Das Wettschießen geht weiter


Veröffentlicht am 19. Januar 2015

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Erneuter Messi-Dreierpack im Riazor

Real Madrid ist spanischer Wintermeister – und das, obwohl das Team von Carlo Ancelotti weiterhin eine Partie weniger bestritten hat als der Rest. Dieser Titel für das Starensemble anders als die Copa del Rey freilich ohne Wert, immerhin aber gutes Omen: In fast 70 Prozent der Spielzeiten, in denen Real das Tableau bei Saisonhalbzeit anführte, gewannen sie später auch die Meisterschaft. Derlei Statistikmaterial bedeutet für die Konkurrenz allerdings keinen Grund, das Handtuch zu werfen. Real ist nicht unbesiegbar, das zeigten Fernando Torres und Atlético Madrid erst unter der Woche. Der spanische Pokal jedenfalls ist in diesem Jahr für die Königlichen nicht mehr zu gewinnen und auch wenn es in der Liga weiterhin rund läuft, sieht ein Ruhekissen an der Tabellenspitze wahrlich anders aus. Die Verfolger bleiben dran, den 19. Spieltag in der Primera División gestalteten die ersten sechs Mannschaften allesamt siegreich. Herausragend dabei zweifellos Lionel Messi, der seine persönliche Erfolgsbilanz gegen La Coruña auf nunmehr neun Treffer in vier Spielen ausbaute und den FC Barcelona fast im Alleingang in der Spur hielt.

Mit dem Duell der beiden Aufsteiger aus Córdoba und Eibar beging „La Liga“ am Freitagabend den Start ins Wochenende. Lange Zeit sah es so aus, als könnten die Gastgeber im heimischen Estadio Nuevo Arcángel vor 16.131 Zuschauern ihren zweiten Heimdreier dieser Spielzeit landen, denn der Rumäne Florin Andone hatte den FC Córdoba bereits nach neun Sekunden (!) mit dem viertschnellsten Treffer der Ligageschichte in Führung gebracht. 20 Minuten vor dem Ende gelang Gästecoach Gaizka Garitano allerdings ein echter Glücksgriff von der Ersatzbank. Der 31-jährige Angreifer Mikel Arruabarrena brauchte nicht lange, um auf Betriebstemperatur zu gelangen und traf per Kopf auf Vorlage von Saúl zum 1:1-Endstand. Der SD Eibar nach beachtlichen 14 Punkten aus den zurückliegenden acht Partien weiterhin Tabellenachter und mit komfortablen elf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Deutlich absetzen von der bedrohten Zone konnten sich zudem Rayo Vallecano mit einem 1:0-Auswärtssieg in San Sebastián – der Angolaner Manucho erzielte den einzigen Treffer am Samstagnachmittag im Estadio Anoeta – und Espanyol Barcelona, das durch ein spätes Caicedo-Tor Celta Vigo mit dem gleichen Ergebnis schlug. Beide Mannschaften nun ansässig im gesicherten Mittelfeld. Als Gewinner in der unteren Tabellenhälfte darf sich darüber hinaus der FC Elche fühlen, der durch einen 1:0-Sieg über UD Levante nicht nur den Gegner überflügelte, sondern von Platz 19 raus aus den Abstiegsrängen an Deportivo La Coruña vorbei auf 16 sprang.

La Coruña derweil gegen Barcelona chancenlos, auch weil Lionel Messi mal wieder nicht zu stoppen war. Der Argentinier traf wie schon bei seinem letzten Auftritt im Estadio Riazor in der Saison 2012/13 dreifach, Deportivo längst einer seiner Lieblingsgegner. Bereits nach elf Minuten hatte der nur 1,70 Meter große „Floh“ die Katalanen aus elf Metern mit einem wuchtigen Kopfball in Führung gebracht, nach etwas mehr als einer halben Stunde offenbarte er im Fünfmeterraum seine ganze Klasse und überlupfte den chancenlosen Torhüter Fabricio Agosto sehenswert. Seinen 22. Dreierpack in der Primera División machte Messi in Minute 62 klar, als er nach einer kurz ausgeführten Ecke von rechts energisch in den Strafraum zog und das Leder in die lange Ecke schlenzte. Ein Eigentor mit Slapstick-Charakter führte schließlich zum 0:4-Endstand aus Sicht der Hausherren, die damit durchaus noch gut bedient waren. Während Luis Suárez einen rabenschwarzen Tag erwischte und noch einige gute Gelegenheiten ausließ, beantwortete Messi die seit Tagen durch den europäischen Blätterwald geisternden Wechselgerüchte auf seine Weise. Inzwischen von Luis Enrique vorwiegend über die Flügel eingesetzt, scheint sich der Superstar zumindest auf dem Fußballfeld so wohl wie eh und je zu fühlen, seine Saisontore Nummer 17, 18 und 19 belegen dies. Ein Wechsel Messis nicht zuletzt aufgrund des finanziellen Volumens eines solchen Deals nur sehr schwer vorstellbar.

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Trotz des klaren Sieges bleibt der FC Barcelona in der Tabelle weiter einen Zähler hinter Real Madrid. Die Königlichen gewannen das kleine Madrider Stadtderby in Getafe am Ende noch deutlich mit 3:0, nachdem sie sich im mit 11.500 Zuschauern überraschend spärlich besetzten Coliseum Alfonso Pérez gegen gut organisierte Gastgeber lange Zeit schwer getan hatten. Toni Kroos hatte mit einem fulminanten Linksschuss gegen die Latte die Führung zwar unmittelbar vor der Pause schon auf dem Fuß, erst nach 63 Minuten und einer feinen Vorarbeit von Karim Benzema aber gelang dem alten und neuen Weltfußballer das erste Tor. Anschließend ging alles ganz schnell: Getafe hatte sich noch nicht richtig vom Gegentreffer erholt, da drückte der Waliser Gareth Bale die Kugel ein weiteres Mal über die Linie. Die Begegnung spätestens jetzt entschieden, Cristiano Ronaldo aber blieb das letzte Wort vorbehalten. Per Kopf stellte der Portugiese nicht nur einen weiteren Doppelpack sicher, sondern ist mit nunmehr 289 Pflichtspieltoren für Real Madrid in der ewigen Schützenliste des Clubs nun schon auf Platz drei angekommen. Ronaldo verdrängte Carlos Alonso González, genannt Santillana (288), auf Rang vier – nur noch Rekordmann Raúl (323) und die Legende Alfredo di Stéfano (307) stehen vor ihm. Von Trennungsschmerz bei CR7 – Medienberichten zufolge fand die Liaison mit dem russischen Topmodel Irina Shayk kürzlich ein Ende – zumindest auf dem Platz nichts zu spüren, auch das Pokalaus gegen Atlético scheint man beim Champions League Sieger einigermaßen verkraftet zu haben.

Das Führungsduo also weiter im Gleichschritt. Doch auch die Verfolger gaben sich keine Blöße. Atlético steckte gegen Schlusslicht Granada wohl noch die Siegesfeier vom Donnerstag in den Kleidern, Diego Simeone‘s Mannen mühten sich zum 2:0-Sieg über den Underdog, den Mario Mandžukić mit seinem achten Saisontreffer vom Elfmeterpunkt aus auf den Weg brachte. Auch der FC Valencia hatte im Heimspiel gegen Almería unerwartet große Schwierigkeiten, der israelische Angreifer Tomer Hemed bescherte den Gästen aus Andalusien mit seinem Doppelpack beinahe einen unerwarteten Punktgewinn im Mestalla. Álvaro Negredo machte diesen sechs Minuten vor Schluss jedoch zunichte und sorgte für den 3:2-Sieg der Fledermäuse, die nach dem Pokalaus gegen Espanyol ihre Ligaserie auf jetzt 14 Punkte aus sechs Spielen ausbauten. Gar 16 Zähler sammelte der FC Sevilla im gleichen Zeitraum, zog unter der Woche überdies gegen Granada souverän ins Viertelfinale der Copa del Rey ein und besiegte am späten Sonntagabend den siebtplatzierten FC Málaga mit 2:0. Das Team von Unai Emery so etwas wie die Mannschaft der Stunde in Spanien und am kommenden Wochenende nun im Topspiel in Valencia gefordert.

Zumindest in der oberen Tabellenhälfte also bleibt alles beim Alten. Real Madrid mit nun 45 Punkten weiterhin Erster, dahinter der FC Barcelona (44) auf Tuchfühlung. Atlético (41) auf Rang drei, Sevilla (39) und Valencia (38) folgen. Der FC Villareal (35) lässt sich nicht abschütteln, wird aber trotz des 2:0-Siegs gegen Bilbao am Ende höchstwahrscheinlich nicht in den Kampf um die Champions League Plätze eingreifen können.

Der 19. Spieltag in der Primera División in der Übersicht

FC Córdoba – SD Eibar 1:1 (1:0)
Tore: 1:0 Florin Andone (1.), 1:1 Mikel Arruabarrena (73.)

Real Sociedad San Sebastián – Rayo Vallecano 0:1 (0:0)
Tor: Manucho (81.)

FC Valencia – UD Almería 3:2 (2:2)
Tore: 1:0 Parejo (11.), 1:1 Tomer Hemed (13.), 2:1 Rodrigo (28.), 2:2 Tomer Hemed (33.), 3:2 Álvaro Negredo (84.)

FC Villareal – Athletic Bilbao 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Denis Cheryshev (42.), 2:0 Bruno Soriano (83., Foulelfmeter)

Espanyol Barcelona – Celta Vigo 1:0 (0:0)
Tor: Felipe Caicedo (90.)

FC Getafe – Real Madrid 0:3 (0:0)
Tore: 0:1 Cristiano Ronaldo (63.), 0:2 Gareth Bale (67.), 0:3 Cristiano Ronaldo (79.)

Atlético Madrid – FC Granada 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Mario Mandžukić (34., Foulelfmeter), 2:0 Raúl García (88.)

Deportivo La Corunña – FC Barcelona 0:4 (0:2)
Tore: 0:1 Lionel Messi (11.), 0:2 Lionel Messi (33.), 0:3 Lionel Messi (62.), 0:4 Sidnei (83., Eigentor)

FC Elche – UD Levante 1:0 (1:0)
Tor: Jonathas (12.)

FC Sevilla – FC Málaga 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Carlos Bacca (36.), 2:0 Denís Suárez (68.)

Redaktion Magath & Fußball

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