Eurosplitter


Veröffentlicht am 9. März 2015

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Doppelpacker Harry Kane schraubte sein Torekonto auf 16 Treffer in die Höhe.

Doppelpacker Harry Kane schraubte sein Torekonto auf 16 Treffer in die Höhe.

FA Cup mit Überraschungen und Ausrutscher von Real Madrid

Die Premier League bot am Wochenende nur ein Nachholspiel. Die Tottenham Hotspur gewannen einige Straßenzüge weiter eine Auswärtspartie im Londoner Derby gegen die Queens Park Rangers mit 2:1. Angreifer Harry Kane – die verlässliche Lebensversicherung der Spurs – schlug dabei zweimal zu. QPR auch nach dem Abgang von Harry Redknapp latent im Abstiegskampf. Die Spurs nun harter Konkurrent von Arsenal, Manchester United und Liverpool um die finanzkräftigen Champions League Plätze. Der Rest auf der grünen Insel galt dem FA Cup. Der FC Liverpool trat wieder ohne den am Oberschenkel laborierenden Steven Gerrard an. Eine Art Vorgeschmack auf die Liverpooler Zukunft, man spielte in der Tat irgendwie kopflos. Die Leistung war ernüchternd, Reds-Fans schüttelten früh ihr Haupt.

Von 21 Liverpooler Torschüssen fanden nur vier den Kasten der Blackburn Rovers. Der Tabellenelfte der zweiten englischen Liga hatte in der ersten Hälfte sogar seine Chance und setzte in Halbzeit zwei auf Kampfkraft. Mit dem abschließenden 0:0 sicherte man sich ein verdientes Wiederholungsspiel in heimischen Gefilden. Eine erneute Partie hat auch Drittligist FC Bradford erreicht. Gegen den Zweitligisten FC Reading spielte man daheim 0:0. Die bleierne Tradition des FA Cups bläht den Spielplan in England zusätzlich auf, es gibt bei Remis nach regulären 90 Minuten immer noch das obligate und international längst überkommene Nachholspiel. Für die verbliebenen Bradford-Träume geht es jetzt nach Reading. Dem Team von Aston Villa gelang dagegen der direkte Sprung in die nächste Runde mit einem 2:0 gegen West Brom. Noch vor dem Schlusspfiff stürmten die zuletzt ob der schwachen Leistungen ihres Vereins arg gebeutelten Aston-Fans den Rasen im heimischen Villa Park und bejubelten den verdienten Sieg. Das Verhalten der Fans erinnerte an finstere Zeiten des englischen Fußballs und warf einen Schatten auf den Sieger.

Hoch im Norden der Insel machte eine Legende des schottischen Fußballs sportpolitisch von sich reden. Die Anhänger der Glasgow Rangers fassen wieder Hoffnung. Ein Neuanfang in Sachen Vereinsführung wurde am vergangenen Freitag von einer breiten Masse der Mitglieder getragen. Auf den Schultern des Unternehmers Dave King ruhen nun eine Menge Erwartungen. Die Gegenwart der Rangers bedeutet noch das harte Brot der zweiten schottischen Liga und einen intensiven Kampf um den angestrebten Aufstieg.

Kein Durchkommen für Daniel Carvajal und Real Madrid im San Mamés.

Kein Durchkommen für Daniel Carvajal und Real Madrid im San Mamés.

Beeindruckender Führungswechsel in Spaniens erster Liga. Athletic Bilbao machte den Anfang, besiegte in der Primera División den europäischen Champion Real Madrid mit 1:0. Ein sehenswerter wie wuchtiger Kopfball von Bilbao-Mittelstürmer Aritz Aduriz schlug im rechten Dreiangel der Madrilenen ein und entpuppte sich als goldener Treffer. Den Sieg hielt dann Athletic-Torwart Gorka Iraizoz fest. Mit einigen Glanzparaden vereitelte er die Real-Bemühungen zur Umkehr der Partie. Real über weite Strecken pomadig und einfallslos. Cristiano Ronaldo trägt zur Zeit den Weltfußballer über den Platz, viel mehr ist nicht zu sehen, die Wahl scheint die gigantische Ein-Mann-Tormaschine in Zufriedenheit baden zu lassen. Gegen Schalke reicht es für Real wie bei Ronaldo allemal, für den spanischen Titel und die Verteidigung der Champions League Krone könnte die momentane Verfassung deutlich zu wenig sein. Jedenfalls war der baskische Ausflug des Weißen Ballett eine Steilvorlage für Barca, die den Sonntagmittag in der katalanischen Hauptstadt nutzten und mit einem glänzend aufgelegten Lionel Messi einen souveränen 6:1-Sieg über Rayo Vallecano einfuhren. Ein Sieg, der die Tabellenführung einbrachte. Messi landete in der zweiten Hälfte einen Hattrick, seinen sage und schreibe 24. Hattrick in der Primera División, außerdem erzielte der Argentinier seinen 30. Saisontreffer für Barca. Der Uruguayer Luis Suárez wollte sich da nicht lumpen lassen, kommt immer besser in Fahrt, steuerte zwei Treffer zum Barca-Sieg bei. Im Spitzenspiel trennten sich Meister Atlético Madrid und der FC Valencia dank eines späten Kopfballtreffers von Shkodran Mustafi 1:1. Es war bereits Saisontor Nummer vier für den deutschen Weltmeister, kein Verteidiger traf bislang öfter. Die Partie wird jedoch vor allem wegen elf Gelber Karten und einer Gelb-Roten in Erinnerung bleiben. Atlético nun mit sechs Punkten hinter Real und mit sieben Zählern hinter Barca, Titelverteidigung wohl langsam illusorisch.

In Italien versinkt der AC Milan weiter im tabellarischen Mittelmaß, ein 2:2 im San Siro gegen Hellas Verona schweißt das Team auf Platz zehn im tabellarischen Niemandsland fest. Punktgleich in dieser Zone der Nichtigkeit auf Platz neun liegt Lokalrivale Inter. Es ist sehr grau in Italiens einstiger Fußballhochburg. Der AS Rom verliert mit einem 0:0 bei Chievo Verona weiter an Boden gegenüber Juventus. Die Meisterschaft wird ähnlich dem Ablauf der Bundesliga eine einseitige wie offensichtlich bequeme Sache für die Alte Dame. Juve mit seinem Heimspiel erst am Montag dran, aus acht Punkten Vorsprung könnten dann mit einem Dreier gegen Sassuolo Calcio gut und gerne elf Zähler werden. Bei unseren österreichischen Nachbarn ein prestigeträchtiges Duell in der Hauptstadt Wien. Die Austria schlägt Rapid mit 2:1. Im Istanbuler Lokalderby der türkischen Liga besiegte Fenerbahçe den Rivalen Galatasaray mit 1:0.

In Frankreich hatte sich der haushohe Meisterfavorit und Titelverteidiger Paris St. Germain mit einem 4:1-Heimsieg gegen den RC Lens zumindest vorübergehend an die lang ersehnte Tabellenspitze gebracht. 28 Spieltage waren nötig. Olympique Lyon allerdings konterte diesen Angriff am Sonntagabend mit einem bemerkenswerten 5:1-Auswärtssieg in Montpellier. Alexandre Lacazette und Nabil Fekir trafen jeweils doppelt, gemeinsam hat das mit großem Abstand torgefährlichste Sturmduo der Ligue 1 nun schon 34 Saisontore auf dem Konto.

Redaktion Magath & Fußball

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