Favre bleibt Favre


Veröffentlicht am 11. Mai 2015

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„Die lauten Fernsehexperten sind abgereist. Favre verweigert sich selbst am wichtigsten Trainer-Tag seiner Bundesliga-Karriere, an dem er Gladbach wohl erstmals seit 1977 wieder in den Europacup der besten europäischen Teams geführt hat, dem Hype. Dann klopft ihm Hans Meyer auf die Schulter: «Danke für dieses wunderbare Jahr, lieber Lucien. Das war ganz stark.» Meyer, einst ein Trainer mit höchstem Unterhaltungswert und inzwischen im Präsidium der Gladbacher, kennt das Geschäft. Und ihm ist auch die dunkle Seite der Borussia bekannt. Er führte sie nach der Jahrtausendwende aus der Versenkung zurück in die höchste Liga. Außerhalb einer Kneipe in Hördistanz begießen Fans nach dem neunten Heimsieg in Serie mit Bier den Champagner-Fußball Favres. Favre bleibt Favre. Seine leise, unaufgeregte Art ist so etwas wie der sympathische Gegenentwurf zur Welt der nervösen Fußballkommentatoren.“

(Neue Zürcher Zeitung, Bericht, Ausszüge, 10. Mai 2015)