CL-Achtelfinale 2015 ist Geschichte


Veröffentlicht am 19. März 2015

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Ohne England geht es weiter – Bundesliga lässt Federn – Frankreich überrascht

Napoleon hat England nicht bezwingen können. Den Fußballclubs Paris Saint Germain und AS Monaco ist dies gelungen. Chelsea und Arsenal waren keine unüberwindbaren Hürden für die Teams aus der Ligue 1. Arsenal blamierte sich vom Ergebnis daheim, konnte im Rückspiel die Demütigung etwas vergessen machen, das Blatt aber nicht mehr wenden. Die Gunners haben wieder einen talentierten Trupp zusammen, aber auch das führt erneut nicht in Richtung Ziel. Arsène Wenger ist Lichtjahre vom Champions League Titel entfernt. Seinem Londoner Nachbarn José Mourinho, dem er in großer Antipathie „verbunden“, fehlt für seinen dritten CL-Titel wohl das richtige Team, so wird es jedenfalls nichts. Chelsea ging blamiert vom heimischen Rasen und hat den Schock noch nicht verdaut. Kluge wie rationale Schlüsse werden daraus wohl nicht gezogen. Beispiel John Terry. Dieser ist schon lange kein wendiger oder schneller Verteidiger, kommt aber als Club-Legende daher. So etwas reicht in England, man wird ihm den Vertrag wieder um ein Jahr verlängern. Schön für die Gemütlichkeit an der Stamford Bridge und gut für die Fußballromantik, die Champions League gewinnt man damit nicht. Der FC Liverpool war schon in der Gruppenphase ernüchternd gestrauchelt und Manchester City landet seit der Übernahme durch die Scheichs zwar Meistertitel aber in der europäischen Königsklasse stets auf dem Bauch.

Die Hürde Barca war um einiges zu hoch für die Pellegrini-Truppe. Die Katalanen zum achten Mal in Folge im CL-Viertelfinale. Es war nicht berauschend, aber ausreichend gegen ManCity. Man ist bei Barca wieder in der Spur, es ist der Mannschaft eine Menge zuzutrauen. Englands Eliten dabei nur noch Zuschauer. Was in England für Titel gut, reicht offensichtlich auf dem Kontinent nur noch zur Teilnahme, internationale Pokale gewinnt man so nicht. Das beste Marketing, eine weltweite Strahlkraft nebst dem teuersten TV-Vertrag aller Zeiten, dennoch wandeln englische Clubs langsam aber sicher auf den Spuren ihrer Nationalmannschaft, die den Misserfolg mittlerweile so kultiviert hat, dass sich über beschämende WM-Leistungen in England niemand mehr aufregt. Man genügt sich selbst.

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Wir Deutschen auch mit drei Dellen. Vier traten an, einer blieb übrig. Wer wohl? Was für eine Frage, immer wieder die Bayern. Donezk wurde mit Links genommen, das Finale für die bajuwarischen Überflieger wohl Pflicht, Guardiola will den Titel. Einige Spieler in Leverkusen können keine Elfmeter schießen, damit ist der Werksklub raus. Phasenweise grandiose Schalker gegen erschreckend schwache Königliche konnten die Heimpleite nicht mehr ganz wettmachen, man musste aber nicht gedemütigt die Heimreise antreten. Das Dortmund der Meisterjahre hätte mit diesem Juventus-Team wohl mitgehalten. Der derzeitige Tabellenzehnte der Bundesliga ist momentan nicht in der Verfassung, dieser Alten Dame ein Bein zu stellen. Ein so früher Rückstand hätte die Dortmunder Wembley-Finalisten wie ein Beben über jeden Gegner kommen lassen. Heute fehlt fast immer der entscheidende Gedanke und der Funke will einfach nicht zünden. Keine Saison für Dortmund. Nächste Spielzeit wird Dortmund die Champions League vor der Glotze miterleben, sich dabei auf die Spielzeit 2016/17 freuen. Spanien stellt drei Teams im Viertelfinale, Frankreich/Monaco schickt zwei Mannschaften ins weitere Rennen, die Alte Dame aus Turin nicht zu vergessen. Das kleine Portugal ist mit dem unverwüstlichen FC Porto dabei und natürlich – als Mitfavorit auf den Titel – der letzte deutsche Hoffnungsträger aus München. Bayern komplettiert das Feld der nächsten Runde und darf sich einiges ausrechnen. Am Freitag sind aber zunächst die Loskugeln dran.

Champions League Achtelfinale

FC Chelsea – Paris St. Germain 2:2 (Hinspiel 1:1)
FC Bayern München – Schachtar Donezk 7:0 (Hinspiel: 0:0)
Real Madrid – Schalke 04 3:4 (Hinspiel: 2:0)
FC Porto – FC Basel 4:0 (Hinspiel: 1:1)
FC Barcelona – Manchester City 1:0 (Hinspiel: 2:1)
Borussia Dormund – Juventus Turin 0:3 (Hinspiel: 1:2)
Atlético Madrid – Bayer Leverkusen 1:0, 3:2 n.E. (Hinspiel: 0:1)
AS Monaco – Arsenal London 0:2 (Hinspiel: 3:1)

Redaktion Magath & Fußball