Nur Werder schwächelt


Veröffentlicht am 5. März 2015

1 Flares 1 Flares ×
Bielefelder Pokalheld: Manuel Junglas schnürte gegen Bremen einen Doppelpack.

Bielefelder Pokalheld: Manuel Junglas schnürte gegen Bremen einen Doppelpack.

Kaum Überraschungen im DFB-Pokal Achtelfinale

Sieben Bundesligisten und Arminia Bielefeld stehen im Viertelfinale des DFB-Pokals. Neben dem sensationellen Erfolg der Ostwestfalen über Werder Bremen lag einzig in Leverkusen lange Zeit eine Überraschung in der Luft, Bayer 04 aber zog in der Verlängerung den Kopf aus der Schlinge und wendete ein erneutes Aus gegen Kaiserslautern ab. Während sich die Bayern auf den Schiedsrichter verlassen konnten, profitierten sowohl Gladbach als auch Dortmund von gegnerischen Aussetzern. Wolfsburg und Hoffenheim gewannen weitestgehend ungefährdet, auch Freiburg ist in der Runde der letzten Acht dabei.

Arminia Bielefeld – Werder Bremen 3:1 (1:0)
In der Bundesliga waren die Bremer zumindest bis zum vergangenen Sonntag und der vogelwilden 3:5-Niederlage gegen Wolfsburg so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Fünf Dreier in Serie zwischen dem 17. und 21. Spieltag bannten an der Weser bis auf weiteres das Abstiegsgespenst, erstmals seit fünf Jahren sollte in Bielefeld nun der Einzug ins Pokalviertelfinale gelingen. Daraus allerdings wurde nichts, denn die Arminen siegten dank eines Doppelpacks von Manuel Junglas und eines Treffers von Sebastian Schuppan – aufseiten der Bremer traf Clemens Fritz zum zwischenzeitlichen Anschluss – gar nicht mal unverdient mit 3:1. Nach Sandhausen und Hertha BSC kegelte der unangefochtene Drittliga-Tabellenführer auf der heimischen Alm einen weiteren höherklassigen Gegner aus dem Wettbewerb und sorgte ganz nebenbei für die einzige echte Sensation im Achtelfinale.

FC Bayern München – Eintracht Braunschweig 2:0 (1:0)
Nicht ganz zu Unrecht beklagte sich Löwen-Trainer Torsten Lieberknecht nach Spielschluss über einen rätselhaften Pfiff von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees. Denn dieser ermöglichte dem Titelverteidiger just vor dem Gang in die Kabine den Führungstreffer zum besten Zeitpunkt: David Alaba verwandelte einen Freistoß aus 20 Metern direkt unter die Latte, gewohnt theatralisch war zuvor Arjen Robben zu Boden gegangen. Was bis dato als durchaus glückliche Führung der Münchner bezeichnet werden musste, geriet nach der Pause nie mehr in Gefahr. Nach knapp einer Stunde machte Mario Götze mit einem Solo durch die Braunschweiger Hintermannschaft den Deckel drauf. Negativer Beigeschmack neben dem streitbaren Freistoßpfiff ein nicht geahndetes Nachtreten von Franck Ribéry in Spielminute fünf. Der geniale wie hitzköpfige Franzose hielt einmal mehr seine Nerven nicht im Zaum und hätte der Unparteiische diese Unbeherrschtheit wahrgenommen, ein Feldverweis wäre wohl unumgänglich gewesen.

Kickers Offenbach – Borussia Mönchengladbach 0:2 (0:0)
Ohne jeden Glanz entledigten sich die Fohlen ihrer unangenehmen Pflichtaufgabe am Bieberer Berg, der souveräne Tabellenführer der Regionalliga Südwest aber hielt das Geschehen lange Zeit offen. Wenngleich die Mannschaft von Lucien Favre hinten nie ernsthaft in Gefahr geriet, brauchte es ein kurioses Handspiel von Offenbachs Angreifer Markus Müller im eigenen Sechzehner, um die Borussia auf die Siegerstraße zu geleiten. Max Kruse ließ sich die Gelegenheit vom Elfmeterpunkt nicht entgehen (52.). Sieben Minuten vor dem Ende entschied Patrick Herrmann die Begegnung. Bemerkenswerte Randnotiz der Auftritt der heimischen Anhänger, die ihr Team nicht nur 90 Minuten lang stimmungsvoll unterstützten und trotz der Niederlage mit Sprechgesängen feierten, sondern auch dem einstigen Offenbacher André Hahn einen tollen Empfang bereiteten.

Die Entscheidung am Bieberer Berg: Patrick Herrmann trifft aus spitzem Winkel, OFC-Keeper Daniel Endres ohne Abwehrchance.

Die Entscheidung am Bieberer Berg: Patrick Herrmann trifft aus spitzem Winkel, OFC-Keeper Daniel Endres ohne Abwehrchance.

RB Leipzig – VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)
Die Wölfe bauten ihre sagenhafte Erfolgsserie auch im mit Spannung erwarteten Konzernduell zwischen Red Bull und Volkswagen aus. Anders als 2011, als der VfL in der ersten Pokalrunde mit 2:3 am damaligen Viertligisten scheiterte, ging man diesmal konzentrierter zu Werke. Daniel Caligiuri brachte den Tabellenzweiten der Bundesliga nach 20 Minuten auf Vorlage von Kevin De Bruyne ausgerechnet in einer Phase in Front, in der sich die Hausherren anschickten, selbst in Führung zu gehen. Sowohl Abwehrmann Lukas Klostermann als auch Angreifer Omer Damari aber verpassten zuvor knapp. Als nach beinahe einer Stunde Timm Klose eine Ecke von Marcel Schäfer wuchtig ins Netz köpfte, hatte der VfL dem ambitionierten Zweitligisten endgültig den Zahn gezogen und hätte das Resultat in der Schlussphase gut und gerne noch deutlicher gestalten können. Durch den verdienten Sieg im mit über 43.000 Zuschauern gut besetzten Leipziger Rund sind die Grün-Weißen nunmehr in 15 aufeinanderfolgenden Pflichtspielen ungeschlagen.

Dynamo Dresden – Borussia Dortmund 0:2 (0:0)
Der Unmut von Jürgen Klopp über den Zustand der Spielfläche im Dresdner Stadion war offensichtlich und wurde nur von der Sorge um Marco Reus übertroffen. Der Pechvogel des vergangenen Jahres humpelte nach einem Foul abseits des Balls Mitte der ersten Hälfte vom Platz und kehrte nicht zurück. Die ohnehin schwierige Aufgabe für den BVB beim topmotivierten Drittligisten, der im laufenden Wettbewerb sowohl Bochum als auch Schalke schon ausschalten konnte, nun noch unangenehmer. Als dann auch noch Ciro Immobile nach einem Ellenbogencheck im Luftzweikampf mit Dynamo-Kapitän Michael Hefele im Gesicht blutend das Spielfeld für einige Momente verlassen musste, schien der Pokalabend für den ganz in Weiß spielenden Bundesligisten endgültig aus dem Ruder zu laufen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Hefele kurz nach dem Seitenwechsel Immobile den Führungstreffer auf dem Silbertablett servierte. Einen völlig missratenen Querpass des Dresdner Abwehrchefs verarbeitete der häufig kritisierte aber stets vorbildlich ackernde Italiener mit aller Coolness, nahm das spielentscheidende Versöhnungsgeschenk dankend an. Die Sachsen zwar durchaus nicht chancenlos, letztlich bei ihren Abschlüssen aber ohne Glück. Mit einem blitzsauberen Konter, abgeschlossen erneut von Immobile, nutzte der BVB in der Schlussphase die größer werdenden Räume und brachte einen von Klopp ausgerufenen „Charaktertest“ ohne Gegentreffer zu Ende.

Doppeltorschütze Ciro Immobile sichtlich gezeichnet vom Pokalfight in der sächsischen Landeshauptstadt.

Doppeltorschütze Ciro Immobile sichtlich gezeichnet vom Pokalfight in der sächsischen Landeshauptstadt.

SC Freiburg – 1. FC Köln 2:1 (2:0)
Das einzige Bundesliga-Duell im Pokal-Achtelfinale entschied der Sport-Club unter gütiger Mithilfe der Kölner zu seinen Gunsten. Anthony Ujah unterlief in Minute 17 ein äußerst kurioses Eigentor, nur zwei Minuten später erhöhte Vladimir Darida auf 2:0. Darida hätte dann nach gut einer Stunde vom Elfmeterpunkt aus alles klar machen müssen, scheiterte aber an Timo Horn. Deyverson, der Winterneuzugang von Belenenses Lissabon, brachte die Kölner in der Schlussphase zwar noch einmal auf 1:2 heran, in der folgenden sechsminütigen Nachspielzeit allerdings brachten die Domstädter das Tor von Roman Bürki nicht mehr wirklich in Gefahr.

Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Kaiserslautern 2:0 n.V.
In einer Neuauflage des letztjährigen Viertelfinals blieb dem FCK diesmal der Überraschungscoup in der BayArena verwehrt. Noch vor Jahresfrist waren die Roten Teufel durch einen 1:0-Sieg nach Verlängerung in Leverkusen, dem Norweger Ruben Jenssen gelang seinerzeit das goldene Tor, ins Halbfinale eingezogen. Diesmal forderten die tapferen Lauterer den Champions League Achtelfinalisten zwar erneut über 120 Minuten, mussten sich nach einem herrlichen Freistoßtreffer von Hakan Çalhanoğlu (102.) und einem Tor von Stefan Kießling (114.) aber mit 0:2 geschlagen geben.

VfR Aalen – 1899 Hoffenheim 0:2 (0:1)
Die TSG hatte mit dem tapfer kämpfenden Zweitliga-Vorletzten so ihre liebe Mühe, der Achtelfinalerfolg darf als schmeichelhaft eingestuft werden. Eugen Polanski besorgte wie aus dem Nichts die Führung (16.), die bis zum Pausenpfiff aber ein ums andere Mal auf wackligen Beinen stand. VfR-Kapitän Andreas Hofmann beispielsweise traf mit einem Distanzknaller nur die Oberkante der Latte. Auch in Halbzeit zwei nutzten die Kraichgauer jedoch ihre erste gute Gelegenheit: Pirmin Schwegler und Sven Schipplock brachten Kevin Volland in Position, der den Ball im kurzen Eck unterbrachte. Anschließend gaben sich die Aalener zwar längst nicht geschlagen, verpassten aber den direkten Anschlusstreffer durch Collin Quaner denkbar knapp und verabschiedeten sich schließlich trotz guter Vorstellung mit einer 0:2-Niederlage aus dem Pokal.

Redaktion Magath & Fußball

Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookShare on LinkedInEmail this to someone