Auf den Gabentisch – Weihnachtsempfehlung II


Veröffentlicht am 17. Dezember 2014

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Dauerkarte und Schachgenie

Reportagen, Interviews, Essays, Kurzgeschichten, Kritiken sowie guter Journalismus – und nicht zu vergessen Hans Meyer. In 11Freunde ist der denkende Fußballfan wohlig aufgehoben und wird dennoch nicht eingelullt. Wer an Biederkeit, Herabsetzungen und Plattheiten interessiert, der sollte besser die Finger von 11Freunde lassen. Die Macher und Schreiber von 11Freunde animieren den Geist des Menschen und nicht den inneren Schweinehund, geben dem Verstand Nahrung und nicht den niederen Instinkten. Der denkende Leser und Fußballfan ist Adressat der Redaktion. Wer Lust an allen Verästelungen des Fußballs, wer sich für die Dinge hinter dem Ball und der Vermarktungsmaschinerie interessiert, sich lesend erfreuen möchte, staunen kann und neugierig bleibt, der kommt so richtig auf seine Kosten. Wer den Wahrheiten des Fußballmarketing nicht über den Weg traut, wem Worthülsen während, vor und nach einem Spiel und rund um den Sport nicht genügen, der wird fündig auf den Seiten des monatlich erscheinenden Magazins. Über Statistiken und Spielergebnisse hinausblickend, den Tellerrand des Fußballalltags nicht als Begrenzung hinnehmend, nimmt 11Freunde seine Leser mit auf kleine und große Reisen in alle Winkel des Fußballplaneten, erzählt nicht nur vom Sport, sondern einfühlsam von Land und Leuten, den kleinen und großen Dramen abseits der Scheinwerfer, ohne den Glamour der großen Fußballwelt zu vernachlässigen. Das Gesamtpaket stimmt. Wer daran teilhaben oder andere Menschen intelligent beschenken möchte, der sollte zum Geschenkabo greifen und sich die 11Freunde Dauerkarte sichern, damit einem oder vielen Menschen Freude nicht nur auf dem Gabentisch, sondern über das ganze Jahr bereiten.

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Dieses Endspiel findet nicht auf dem grünen Rasen statt, ist vielmehr der Titel eines im Jahr 2012 erschienenen biographischen Versuchs des Amerikaners Frank Brady über Bobby Fischer, den 2008 verstorbenen Ex-Weltmeister im Schach. Der Autor schaut nicht unbeteiligt auf Bobby Fischer, sondern durch die Brille des Professors für Kommunikation und Journalismus, der in seiner Freizeit Schachschiedsrichter und Präsident eines Schachclubs, vom Schach also eine Menge versteht. Laut Samuel Beckett ist Theater „Scheitern, scheitern, besser scheitern“. Auch Frank Brady ist letzendlich an der überbordenden Persönlichkeit Bobby Fischer gescheitert, zwischen Buchdeckeln und nicht auf dem Theater, obwohl Bobby Fischer jedem Shakespeare-Drama alle Ehre machen würde. Das Grandiose dieses Buchs mit dem Untertitel „Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer“ liegt gerade in diesem Scheitern, hinter das Geheimnis von Fischers Spiel zu kommen, dessen Persönlichkeit und dessen Brüche wirklich zu ergründen. Aber um dieses Scheitern auf höchstem Niveau breitet sich ein menschliches Universum zwischen Genie und Alltagstragödie aus, wie es wohl nur wenige Leben vorzuweisen haben. In Details ist Brady großartig, des Öfteren liest er sich wie ein Nachhall des Kalten Krieges, gerade wo es um das Duell zwischen dem Amerikaner Fischer und dem Russen Spassky in Reykjavik 1972 geht. Aber diese Ausrutscher seien verziehen, man wird intelligent unterhalten und findet so manch Nachdenkenswertes aus dem Universum des Bobby Fischer und der Welt der 64 Felder. Auch der Leser ohne Schachkenntnis kommt auf seine Kosten.

Endspiel
Gebundene Ausgabe: 394 Seiten
Verlag: Riva
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868831991
ISBN-13: 978-3868831993
Preis: 22,00 Euro

Redaktion Magath & Fußball

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