht in Führung gingen. Ein ums andere Mal brannte es lichterloh im Strafraum der Skyblues. Ein Traumtor von Samir Nasri brachte Manchester nach einer Stunde schließlich auf den Weg Richtung Achtelfinale, doch die Römer gaben sich noch nicht geschlagen. Adem Ljajić zielte nach hervorragender Einzelleistung zu hoch, Kostas Manolas köpfte gegen den Pfosten und der eingewechselte Mattia Destro schoss den auf der Torlinie postierten Martín Demichelis an. Besser machte es der Argentinier Pablo Zabaleta auf der anderen Seite, als der aufgerückte Abwehrmann ein Zuspiel von Nasri zur endgültigen Entscheidung in die Maschen schob. Immerhin kann sich die Roma über den Trostpreis Europa League freuen – ZSKA Moskau war bei den Bayern chancenlos. Obwohl Pep Guardiola im Vergleich zum 1:0-Sieg über Leverkusen fünfmal tauschte, mit Arjen Robben, Xabi Alonso und Robert Lewandowski gleich drei der Besten zunächst auf der Bank ließ, schossen Thomas Müller per verwandeltem Foulstrafstoß, Sebastian Rode und Mario Götze gegen die Russen einen deutlichen 3:0-Erfolg heraus. Einen neuen Vereinsrekord verpassten die Bayern allerdings: Mit 15 Punkten und 16:4 Toren stehen sie nach Vorrundenabschluss nahezu identisch da wie im Vorjahr (15 Punkte, 17:5 Tore).

Endstand in Gruppe E

1. FC Bayern München | 15 Punkte | 16:4 Tore
2. Manchester City | 8 Punkte | 9:8 Tore
3. AS Rom | 5 Punkte | 8:14 Tore
4. ZSKA Moskau | 5 Punkte | 6:13 Tore

Erstmals nach langer Verletzungspause stand Bastian Schweinsteiger gegen ZSKA Moskau wieder 90 Minuten auf dem Platz und lieferte gleich die Torvorlage zum zwischenzeitlichen 2:0.

Erstmals nach langer Verletzungspause stand Bastian Schweinsteiger gegen ZSKA Moskau wieder 90 Minuten auf dem Platz und lieferte gleich die Torvorlage zum zwischenzeitlichen 2:0.

Gruppe F: Barca siegt im Endspiel um Platz eins, Ajax in der Europa League

Mit dem FC Barcelona und Paris St. Germain kamen auch in dieser Gruppe die beiden Favoriten eine Runde weiter. Während PSG das Hinspiel gegen die Katalanen 3:2 gewann, revanchierten diese sich zum Abschluss mit einem 3:1-Sieg, der gleichbedeutend ist mit Gruppenplatz eins. Zlatan Ibrahimović brachte die Gäste im Camp Nou früh in Führung, Marc-André ter Stegen im Barca-Kasten war gegen den strammen Linksschuss des Schweden aus verdeckter Position machtlos. In der Folge aber bestimmten die Hausherren das Spiel, gingen durch Lionel Messis 75. Champions League Tor und einen sehenswerten Schlenzer von Neymar noch vor der Halbzeitpause in Führung. Den Schlusspunkt setzte eine Viertelstunde vor dem Ende Luis Suárez per Abstauber.

Im kleinen Endspiel um Rang drei landete Ajax Amsterdam einen nie gefährdeten 4:0-Sieg gegen Nikosia. Der Däne Lasse Schöne mit einem Doppelpack, der Niederländer Davy Klaassen und der polnische Angreifer Arkadiusz Milik sorgten mit ihren Treffern dafür, dass Ajax wie in den vergangenen vier Jahren als Gruppendritter in der Europa League weiterspielen darf. APOEL in dieser Gruppe dagegen weitgehend chancenlos, allerdings mit achtbaren Resultaten. Die Zyprioten holten ihren einzigen Punkt beim 1:1 am zweiten Spieltag gegen Amsterdam, dem Brasilianer Gustavo Manduca gelang das einzige APOEL-Tor der Vorrunde. Wenngleich Nikosia damit die schwächste Offensive aller 32 Mannschaften stellte, musste der Club aus der Hauptstadt des Inselstaats im östlichen Mittelmeer lediglich zwölf Gegentore hinnehmen, unterlag in Barcelona und Paris beispielsweise jeweils nur 0:1. Als schlechteste Mannschaft der diesjährigen Champions League Gruppenphase muss deshalb Galatasaray Istanbul (ein Punkt, 4:19 Tore) vermerkt werden.

Endstand in Gruppe F

1. FC Barcelona | 15 Punkte | 15:5 Tore
2. Paris St. Germain | 13 Punkte | 10:7 Tore
3. Ajax Amsterdam | 5 Punkte | 8:10 Tore
4. APOEL Nikosia | 1 Punkt | 1:12 Tore

Gruppe G: Chelsea im Torrausch, Schalke auf den letzten Metern

In der wohl wichtigsten Partie seit dem Amtsantritt Roberto di Matteos beim FC Schalke 04 siegten die Königsblauen in Slowenien knapp mit 1:0 und sicherten sich dank der 1:3-Niederlage von Sporting an der Stamford Bridge doch noch Platz zwei. Dieser war nach den beiden Pleiten in Lissabon (2:4) und daheim gegen Chelsea (0:5) in Gefahr geraten und stand auch in Slowenien auf wackeligen Beinen. Nachdem Klaas-Jan Huntelaar noch Pech hatte und nur den Innenpfosten traf, machte es der sechs Minuten zuvor eingewechselte Max Meyer besser und traf in Minute 62 zur umjubelten Führung. Einige gute Kontergelegenheiten hätten diese in der Folge noch ausbauen können, es blieb jedoch spannend bis zum Schlusspfiff.

Weil die Königsblauen das Weiterkommen aber nicht aus eigener Kraft sicherstellen konnten, war der bange Blick immer auch nach London gerichtet. Ein Punktgewinn hätte Sporting Lissabon dort bereits das Achtelfinale beschert. Obwohl José Mourinho nach der 1:2-Niederlage in Newcastle kräftig durchwechselte, war der Tabellenführer der Premier League vom Anpfiff weg Herr der Lage. Cesc Fabregas verwandelte einen Foulelfmeter und der starke André Schürrle stellte schon nach 16 Minuten auf 2:0. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel keimte zwar noch einmal Hoffnung auf bei den von Marco Silva trainierten Gästen, John Obi Mikel aber machte diese fast postwendend zunichte. Es war der allererste Treffer des Nigerianers im 55. Champions League Einsatz – dieser gleichbedeutend mit dem 3:1-Endstand und dem 17. Chelsea-Tor im sechsten Gruppenspiel. Die Blues sind damit bis dato das torgefährlichste Team der laufenden Runde.

Endstand in Gruppe G

1. FC Chelsea London | 14 Punkte | 17:3 Tore
2. FC Schalke 04 | 8 Punkte | 9:14 Tore
3. Sporting Lissabon | 7 Punkte | 12:12 Tore
4. NK Maribor | 3 Punkte | 4:13 Tore

Vincent Aboubakar kam kurz vor Ende der Transferperiode vom FC Lorient und erzielte gegen Donetsk seinen zweiten Champions League Treffer für Porto.

Vincent Aboubakar kam kurz vor Ende der Transferperiode vom FC Lorient und erzielte gegen Donetsk seinen zweiten Champions League Treffer für Porto.

Gruppe H: Porto ohne Niederlage, Borisov die Schießbude der Gruppenphase

Viel gab es nicht mehr zu klären vor dem letzten Spieltag in Gruppe H, Porto und Shakhtar standen in dieser Reihenfolge bereits als Achtelfinalteilnehmer fest. Lediglich Athletic Bilbao musste gegen den weißrussischen Meister BATE Borisov noch Rang drei verteidigen. Durch die beiden Treffer von Mikel San José und Aritz Aduriz gelang dies problemlos. Borisov dagegen hat nach der 0:2-Niederlage im San Mamés in sechs Partien 24 Gegentore kassiert und stellt damit den mit weitem Abstand schwächsten Abwehrverbund aller 32 Teams.

Das Spitzenspiel endete derweil 1:1 und bot wenig Unterhaltung. Im Estádio do Dragão ließen es beide Kontrahenten ruhig angehen, die Superstars Jackson Martínez und Luiz Adriano wurden geschont, letzterer mit neun Treffern in der Torjägerliste noch immer führend vor Lionel Messi (acht). Nach einer Ecke brachte Taras Stepanenko die Ukrainer zu Beginn der zweiten Hälfte in Führung, der Kameruner Vincent Aboubakar glich mit einem fulminanten Distanzschuss unter die Latte drei Minuten vor dem Schlusspfiff aus. Porto damit weiterhin ungeschlagen, beide Mannschaften offensivstark und unangenehm zu bespielen.

Endstand in Gruppe H

1. FC Porto | 14 Punkte | 16:4 Tore
2. Shakhtar Donetsk | 9 Punkte | 15:4 Tore
3. Athletic Bilbao | 7 Punkte | 5:6 Tore
4. BATE Borisov | 3 Punkte | 2:24 Tore

Redaktion Magath & Fußball