Unantastbar?


Veröffentlicht am 28. Mai 2015

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Die FIFA und Sepp Blatter am moralischen Abgrund

Wenn die Vernunftorientierten in der Weltgemeinschaft des Fußballs Sepp Blatter nun nicht vom Thron stoßen, wann dann? Nichts läuft mehr rund im Fußballuniversum. Die Wiener Zeitung schrieb „das System FIFA ist endgültig in der organisierten Kriminalität angekommen“, die FAZ titelt „Blatter muss abtreten“. Das Handelsblatt stellt lakonisch fest „für viele Fans hat der Fußball-Weltverband FIFA schon lange nichts mehr mit Sport zu tun“. Eine ARD-Dokumentation mit dem Titel „Der verkaufte Fußball“ deckt die Machenschaften von FIFA-Präsident Blatter zur besten Sendezeit auf und verschlägt Fans die Sprache. Völlig losgelöst von ethischen oder moralischen Grundsätzen zieht eine Clique von wenigen Funktionären ihre Kreise, die den Weltverband des Fußballs im Würgegriff hat und eine der schönsten Sportarten der Welt latent beschmutzt. Über allem Geschehen thront ein entrückter FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, der je nach Nützlichkeit alles oder nichts weiß und am Ende immer da bleibt wo er stets war, an der Spitze. Dort hat er bis zum heutigen Tag willige Helfer. Einer dieser Adepten verglich ihn sogar mit Mutter Theresa, dem Papst und Winston Churchill.

Solch Zynismus sollte einem die Schamröte ins Gesicht treiben. Winston Churchill lehnte übrigens – nach verlorener Unterhauswahl – den ihm von König George VI. angetragenen Hosenbandorden mit den Worten ab, „Wie kann ich den Hosenbandorden annehmen, wo mir das britische Volk gerade die Hosen ausgezogen hat?“. In der Niederlage Größe und Verzicht, geboren aus Charakter. Anders ein Joseph Blatter, der moralisch und im Licht der Fußballfans schon längst ohne Hosen dasteht, dennoch völlig ungerührt seines Amtes waltet. Wie einst beim Teflon-Don John Gotti perlt am Alleinherrscher der FIFA alles ab, jeder Skandal und jeder Gegenkandidat zerschellt am Ende des Tages an Joseph S. Blatter. Der Schmierstoff seiner Bündnisse hieß Geld. Das Ehrenmitglied des Deutschen Fußball-Bundes und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland wähnt sich immer noch als unantastbar. Daher will er, der Realität aus Ermittlungen, Hausdurchsuchungen und Festnahmen in seinem Universum längst entrückt, erneut als Sieger aus einer lächerlichen Präsidentenkür hervorgehen. Von diesem letzten Versuch des Machterhalts darf aber nur noch eine Botschaft in die Sportwelt gehen: Blatter muss weg und ein ehrlicher Neuanfang her. Sofort!

Redaktion Magath & Fußball

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