Magath und die Heimatstadt


Veröffentlicht am 17. März 2015

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Herr Magath, wie lange ist denn Ihr letztes Bier im Schlappeseppel her?
Felix Magath: Das ist leider schon zu lange her. Weil der Schlappeseppel immer so voll ist. Aber wenn die sich mal überlegen, in München einen Laden aufzumachen, dann wäre ich da sicherlich Stammgast.

Es ist in letzter Zeit ruhiger um Sie geworden. Was machen Sie so?
Magath: Ich bin vielleicht nicht mehr so im Blickpunkt, aber trotzdem noch viel unterwegs. Mal in Berlin und mal in Hamburg, Außerdem habe ich endlich mal ein Privatleben. Unternehme viel mit meiner Frau und meinen Kindern. Langweilig ist mir also noch nicht.

Wie sieht es mit Hobbies bei Ihnen aus? Die meisten Fußballer golfen…
Magath: Ich bin auf jeden Fall kein Golfer. Letztens habe ich mir einen Tennislehrer geleistet, der mir schon viel beigebracht hat und ich bin zufrieden mit meinen Fortschritten. Es wird nicht mehr zum Profi reichen, aber bei den Ü60 greif ich noch mal an.

Wenn die Tennissaison im Mai beginnt, sind Sie voll dabei?
Magath: Im Mai bin ich voll fit. Dann geht’s vielleicht gegen Blau-Weiß Aschaffenburg.

Wäre es nicht auch mal wieder Zeit für einen Besuch am Schönbusch?
Magath: Ab und an bin ich sowieso in Aschaffenburg. Und wenn die Viktoria ein interessantes Spiel hat. Wieso denn nicht?

Wie sehr verfolgen Sie den Fußball am Bayerischen Untermain noch?
Magath: Ganz so intensiv jetzt nicht. Ich checke also nicht jeden Samstag die Ergebnisse. Sporadisch werfe ich aber schon einen Blick drauf. Und ich hoffe, dass die Viktoria den Aufstieg dieses Jahr schafft.

PrimaSonntag hatte am 1. April mal mit dem Scherz: „Felix Magath übernimmt Viktoria Aschaffenburg!“ getitelt. Könnten Sie sich so ein Projekt sogar vorstellen?
Magath: Ich kann mir viel vorstellen. Aschaffenburg ist meine Heimatstadt und ich würde mich freuen, wenn die Viktoria mal wieder Profiluft schnuppern könnte. Es ist natürlich so, dass man durch die letzten Jahre nicht sicher ist: Wo geht der Weg denn hin? Aber wenn jemand daran interessiert ist und da vernünftig was machen will, dann hätte ich kein Problem damit, dem Verein zu helfen.

Apropos Projekte: RB Leipzig ist wohl momentan das umstrittenste Fußballkonzept der Republik…
Magath: Ich habe schon vor Jahren gesagt, dass das Geld im bezahlten Fußball eine immer größere Rolle spielt. Und es wird immer mehr in diese Richtung gehen, egal ob das jemand gern hat oder nicht. Ich finde es immer gut, wenn jemand in den Fußball investiert. Ich habe aber leider selbst oft die Erfahrung gemacht, dass es bei den wenigsten Investoren um Leidenschaft, sondern eher um den Erfolg geht. Dann hat jemand wie ich, der den Fußball liebt, manchmal seine Schwierigkeiten damit.

Ein ebenfalls auf Rosen gebetteter Verein ist Ihr Ex-Club der VfL Wolfsburg. Die Wölfe haben den Sprung in Deutschlands Spitze wieder geschafft. Sind die bereit, die Bayern dauerhaft zu attackieren?
Magath: Wenn der Konzern will, dann werden sie auch in den kommenden Jahren eine gute Rolle spielen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie den Bayern den Kampf ansagen können. Dafür ist der FCB mittlerweile auf einem anderen Level. Aber hinten dran ist der VfL auf alle Fälle das Team.

Welches Ihrer Ex-Teams würden Sie am liebsten wieder übernehmen?
Magath: Keine Frage: Den TV 1860 Aschaffenburg.

Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass Sie eigentlich nicht mehr Bundesliga-Trainer werden möchten. Wie sieht es heute aus?
Magath: Sie müssen das aus meiner Sicht sehen: Ich habe mein ganzes Leben im Fußball verbracht und auch das eine oder andere erreicht. Insgesamt 40 Jahre bin ich herumgereist. Deswegen bin ich da momentan eher leidenschaftslos. Wenn ich noch eine Aufgabe übernehme, dann muss es schon was sein, bei dem ich Erfolg haben kann. Aber ich war lange genug dabei, muss also nicht mehr unbedingt auf die Trainerbank.

Während Ihres Amtes in Fulham haben Sie auch das englische Bier probiert. Wie hat es geschmeckt?
Magath: Das war sehr gut. Ich habe in den englischen Pubs gerne Bier getrunken. Aber an Schlappeseppel-Qualität kommt es nicht ganz heran.

(Felix Magath, Interview, Radio Primavera, Funkhaus Aschaffenburg, 13. März 2015)