Sevilla und Sporting


Veröffentlicht am 16. Dezember 2014

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Große Gegner für Gladbach und Wolfsburg

Die Europa League macht ihrem Namen auch in dieser Saison alle Ehre und besticht mit einem bunten Potpourri an Mannschaften aus allen Teilen des Kontinents. 32 Teams aus 17 verschiedenen Ländern Europas haben sich für die Zwischenrunde qualifiziert, die italienische Serie A stellt mit fünf Vertretern die stärkste Fraktion. Dahinter folgen Premier League, Ehrendivision und Primera División mit je drei verbliebenen Clubs. Je zwei Teams schicken Bundesliga, Jupiler League (Belgien), Premier Liga (Russland), Premier-Liga (Ukraine) und SPORTOTO SüperLig (Türkei) ins Rennen. Auch die griechische Super League, die schweizerische Raiffeisen Super League sowie die österreichische tipico-Bundesliga, die Ligue 1, die polnische T-Mobile Ekstraklasa, die Scottish Premiership, die portugiesische Liga Zon Sagres und nicht zuletzt die dänische Superligaen sind dabei. Obwohl die Borussia aus Mönchengladbach als Gruppensieger bei der Auslosung in Nyon gesetzt war, erwischte sie mit dem Titelverteidiger auf dem Papier das wohl schwerste Los. Der VfL Wolfsburg bekommt es derweil mit einem Champions League Teilnehmer zu tun.

Nein, als Glücksfee kann Jerzy Dudek aus Bundesliga-Sicht nun wirklich nicht bezeichnet werden. Der polnische Nationaltorhüter, der es auf 60 Länderspiele für sein Land und über 120 Pflichtspiele für den FC Liverpool brachte, mit den Reds 2005 die Champions League gewann und im legendären Finale von Istanbul zum ewigen Liverpooler Helden erwuchs, loste Borussia Mönchengladbach bei der Ziehung der Europa League Zwischenrunde den FC Sevilla zu. Die Andalusier sicherten das Weiterkommen mit einem 1:0-Sieg über HNK Rijeka am sechsten Gruppenspieltag und liegen auch in der Primera División auf Kurs. Obwohl im Sommer mit Ivan Rakitić, Federico Fazio und Alberto Moreno drei Stammspieler, die auch im Europa League Finale in Turin auf dem Platz standen, den Club verließen, geht der amtierende Titelträger – 4:2 bezwang man im Finale Benfica Lissabon nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen – als Favorit ins Duell mit den Gladbachern. Abwehrmann Álvaro Domínguez kennt den Gegner noch aus seiner Zeit bei Atlético Madrid und weiß: „Sevilla ist meiner Ansicht nach die stärkste Mannschaft im Wettbewerb. Sie haben sehr gute Spieler und sind sehr erfahren im Europapokal. Es ist sehr schwierig, dort zu gewinnen.“ Immerhin hat die Borussia im entscheidenden Rückspiel Heimrecht und kann sich dann einmal mehr auf ein volles Haus freuen – rauschende Europapokalnächte gehören nun einmal zur DNA des traditionsreichen Clubs vom Niederrhein. Kann das Team von Lucien Favre die Form der Hinrunde über den Jahreswechsel retten, könnten in dieser Saison weitere hinzukommen.

Eine „sportlich reizvolle Aufgabe und ein attraktives Los“ erwischten auch Dieter Hecking und der VfL Wolfsburg – die Wölfe treffen auf Sporting Lissabon. Die Portugiesen wurden in ihrer Champions League Gruppe am letzten Spieltag noch vom FC Schalke abgefangen, hatten die Königsblauen zuvor aber im heimischen Estádio José Alvalade XXI mit 4:2 bezwungen. Das allein beweist die Qualität des Clubs aus der Hauptstadt, der zu Recht vor allem für seine Jugendarbeit gerühmt wird. Luís Figo, Cristiano Ronaldo, Nani, João Moutinho oder Ricardo Quaresma sind nur einige Beispiele für große portugiesische Fußballer, die ihre Profikarriere einst bei den grün-weißen Löwen begannen. „Sporting ist eine Mannschaft, die eigentlich immer dabei ist. Sie hat eine riesige Erfahrung“, spielt VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs auf die durchaus vorzeigbaren Resultate auf europäischer Bühne an. In der Saison 2011/12 schaffte es Sporting immerhin bis ins Europa League Halbfinale, 2004/05 stand man sogar im Finale um den UEFA-Cup. Dennoch muss sich der VfL vor diesem Gegner keineswegs verstecken, insbesondere dem Hinspiel in der Volkswagen Arena kommt eine große Bedeutung bei. Dort ist die Bilanz des Bayern-Jägers in der Europa League nach nur einem Sieg aus drei Gruppenpartien noch ausbaufähig, gleiches gilt für den Zuschauerzuspruch. Im Unterschied zu Mönchengladbach muss sich die VW-Stadt an Europapokalnächte eben erst noch gewöhnen. Die Chancen für ein Weiterkommen aber stehen gut, eine Paarung auf Augenhöhe deutet sich an.

Die Europa League Zwischenrunde:

Young Boys Bern (SUI) – FC Everton (ENG)
FC Turin (ITA) – Athletic Bilbao (ESP)
FC Sevilla (ESP) – Borussia Mönchengladbach (GER)
VfL Wolfsburg (GER)
– Sporting Lissabon (POR)

Ajax Amsterdam (NED) – Legia Warschau (POL)
Aalborg BK (DEN) – FC Brügge (BEL)
RSC Anderlecht (BEL) – Dynamo Moskau (RUS)
Dnipro Dnipropetrowsk (UKR) – Olympiakos Piräus (GRE)

Trabzonspor (TUR) – SSC Neapel (ITA)
EA Guingamp (FRA) – Dynamo Kiew (UKR)
FC Villareal (ESP) – RB Salzburg (AUT)
AS Rom (ITA) – Feyenoord Rotterdam (NED)

PSV Eindhoven (NED) – Zenit St. Petersburg (RUS)
FC Liverpool (ENG) – Beşiktaş Istanbul (TUR)
Tottenham Hotspur (ENG) – AC Florenz (ITA)
Celtic Glasgow (SCO) – Inter Mailand (ITA)

Die Hinspiele:

Do., 19. Februar 2015

Die Rückspiele:

Do., 26. Februar 2015

Redaktion Magath & Fußball