Auf dem Weg zum Triple


Veröffentlicht am 1. Juni 2015

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Barca und Juve feiern Pokalsieg

Das Finale der Copa del Rey geriet am Samstagabend zu einer relativ einseitigen Angelegenheit. Nach dem Gewinn der Meisterschaft sicherte sich der FC Barcelona durch ein 3:1 über Athletic Bilbao im Camp Nou bereits den zweiten großen Titel dieser Saison und hat natürlich trotzdem längst nicht genug. Im Champions League Finale am kommenden Wochenende soll in Berlin nach 2009 das zweite Triple der katalanischen Vereinsgeschichte sichergestellt werden. Als Endspielgegner hat die Alte Dame naturgemäß etwas dagegen. Auch bei Juventus Turin lebt dank Meistertitel und Pokalsieg über Lazio Rom (2:1 n.V.) der Triple-Traum.

Coppa Italia: Joker Matri sticht

Der zehnte Pokalsieg der Bianchoneri – Juve vor dem AS Rom (neun Titel) und Inter Mailand (sieben) nunmehr alleiniger Rekordsieger des 1922 erstmals ausgetragenen Wettbewerbs – ging zwischen Champions League Halbfinale und Europa League Endspiel beinahe ein wenig unter. Bereits am 20. Mai standen sich im Olympiastadion in Rom Lazio und Juventus Turin gegenüber. Die beiden Vergleiche in der Serie A waren jeweils eine eindeutige Angelegenheit zugunsten des alten und neuen italienischen Meisters gewesen: Juventus gewann am zwölften Spieltag zunächst 3:0 bei Lazio und entschied auch das Rückspiel Mitte April mit 2:0 für sich. Dennoch durften sich die von Stefano Pioli trainierten Lokalmatadoren durchaus Hoffnungen machen auf ihren siebten Pokalsieg, hatte Lazio doch aus den vorangegangenen 14 Ligaspielen seit Mitte Februar stolze 32 Punkte gesammelt und sich mit einer beeindruckenden Rückserie im Rennen um die Champions League Plätze zurückgemeldet. Außerdem hatten die Römer im Verlauf des Wettbewerbs nicht nur den FC Turin und den AC Mailand ausgeschaltet, sondern darüber hinaus im Halbfinale den starken SSC Neapel. Juve dagegen hatte sich nach Siegen über Hellas Verona, den FC Parma und den AC Florenz für das Pokalfinale qualifiziert.

Den besseren Start erwischten vor 60.000 Zuschauern die Römer, bei denen Miroslav Klose im Sturmzentrum von Beginn an auflief. Der rumänische Innenverteidiger Ștefan Radu stand schon nach vier Minuten im Anschluss an einen Freistoß aus dem Halbfeld goldrichtig und köpfte ein. Marco Storari, Vertreter von Altmeister Gianluigi Buffon, ohne jede Abwehrchance. Lange jedoch währte die Freude bei den Weiß-Blauen nicht: Ebenfalls nach einem Standard traf Giorgio Chiellini – es lief noch immer die Anfangsviertelstunde in einer für italienische Verhältnisse durchaus abwechslungs- und temporeichen Partie. Im weiteren Verlauf der Begegnung stand auf beiden Seiten naturgemäß die Abwehrarbeit im Fokus, beide Mannschaften ließen kaum etwas zu. Kein Wunder also, dass es nach 90 spannenden Minuten noch immer 1:1 stand. Das Glück auf seiner Seite hatte dann der Meister, in Person des eingewechselten Angreifers Alessandro Matri, der nach einem abgeblockten Versuch von Carlos Tévez aus dem Getümmel heraus die Übersicht behielt und das Spiel entschied. Juve damit erstmals seit 1995 und drei verlorenen Endspielen wieder italienischer Pokalsieger.

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Copa del Rey: Immer wieder Messi

Der FC Barcelona derweil schon vor dem diesjährigen Finale Rekordpokalsieger in Spanien, wenngleich die letztjährige Endspielauflage in Valencia gegen Real Madrid mit 1:2 verloren ging. Bereits die letzten beiden Pokalerfolge wurden gegen Athletic Bilbao errungen: Die Basken unterlagen den Katalanen 2009 in Valencia 1:4 und 2012 im Estadio Vicente Calderón zu Madrid 0:3. Auch in der Primera División 2014/15 gewann Barca beide Duelle 2:0 und 5:2 – selten wohl war die Favoritenfrage im Vorfeld eines Finales leichter zu beantworten gewesen. Bilbaos Weg ins Camp Nou führte über den Drittligisten CD Alcoyano (1:1, 1:0), Celta Vigo (4:2, 0:2), den FC Málaga (0:0, 1:0) und Espanyol Barcelona (1:1, 2:0), während Barca in acht Spielen gegen SD Huesca (4:0, 8:1), Elche (5:0, 4:0), Atlético Madrid (1:0, 3:2) und den FC Villareal (3:1, 3:1) nicht nur stolze 31 Treffer verbuchte, sondern durchweg siegreich blieb.

Vor der gigantischen Kulisse von 97.000 Zuschauern im Camp Nou nahm die Partie recht schnell den prognostizierten Verlauf. Luis Enrique hatte bei der Generalprobe für das Champions League Finale in Berlin seine beste Elf auf den Rasen geschickt. Lionel Messi nach Möglichkeit aus dem Spiel zu nehmen dabei wie immer die zentrale Herausforderung für den Kontrahenten. Das Team von Ernesto Valverde damit aber ebenso überfordert wie beinahe jeder Barca-Gegner in dieser Saison. Bereits nach 20 Minuten brachte ein atemberaubendes Solo von ebenjenem argentinischen Fußballwunder die Blaugrana auf die Siegerstraße. Im Tempodribbling über die rechte Seite kommend und gefühlt an der gesamten Mannschaft aus Bilbao vorbeiziehend, sorgte Messi mit einem Geniestreich für die 1:0-Führung der Hausherren. Eine Viertelstunde später nutzte Barca den Messi-Fokus der Athletic-Defensive: Ivan Rakitić öffnete mit einem punktgenauen Anspiel auf Luis Suárez den Raum und in der Mitte profitierte Neymar von der Übersicht seines uruguayischen Sturmpartners. Die 2:0-Pausenführung selbstredend längst eine Vorentscheidung, obwohl es anschließend bis zur 74. Spielminute dauerte, ehe Barca endgültig alles klar machte. Gedankenschnell sprintete erneut Messi in eine Flanke von Dani Alves und es stand 3:0. Es spricht für die Moral der Basken, dass sie trotz des aussichtslosen Spielstands eine Viertelstunde vor dem Ende nicht kapitulierten, sondern durch einen sehenswerten Kopfball von Iñaki Williams, der mit dem Rücken zum von Marc-André ter Stegen gehüteten Kasten stand, immerhin noch zum Ehrentreffer kamen.

Am 27. Pokalsieg des FC Barcelona änderte dies freilich nichts mehr, die Katalanen bauten ihren Vorsprung in der ewigen Siegerliste der Copa del Rey gegenüber ihrem direkten Konkurrenten Athletic Bilbao (23 Titel) und Real Madrid (19) weiter aus. Natürlich durfte nach der Pause auch Xavi wieder mitwirken – für ihn war es der dritte spanische Pokaltriumph seiner ruhmreichen Barca-Karriere.

Redaktion Magath & Fußball