Vesuv am Mittellandkanal


Veröffentlicht am 17. April 2015

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Champions League Kandidat Wolfsburg unterliegt dem SSC Neapel mit 1:4

Der VfL Wolfsburg nahm den Staffelstab der Bayern auf und machte den zwischenzeitlichen deutschen Misserfolg auf europäischer Bühne komplett. Gegen den SSC Neapel war man im eigenen Stadion chancenlos und eine große Portion zu naiv – am spanischen Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz lag es jedenfalls nicht. Wie die Lava des Vesuv kam das süditalienische Team von Besitzer Aurelio De Laurentiis über die Autostadt am Mittellandkanal. Wo Dieter Hecking hin will, da kommt Rafa Benítez her. Als langjähriger Stammgast der Champions League ist der Spanier mit allen Trainer-Wassern gewaschen. Der Mann, der an seinen Prinzipien und seiner Auffassung von Fußball festhält, sich von sinnentleerten Floskeln über „modernen Fuball“ nicht beirren läßt, feierte am Wolfsburger Spielfeldrand seinen 55. Geburtstag und bekam von seinem Team ein gebührendes Geschenk der Anerkennung. Mit einem deutlichen 4:1-Sieg in der Volkswagen-Arena hat Neapel die Tür zum Halbfinale mit weit vernehmbarer Wucht aufgestoßen. Der VfL, sein Trainer und das Wolfsburger Umfeld bekamen eine Lehrvorführung, deren pädagogischer Charakter ihnen in künftigen Champions League Tagen vielleicht noch helfen wird.

Titelverteidiger FC Sevilla hatte im heimischen Stadion mehr Spielanteile und auch die besseren Chancen, versuchte es zu Beginn etwas monoton mit langen Bällen in die Spitze. Die auf Defensive und Konter konzentrierten Gäste aus St. Petersburg hielten ihre Grundordnung, ließen sich davon nicht beeindrucken, landeten in der 29. Spielminute sogar den Führungstreffer. Sevilla bewies Steherqualitäten und ließ sich nicht beirren, rannte weiter gegen das russische Bollwerk an. In der 78. Minute der Ausgleich und sieben Minuten vor Abpfiff sogar der hochverdiente Siegtreffer. Ausgang des Rückspiels völlig offen. Italiens Vertreter AC Florenz tat sich vor 62.000 Zuschauern im Stadion Olimpiyskyi als Gast von Dynamo Kiew anfangs schwer, verbuchte allerdings bald die besseren Torchancen für sich, fand darüber ins Spiel. Dennoch gingen die engagierten Hausherren in der 36. Minute in Führung. Mit Beginn der zweiten Halbzeit setze allerdings nur noch die Fiorentina Akzente, spielte offensiv um den Ausgleich bemüht nach vorn. Es wollte offensichtlich nicht gelingen, trotz klarer Chancen und sichtbarer Vorteile. In der 77. Minute kam für Mario Gómez auf Seiten von Florenz der Senegalese Khouma Babacar ins Spiel. Diesem gelang dann in der Nachspielzeit der vom kleinen Häufchen mitgereister Tifosi lautstark umjubelte Ausgleichstreffer zum 1:1. Tor und Ergebnis geben dem AC Florenz eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel auf italienischem Boden. Die letzte Partie zwischen dem FC Brügge und Dnipro Dnipropetrowsk sah ein spannungsarmes Match ohne große Höhepunkte, Torchancen eher Mangelware. Am Ende ein müdes 0:0 und für beide Teams eine offene Ausgangslage, sicher mit leichten Vorteilen für die Ukrainer. Bis auf Wolfsburg haben noch sieben Clubs mehr oder minder berechtigte Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug. Rückspiele am 23. April 2015.

Redaktion Magath & Fußball