Wimbledon auf 64 Feldern


Veröffentlicht am 27. Januar 2015

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Magnus Carlsen gewinnt hochkarätiges Turnier der Weltelite

Das alljährlich stattfindende Schachturnier im holländischen Wijk aan Zee, das vom Stahlkonzern Tata Steel finanziert wird, gilt schon lange als eine Art Wimbledon des Schachsports. Nicht anders die gerade beendete Ausgabe des Jahres 2015. Die Schachwelt sah unterhaltsame und spannende Partien sowie eine sehr jugendliche Schachelite nebst einem bestens aufgelegten Weltmeister. Magnus Carlsen hatte entscheidenden Anteil am erfolgreichen Turnier und holte sich den völlig verdienten Sieg. Auf der Abschluss-Pressekonferenz zeigte sich der Weltmeister leicht genervt von Fragen nach Popularität und Berühmtheit in seiner Heimat Norwegen. Den Boulevard und dessen Stil wird er halt nicht mehr lieben, darin einem anderen großen Sportler namens Lionel Messi sympathisch ähnlich. Bilanz und Turnierfazit des 24-jährigen Weltmeisters fielen skandinavisch knapp aus: „Der Anfang war nicht optimal, und die letzten vier Partien kann man auch vergessen, aber dazwischen liegen sechs ordentliche Siege.“ Dann ging es auf eine Schlussfeier und den Wintermarkt, wo Gäste, Publikum, Fans und Mitspieler nebst dem Weltmeister feierten und gute Laune angesagt war. Etwas weniger fröhlich schaute Fabiano Caruana (22) aus der Wäsche. Der für viele Experten nächste Herausforderer um die Schachkrone landete nur auf Platz sieben und unterlag auch Magnus Carlsen. Nur dem Polen Radoslaw Wojtaszek (28) gelang es, den Weltmeister zu besiegen, dessen einzige Turnierniederlage. Kein Spieler verließ Wijk aan Zee ungeschlagen.

Magnus Carlsen startete langsam ins Turnier, mit einem Punkt aus drei Partien und legte dann los, gewann sechs Spiele in Folge. Damit übernahm er die Führung im Turnier, die er bis zum Abschluss nicht mehr aus der Hand gab. Fabiano Caruana begann mit zwei Siegen und es machte wieder die Rede vom künftigen Weltchampion die Runde. Dann holte ihn erst die Turnierwirklichkeit und später der Weltmeister ein. Dessen härteste Konkurrenten im Turnierverlauf wurden der Franzose Maxime Vachier-Lagrave (24), der holländische Schachstern Anish Kumar Giri (20), der philippinische Großmeister Wesley So (21) und Chinas Nummer eins Ding Liren (22). Mit jeweils einem halben Punkt hinter Turniersieger Magnus Carlsen belegten diese vier die Plätze zwei bis fünf. In den Turnierpausen und an spielfreien Tagen ging es zu einem Touristenbesuch nach Den Haag aber vor allem in die nahegelegene Sporthalle. Fußball musste dieses Mal dem Basketball den Vortritt lassen. Die jungen Schachgiganten frönten dieser gemeinsamen Leidenschaft und zeigten dabei durchaus Motivation und Einsatz. Man spielte ernsthaft und mit Freude Basketball, zeigte ehrliche Begeisterung für diesen Sport. Vornweg der leidenschaftliche NBA-Fan Magnus Carlsen, der demnächst sicher auch wieder gegen einen Fußball treten wird.

Redaktion Magath & Fußball

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