Der Alltag löst Europa ab


Veröffentlicht am 21. März 2015

1 Flares 1 Flares ×

imago19298494m_c

Bundesliga geht in den 26. Spieltag

Europäische Woche dahin, der Ligaalltag greift sich den Raum. Die Bundesliga schon lange dreigeteilt. Bayern im Universum der Unerreichbaren. Dort kommt auch noch die Glücksfee vorbei und bringt ein leichtes Los in Sachen Champions League an den bajuwarischen Triumphbogen. Der FC Porto wird die Champions League Umlaufbahn der Guardiola-Mannschaft nicht stören. Wenn der Bayern-Planet seine Bahn zieht, dann aber richtig. Das Spieltagsduell gegen die Fohlen erinnert an Zeiten, als man in Bayern noch das Wort Konkurrent kannte. Man ist mächtig auf Kurs in München. Die Meisterschaft gewonnen, der Pokal wird folgen. Beides in der kommenden Saison wohl ebenso, dazu braucht es keiner Propheten. Dahinter kein Konkurrent aber ein Verein mit finanziellen Schwingen auf Wolke sieben und dem Fußballhimmel nah, der VfL Wolfsburg. Von Verfolgern nicht gefährdet, das Bayern-Imperium aus den Augen, die Vizemeisterschaft in der Tasche, kann man sich auf die Europa League freuen und sich gegen Rafael Benítez und den SSC Neapel wappnen. Der Ausflug nach Mainz wird daran nichts ändern. Der Rest der Liga rennt auf dem Rasen der Realität nach europäischen Fleischtöpfen oder schwimmt im Elend des Abstiegskampfs, dümpelt im Mittelfeld.

Ewige Jäger ohne Beute bleiben Schalke und Leverkusen, man trifft am Spieltag in Gelsenkirchen aufeinander, rangelt gemeinsam mit der Borussia aus Gladbach um Platz drei, die Champions League Teilnahme ist geldwertes Ziel. Der Sieger der Partie dabei mit guten Karten, zumal Mönchengladbach aus Bayern sicher mit leeren Händen an den Niederrhein zurückkehrt. Die andere Borussia – unter der Woche von einer alten Dame ausgeknockt – kann sich im Niemandsland der Tabelle festsetzen, bei 96 in Hannover trifft man auf einen Club mit diversen Problemlagen. Probleme in Form von Abstiegsnähe hat auch Aufsteiger Paderborn und will sich diese mit einem Heimsieg gegen Hoffenheim etwas vom Hals schaffen. Mitaufsteiger Köln möchte nicht zum Problemfall werden und versucht in der eigenen Arena der staunenswerten Auswärtsbilanz endlich adäquaten Heimglanz an die Seite zu stellen. Gegner bei diesem Versuch Werder Bremen, die dem Abstiegsgespenst längst entkommen.

In Augsburg tankt man weiter Höhenluft und beeindruckt, drei Punkte in Freiburg absolut möglich. Die Breisgauer drückt latent der Abstiegsplatz, Befreiungsschlag für die Truppe von Christian Streich nicht in Sicht. Auf dem Abstiegsteller hat sich auch der VfB Stuttgart eingerichtet, uninspirierter kommt derzeit wohl kein Team der Liga daher. Die Eintracht von Thomas Schaaf hat gute Chancen bei den Schwaben die Punkte einzupacken.

Schlüsselszene in Hamburg: Schiedsrichter Christian Dingert zeigt HSV-Abwehrmann Cléber in Minute 81 den gelb-roten Karton. Drei Minuten später entscheidet Sebastian Langkamp die Partie.

Schlüsselszene in Hamburg: Schiedsrichter Christian Dingert zeigt HSV-Abwehrmann Cléber in Minute 81 den gelb-roten Karton. Drei Minuten später entscheidet Sebastian Langkamp die Partie.

Den Auftakt gaben bereits am Freitag der HSV und Hertha BSC. Die Berliner holten sich in einem quälenden Fußballkrampf drei wichtige Punkte gegen den Abstieg. Beim HSV hat man mit HSVPlus keinerlei sportlichen Entwicklungssprung getan aber eine Menge hochklingender Posten geschaffen. Der Hamburger SV hat neben einem Vorstand Kommunikation und einem Mediendirektor seit kurzem auch einen „Direktor interne Kommunikation, Mailverkehr und Facebook“ – nur ausreichend Punkte, die hat er nicht.

Redaktion Magath & Fußball

Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookShare on LinkedInEmail this to someone