Viel Kampf, wenig Fußball


Veröffentlicht am 15. April 2015

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Derbi madrileño ohne Sieger, Juve profitiert von fragwürdigem Elfmeterpfiff

Nein, die Viertelfinal-Ouvertüre in Madrid war beileibe kein rauschendes Fußballfest, eher zu vergleichen mit einem Boxkampf, bei welchem sich beide Kontrahenten zwar blutige Nasen holten, einander aber nicht auf die Bretter schickten. Im Estadio Vicente Calderón trennten sich Atlético und Real torlos, Entscheidung vertagt. Die Frage, welcher Mannschaft dieses Unentschieden größeren Nutzen erweist, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. In der kommenden Woche hat Real zwar das Bernabéu im Rücken, allein davon wird sich der Nachbar aber mitnichten beeindrucken lassen, die Angst vor den Königlichen hält sich bei Diego Simeones Mannen in Grenzen. Womöglich spielt das Resultat dem konterstarken Atlético sogar in die Karten, Real muss vor heimischer Kulisse nun unbedingt treffen, um zum fünften Mal in Serie ins Halbfinale vorzustoßen.

Ein Auswärtstor am Río Manzanares, im vom Bernabéu knapp achteinhalb Autokilometer entfernten Calderón, wäre für den Titelverteidiger der Türöffner gewesen – lange sah es auch danach aus, Real zunächst tonangebend und gefährlicher, ohne sich jedoch die ganz großen Torchancen zu erspielen. Nach dem Seitenwechsel wurden die Zweikämpfe zunehmend hitziger geführt. Immer wieder im Brennpunkt: Mario Mandžukić, der es von allen Seiten bekam und selbst gleichermaßen – auch das ist nicht neu – gerne und oft austeilte. Ein Ellenbogenhieb von Sergio Ramos sorgte für viel Blut beim Kroaten und war ebenso grenzwertig wie ein versteckter Schlag in den Bauch, der vom serbischen Unparteiischen unbemerkt blieb, für Real-Rechtsverteidiger Daniel Carvajal aber noch ein Nachspiel haben könnte. In beiden Fällen hätte man Atlético auch einen Strafstoß zusprechen können, wenn nicht gar müssen. Bis in die Schlussphase hinein blieb das Derby das erwartete Kampfspiel, die Hausherren am Ende auch dank der Einwechslung von Fernando Torres dem Siegtreffer näher, im Strafraum aber ohne Fortune. Real wird sich im Rückspiel steigern müssen, Atlético dann in einer etwas komfortableren Situation. Bemerkenswert: Real blieb im Calderón in dieser Saison zum vierten Mal ohne eigenen Treffer und verpasste auch im siebten Duell 2014/2015 den ersten Sieg. Vorteil Atlético.

Die andere Partie des Abends entpuppte sich etwas überraschend als die ansehnlichere von beiden. Weder Juve noch der AS Monaco beschränkten sich aufs Verteidigen, es entwickelte sich ein durchaus rasanter Schlagabtausch mit leichtem Chancenplus aufseiten der Gastgeber, bei denen Andrea Pirlo nach auskurierter Wadenverletzung in die ihm maßgeschneiderte Rolle des Taktgebers schlüpfte. Womöglich wäre aber auch diese Begegnung ohne Tor zu Ende gegangen, hätte Schiedsrichter Pavel Královec aus Tschechien der Alten Dame nach knapp einer Stunde nicht einen Strafstoß zugesprochen. Álvaro Morata war nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte einen Schritt schneller als Ricardo Carvalho, anschließend aber mehr über seine eigenen Beine gestolpert und das auch noch hauchdünn vor der Strafraumlinie. Der Elfmeter eine fatale Fehlentscheidung, die dieses Viertelfinale möglicherweise zugunsten der Italiener entschied. Arturo Vidal ließ sich nicht zweimal bitten und sorgte für den 1:0-Sieg der Bianconeri, die sich bekanntlich bestens darauf verstehen, auswärts mit einer Führung im Rücken den eigenen Sechzehner zu vernageln. Vorteil Juventus.

Redaktion Magath & Fußball

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