Red Bull, Gala, Dinamo und Partizan


Veröffentlicht am 27. Mai 2015

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„Europas Meister“ – Teil III

Längst befinden sich Europas Ligen auf der Zielgeraden, ein Großteil der Meisterschaften sind sogar schon beendet. Titel und Pokale werden vergeben, rauschende Meisterfeiern begangen. Im dritten Teil unserer Serie „Europas Meister“ beschäftigen wir uns mit den Titelträgern der tipico-Bundesliga in Österreich, der türkischen SPORTOTO SüperLig, der ersten kroatischen Fußball-Liga HNL sowie der Jelen SuperLiga in Serbien.

Österreich = FC Red Bull Salzburg

Ein klares 3:0 über den Wolfsberger AC am vorletzten Spieltag beseitigte allerletzte theoretische Zweifel: Red Bull Salzburg ist erneut österreichischer Fußballmeister. Der sechste Titel in der Ära des Brauseherstellers gleichbedeutend mit der neunten Meisterschaft der Vereinshistorie. Ja, auch vor dem Einstieg von Red Bull am 6. April 2005 war der damals noch als SV Austria Salzburg aufspielende Klub dreimal Meister – 1994, 1995 und 1997 – und schaffte damals sogar das, was dem heutigen Konstrukt bislang noch verwehrt blieb: die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League. Im gleichen Jahr, 1994, stand die Austria zudem im UEFA Cup Finale, unterlag Inter Mailand in Hin- und Rückspiel zweimal knapp mit 0:1. Ende Juli werden die Salzburger als gesetzter Teilnehmer der dritten Qualifikationsrunde nun einen neuen Versuch unternehmen, in die Königsklasse einzuziehen. Längst haben nationale Meriten für den Namensgeber und die Verantwortlichen an Bedeutung verloren. Red Bull strebt, wie sollte es anders sein, nach der größten europäischen Bühne. Selbst das dritte Double nach 2012 und 2014 – Finalgegner im ÖFB-Pokal ist am 3. Juni Austria Wien – wäre wohl nur ein schwacher Trost, wenn die Champions League Saison 2015/16 einmal mehr ohne Salzburger Beteiligung stattfände. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter, aus der Kapitän und Toptorjäger Jonathan Soriano (31 Saisontreffer) herausragt, steht direkt nach der Sommerpause unter massivem Druck. Sicher braucht der FC Red Bull dann auch eine Portion Losglück, immerhin stehen mit Manchester United, dem FC Valencia und auch Bayer Leverkusen schon drei schwergewichtige Teilnehmer der letzten Play-Off-Runde fest.

Türkei = Galatasaray Istanbul

Ebenfalls am vorletzten Spieltag sicherte sich Galatasaray Istanbul seinen 20. Meistertitel, profitierte dabei vom turbulenten 2:2-Unentschieden zwischen Verfolger Fenerbahçe und dem auf Rang vier überraschend starken Neuling Istanbul Başakşehir. Fenerbahçe kam nach 0:2-Rückstand zwar noch zum Ausgleich, nur bei einem Sieg aber hätte man weiter hoffen dürfen. Stattdessen setzte es in der Schlussphase vier (!) Platzverweise für die Gelb-Blauen aus Kadıköy. Galatasaray bezwang bereits einen Tag zuvor den Tabellendritten Beşiktaş nach Toren von Yasin Öztekin, einem ehemaligen BVB-Profi, und Superstar Wesley Sneijder souverän mit 2:0. Das Saisonfinale bei Çaykur Rizespor am Sonntagabend damit annährend bedeutungslos, das Team von Hamza Hamzaoğlu mit fünf Punkten Vorsprung uneinholbar an der Spitze. Auch in Berlin feierten Hunderte Gala-Fans die Meisterschaft am Montagabend mit Autokorsos und Feuerwerk.

Kroatien = Dinamo Zagreb

Nichts Neues in der 1. HNL: Der zehnte Titel in Folge übertrifft noch bayerische und schottische Maßstäbe, Dinamo Zagreb ist die einzige Mannschaft in Kroatien, die überhaupt für den Titel infrage kommt. Die nächsten zehn Jahre werden wohl keinen anderen Titelträger erleben. Die Familie Mamić ist bei Dinamo das Maß aller Dinge. Zdravko Mamić der Präsident, Zoran Mamić Sportdirektor und Trainer. Die Konkurrenz ohne Chance.

Serbien = Partizan Belgrad

Partizan-Kapitän Saša Ilić nimmt den Meisterpokal in Empfang.

Partizan-Kapitän Saša Ilić nimmt den Meisterpokal in Empfang.

Auch die serbische Super Liga bietet wenig Abwechslung in Sachen Meisterschaft. Zum achten Mal in den letzten neun Jahren triumphierte Partizan Belgrad, Vorjahresmeister und Erzrivale Roter Stern Belgrad wurde trotz eines Unentschiedens am Abschlussspieltag um sieben Zähler distanziert. Partizan nun ebenfalls mit 26 Meistertiteln dekoriert – die bedeutendsten beiden Fußballclubs der Weißen Stadt damit gleichauf. Das nationale Double allerdings verpasste Partizan durch eine überraschende 0:1-Finalniederlage gegen den Ligadritten FK Čukarički. Bester Torjäger der Balkanrepublik derweil ein Nigerianer: Patrick Friday Eze vom Aufsteiger FK Mladost Lučani brachte es auf 16 Saisontore. Überschattet wurde die Spielzeit 2014/15 aber einmal mehr von schweren Ausschreitungen und hässlichen Gewaltszenen abseits des Rasens. Erschreckende Bilder vom torlosen Belgrader Stadtderby Ende April bestimmen bis auf weiteres die Wahrnehmung des serbischen Fußballs in der Welt. Besserung nicht in Sicht.

In der Serie „Europas Meister“ bereits erschienen:

Teil  I – PSG, Benfica, Celtic und Zenit
Teil II – PSV, Olympiakos, Basel und Midtjylland

Redaktion Magath & Fußball